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Analysen, Bio- und Labortechnik Unternehmensumfrage: Umsätze sollen in diesem Jahr wieder deutlich anziehen

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Mehr als ein Drittel der Verbands-Unternehmen von Spectaris aus der Labor-, Bio- und Analysentechnik mussten im vergangenen Jahr deutliche Umsatzeinbußen vermelden. Für diese Jahr sind die Manager allerdings zuversichtlich und rechnen mit einem Umsatzplus von rund acht Prozent.

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Mathis Kuchejda, Vorsitzender der Analysen-, Bio- und Labortechnik bei Spectaris: „Unabhängig von den wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns die mittelbaren Effekte der Corona-Pandemie noch lange beschäftigen.“
Mathis Kuchejda, Vorsitzender der Analysen-, Bio- und Labortechnik bei Spectaris: „Unabhängig von den wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns die mittelbaren Effekte der Corona-Pandemie noch lange beschäftigen.“
(Bild: Spectaris)

Berlin – Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrieverbandes Spectaris unter den Unternehmen der Analysen-, Bio- und Labortechnik zeichnen ein erfreulich optimistisches Bild für die Branchenentwicklung im laufenden Jahr. Demnach rechnen die Firmen für 2021 mit einem Umsatzplus von rund acht Prozent, das bei einer Exportquote von 56 Prozent nahezu gleichermaßen vom Inlandsumsatz (+7 %) und Auslandsgeschäft (+8 %) getragen wird. Erstmalig könnten die etwa 330 Hersteller in Deutschland damit die Zehn-Milliarden-Umsatzschwelle überschreiten und einen Wert von 10,42 Milliarden Euro erwirtschaften. Auch hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung stehen die Zeichen wieder auf Wachstum, und es wird ein Anstieg um rund zwei Prozent auf 49.500 Mitarbeiter erwartet.

„Die Unternehmen sind zuversichtlich und schauen weiter nach vorne. Unabhängig von der Corona-Pandemie begünstigen weiterhin viele Megatrends das Wachstum der Branche. Doch damit die Erwartungen der Betriebe erfüllt werden können, muss insbesondere der Exportmotor auch in dieser schwierigen Zeit weiterlaufen. Tendenzen nationaler Abschottung, unter welchem Deckmantel auch immer, muss von Seiten der deutschen und europäischen Politik entschieden begegnet werden“, betont Mathis Kuchejda.

Beschäftigtenzahl ging 2020 leicht zurück

Obwohl gerade die Laborbranche bei der medizinischen Bewältigung der Coronakrise stark gefordert war und ist, verzeichneten mehr als ein Drittel der Firmen im vergangenen Jahr deutliche Einbußen. Die Umsatzentwicklung 2020 lag dennoch mit einem durchschnittlichen leichten Plus von 1,9 Prozent und einem Wert von 9,67 Milliarden Euro zwar unter der Vor-Corona-Prognose (+5 %), aber deutlich über den letzten Erwartungen der Spectaris-Herbstumfrage. Mit 4,31 Milliarden Euro konnte der Inlandsumsatz im Vergleich zu 2019 nur leicht zulegen (+0,6 %), während sich das Auslandsgeschäft mit 5,36 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 2,8 Prozent deutlich besser darstellte. Die Beschäftigtenzahl lag hingegen um ein halbes Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Stärker nachgefragt wurden in diesem von Corona dominierten Jahr vor allem Verbrauchsgüter sowie Geräte zur Virusdiagnostik, Testkits, Sterilisatoren oder Technik und Laborausstattung für die Zellanalytik und Pharmaforschung. Schwächer war dagegen die Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern für die Chemische Industrie inklusive der Öl-, Gasbranche und Petrochemie sowie aus dem Automotivebereich. Kuchejda abschließend: „Unabhängig von den wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns die mittelbaren Effekte der Corona-Pandemie noch lange beschäftigen. Als Hauptaufgabe sehen die Betriebe der Analysen-, Bio- und Labortechnik die Beschleunigung der Prozessdigitalisierung von Unternehmensabläufen. Darüber hinaus werden neue Arbeitsmodelle und die digitale Kollaboration auch in unserer Branche zunehmen.“

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