Suchen

Salzkonsum Welche Möglichkeiten hat die Lebensmittelbranche zur Salzreduktion

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Harvard School of Public Health offenbart auf eindringliche Weise eines der größten gesundheitlichen Probleme unserer Industriegesellschaft: Salz ist zu einem tödlichen Gift geworden. Geschätzte 1,65 Millionen Menschen sterben jährlich an zu hohem Salzkonsum und den dadurch verursachten Krankheiten Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck.

Firma zum Thema

Mehr als 1,5 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an zu hohem Salzkonsum.
Mehr als 1,5 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an zu hohem Salzkonsum.
(Bild: Reinard Sester/Fotolia.com )

Amsterdam, Niederlande – Die Studie der Forschergruppe zeigt, dass 99,2 Prozent der Bevölkerung in Industriegesellschaften zu viel Natrium aufnehmen. Schon seit vielen Jahren ist Salzreduktion deshalb eines der größten Themen der Lebensmittelbranche. Viele Lebensmittel werden bereits durch modernste Methoden mit reduziertem Salzgehalt angeboten, der Markt ist milliardenschwer.

Vom 2. bis 4. Dezember wird Amsterdam daher zum Hotspot für eines der drängendsten Themen der Gesundheit. Auf der Health ingredients Europe & natural ingredients (Hi Europe & Ni) treffen sich in Amsterdam mehr als 500 Aussteller und rund 8.000 Fachbesucher aus 94 Ländern, im Gepäck einer besonders großen Zahl von Ausstellern: Lösungen zur Salzreduktion.

Salzreduktion - Gleichermaßen Herausforderung und Chance für die Branche

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 2 Gramm Natrium am Tag zu sich zu nehmen. Weltweit liegt der durchschnittliche Konsum allerdings bei 3,95 Gramm. In vielen Lebensmitteln wie Fertigprodukten, Backwaren oder auch Würzmischungen findet sich viel Salz. Doch genutzt wird es nicht allein wegen des Geschmacks. Salz verlängert zudem die Haltbarkeit von Produkten und sorgt für eine gute Textur oder Stabilität in der Verarbeitung.

Um den Salzgehalt in Lebensmitteln zu verringern, ist die Industrie gefragt. Sie ist gefordert, Innovationen anzubieten, die die Eigenschaftes des Salzes mit sich bringen, aber dennoch den Salzgehalt im Endprodukt reduzieren. So wird zum Beispiel an Prozessen geforscht, die den Salzgehalt während des Verarbeitungsprozesses reduzieren. Andere Lösungen modifizieren das Salzmolekül an sich und stellen so Inhaltsstoffe bereit, die geschmacklich überzeugen und auch beim Verarbeitungsprozess stabil bleiben.

Akzo Nobel Functional Chemicals, Chr. Hansen oder Tate & Lyle sind solche Innovationstreiber, die alternative Lösungen und Inhaltsstoffe bieten und weiter zum Thema forschen. Tate & Lyle zum Beispiel hat es geschafft, Salzkristalle in freie kristalline Microsphären zu verwandeln. Diese sind kleiner, haben eine kleinere Dichte, aber eine größere Oberfläche im Vergleich zum relativen Volumen. Die sogenannten Soda-Lo Microspheres schmecken allerdings genauso wie herkömmliches Salz, denn es ist Salz. In der Anwendung können so gebackene Produkte oder auch Käse mit bis zu 50 % weniger Salz hergestellt werden.

One Grain – enthält 50% Natrium und schmeckt dennoch wie Salz

Akzo Nobel bietet ein Mineralsalz, das bis zu 50 % Natrium enthält und dennoch den gleichen Geschmack wie herkömmliches Salz bietet. Dafür hat das Unternehmen eine Technologie entwickelt, die Salz, Kaliumchlorid und Aroma in einem einzigen Salzkorn vereint. "Der bahnbrechende Vorteil von One Grain in einer Reihe mit Natriumreduzierern ist, dass es anstelle von Salz genutzt werden kann, aber genauso aussieht, schmeckt, fließt oder löslich ist und vermischt und gekocht werden kann", erklärt Matthijs Bults, Business Development Manager bei Akzo Nobel Salt Specialties. Damit habe das Unternehmen eine einfache Lösung für die aktuelle und zukünftige bestehende Anforderungen an die Reduktion von Natrium in Produkten geschaffen.

Eines ist jetzt schon klar - Salzreduktion ist eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Hi Europa. Die Zahl der Aussteller, die durch verschiedene Lösungsansätze Wege gefunden haben, Salz in Produkten zu reduzieren, ohne auf die Eigenschaften wie Geschmack, Stabilität oder Haltbarkeit verzichten zu müssen, ist besonders hoch.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43023913)