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Mikrowellensynthese erhöht Ausbeute deutlich
Aufgrund des Substitutionsmusters der ausgewählten Xylenole ist im Gegensatz zum Phenol nur jeweils eine Substitution in ortho- bzw. para-Position möglich und die Umsetzung der Xylenole wurde analog zur Substitution des Phenols durchgeführt. Die Reaktion von 2,6-Xylenol mit N-Hydroxymethylacrylamid liefert hierbei gemäß massenspektrometrischer Untersuchung (GC/MS) der Reaktionsmischung einen fast quantitativen Umsatz und nach einmaligem Umkristallisieren kann bereits ein sehr reines Produkt mit einer Ausbeute von ca. 75% d.Th. erreicht werden. Die Ausbeute übertrifft damit die literaturbekannte Ausbeute für das Rohprodukt um 23 Prozentpunkte und die Mikrowellenmethode ist somit ein deutlicher Fortschritt gegenüber der konventionellen Synthese [6]. Auch im Fall des 2,4-Xylenols kann durch die Synthese in der Mikrowelle eine Erhöhung der Ausbeute von ca. 60% auf 70% d.Th. erreicht werden und die Aufarbeitung der Reaktionsmischung gestaltet sich mit einmaligem Umkristallisieren ebenso einfach.
Funktionalisierte Xylenole für Polymerisationsreaktionen
Die so gewonnenen funktionalisierten Xylenole lassen sich als Comonomer in Polymerisationsreaktionen nutzen [6]. Die Terpolymerisation des funktionalisierten 2,6-Xylenols mit Styrol und n-Butylacrylat liefert beispielsweise ein entsprechendes Phenol-funktionalisiertes Polymer. Die Wirkung einiger Xylenole, beispielsweise als Antioxidans, lässt sich so gegebenenfalls auf ein polymeres System übertragen oder andererseits könnten physikalische Parameter des entstehenden Polymers gezielt eingestellt werden.
Literatur:
[1] Szillat, F.; Retzmann, N.; Ritter, H., Hydroxyethylierung mit Ethylencarbonat - Alte Synthesen modern wiederentdecken, GIT Labor-Fachzeitschrift, 8/2012, S. 584f.
[2] Fleischmann, C.; Cheng, J.; Tabatabai, M.; Ritter, H., Extended Applicability of Classical Phenolphthalein: Color Changing Polymeric Materials Derived from pH-Sensitive Acrylated Phenolphthalein Derivatives. Macromolecules 2012, 45 (13), 5343-5346.
[3] Zhang, Z. et al., Size controllable synthesis and antimicrobial activity of poly-N,N[prime or minute]-[(4,5-dihydroxy-1,2-phenylene)bis(methylene)]bisacrylamide microspheres. RSC Advances 2014, 4 (101), 57891-57898.
[4] Tomita, H.; Okamoto, Y.; Yonezawa, K., Glycidyl compound. US4709062 A, 1987.
[5] Hiroshima, J.; Makino, K.; Takagi, M., Preparation of phenols having unsaturated residue, JP 43019535 B4 19680823, 1968.
[6] CIBA-GEIGY A.G., New polymerisable carboxylic acid arylmethylamides, new polymerisation products, and process for the manufacture of these compounds, NL6604304, 1966.
* U. Lampe und Prof. Dr. Dr. h. c. H. Ritter: Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie, Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf, 40225 Düsseldorf
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