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Verbundprojekt

Tenside aus heimischen Rohstoffen

| Redakteur: Alexander Stark

Tenside bilden als waschaktiven Substanzen den Kern von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Körperpflegeprodukten. Viele Tenside werden auf der Basis von Erdöl und tropischen Ölen hergestellt. Ein Bündnis aus Forschung und Industrie untersucht nun, wie sich heimische Rohstoffe für die Herstellung von Tensiden nutzen lassen.

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Forschen an der Herstellung von Tensiden aus heimischen Rohstoffen: Devrim Eren Seitz, Lars Nitzsche, Tristan Jolmes
Forschen an der Herstellung von Tensiden aus heimischen Rohstoffen: Devrim Eren Seitz, Lars Nitzsche, Tristan Jolmes
(Bild: Michael Bause/ TH Köln)

Köln – Natürliche Quellen sollen künftig für die Herstellung von Tenside eingesetzt werden und der Syntheseprozess optimiert und nachhaltiger gestaltet werden. Deshalb erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften der TH Köln zusammen mit der FH Aachen, BASF Personal Care and Nutrition und Henkel, wie sich nachwachsende Rohstoffe aus heimischen Pflanzen wie Lupinen, Sonnenblumen und Raps zu dessen Herstellung nutzen lassen. Das Verbundprojekt Lipopep wird über das Programm „FH-prof-Unt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit 600.000 Euro gefördert.

In dem interdisziplinären Verbundprojekt sollen Lösungen entwickelt werden, die zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der chemischen Industrie beitragen: zum einen bilden heimische nachwachsende Rohstoffe wie Sonnenblumen, Raps oder Lupinen das Ausgangsmaterial, um neue biobasierte Tenside zu entwickeln. Zum anderen sollen neue biokatalytische und chemische Syntheseverfahren etabliert werden, die den Prinzipien der „Grünen Chemie“ Rechnung tragen.

Da Tenside in großen Mengen produziert werden und in die Umwelt gelangen, wollen die Partner im Rahmen des interdisziplinären Verbundprojektes biobasierte Produkte entwickeln und dabei die Syntheseverfahren selbst nachhaltiger gestalten. Die Zielprodukte sind Lipopeptide, die sich durch ihre gute Hautverträglichkeit auszeichnen. In Jülich wollen die Forscher neue Enzyme für diese Reaktion entwickeln und damit gemeinsam mit den Forscherinnen und Forschern der TH Köln umweltfreundliche biokatalytische Synthesen entwickeln.

Im interdisziplinären Verbundprojekt erforschen die Promovierenden Devrim Eren Seitz und Tristan Jolmes in den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Stéphan Barbe und Prof. Dr. Ulrich Schörken an der TH Köln biokatalytische und chemische Synthesestrategien, um biobasierte Tenside wie Liopeptide herzustellen. Gerrit Haeger entwickelt in seiner Promotion am Campus Jülich der FH Aachen in den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Petra Siegert und Prof. Dr. Johannes Bongaerts neue Biokatalysatoren für die Lipopeptid-Synthese. Die physikochemische Charakterisierung wie das Schaumvermögen und die Grenzflächenaktivität der neuen, nachhaltigen Biotenside erfolgt in der Arbeitsgruppe von Prof. Glüsen unter Industriestandardbedingungen am Campus Leverkusen der TH Köln. Hier wird das Projekt auch durch die Expertise von Prof. Dr. Matthias Hochgürtel im Bereich der Synthese bioaktiver Peptide und der Strukturanalytik ergänzt.

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