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Analytica 2020 Application Award 2018: Von einzelnen Zellen bis zur Pulverdosierung

| Autor: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Zum zweiten Mal hat LABORPRAXIS während der Analytica 2018 den Application Award verliehen. Fast 50 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr mit spannenden Neuentwicklungen beworben.

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Abb.1: 1 LP-Chefredakteur Marc Platthaus gemeinsam mit den Gewinnern des Application Awards 2018 (v.l.): Perkin Elmer mit Single Cell ICP-MS (Fadi Abou-Shakra mit dem Preis in der Kategorie Bio- & Pharmaanalytik); Mettler Toledo gemeinsam mit Axel Semrau mit Chronect Quantos (Dr. Andreas Weninger mit dem Preis in der Kategorie Labortechnik); Lctech mit einer Online-QuEChERS-Aufreinigung für schwierige Matrices (Maximilian Baumann mit dem Preis in der Kategorie Lebensmittelanalytik) und Ionicon mit einem Partikel-Aufgabesystem für die PTR-Tof-MS (Lukas Märk mit den Preis in der Kategorie Wasser- & Umweltanalytik).
Abb.1: 1 LP-Chefredakteur Marc Platthaus gemeinsam mit den Gewinnern des Application Awards 2018 (v.l.): Perkin Elmer mit Single Cell ICP-MS (Fadi Abou-Shakra mit dem Preis in der Kategorie Bio- & Pharmaanalytik); Mettler Toledo gemeinsam mit Axel Semrau mit Chronect Quantos (Dr. Andreas Weninger mit dem Preis in der Kategorie Labortechnik); Lctech mit einer Online-QuEChERS-Aufreinigung für schwierige Matrices (Maximilian Baumann mit dem Preis in der Kategorie Lebensmittelanalytik) und Ionicon mit einem Partikel-Aufgabesystem für die PTR-Tof-MS (Lukas Märk mit den Preis in der Kategorie Wasser- & Umweltanalytik).
(Bild: LABORPRAXIS/Ottleben)

Laborgeräte und Analysensysteme sind nur ein Baustein für den Erfolg einer Analyse. Gerade das Know-how der Mitarbeiter und damit die entwickelte Applikation sind von entscheidender Bedeutung. Um dies zu würdigen, hat LABORPRAXIS während der Analytica den Application Award vergeben. Mit Innovationen punkten wollen viele – doch auf dem Siegertreppchen ist nur für Spitzenentwicklungen Platz: Fast 50 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr mit ihren Neuentwicklungen beworben. In den vier Kategorien Lebensmittelanalytik, Wasser- & Umweltanalytik, Labortechnik und Bio- & Pharmaanalytik wurden am 10. April Gewinner und Shortlist-Platzierte gekürt.

Labortechnik

Sieger in der Kategorie Labortechnik ist Mettler Toledo für eine Weiterentwicklung seines vor zehn Jahren vorgestellten Pulverdosierungs-Systems. In diesem Jahr hat man mit Chronect Quantos eine vollautomatisierte Lösung für die Einwaage von Pulvern vorgestellt. Die gemeinsam mit Axel Semrau entwickelte Applikation ermöglicht das vollautomatische Einwägen von bis zu 96 Proben. Die Shortlist-Nominierten waren Certoclav Sterilizer mit Certocontrol, einer Lösung für die Vernetzung von Laborgeräten wie Inkubatoren oder Waagen und HTI bio-X mit dem X-Tube-Processor, der das automatisierte Handling von Probengefäßen ermöglicht.

Bio- & Pharmaanalytik

Zellen haben ein komplexes Verhältnis zu Metallen. Manche Metalle brauchen sie zum Überleben, andere oder ein Missverhältnis können sie stressen oder sogar töten. Die Quantifizierung der Metall-Aufnahme und ihrer Gehalte pro Zelle kann entscheidend zu einem Verständnis dieser Prozesse beitragen.

Perkin Elmer hat mit seiner Nexion ICP-MS-Plattform, der Asperon Single-Cell-Sprühkammer und dem Syngistix Single Cell Software Modul eine Möglichkeit geschaffen, die es erlaubt, Metallgehalte in einer einzelnen Zelle zu quantifizieren und hat für diese Lösung den Application Award erhalten. Shortlist-Nominierte waren außerdem Shimadzu mit dem Cannabis Analyzer zur Prüfung von Cannabis für medizinische Zwecke und Tosoh Bioscience mit einer Methode zur Analyse von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten mit HPLC und LC/MS.

Wasser- & Umweltanalytik

Die so genannte Protonen-Transferreaktion-TOF-Massenspektrometrie (PTR-TOF-MS) wurde vor mehr als zwanzig Jahren von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck entwickelt. Sie eignet sich besonders für die Analyse von flüchtigen organischen Substanzen. Das 1998 gegründete Spin-of Ionicon hat die Technik kommerzialisiert und mit Charon ein Partikel-Aufgabesystem entwickelt, das organische Sub-μm-Partikel quantitativ und online detektieren kann.

Application Award 2018 - Networken in gepflegter Atmosphäre

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Es kann z.B. für die Online-Messung von Emissionen verwendet werden. Auf der Shortlist standen daneben Pfeiffer Vacuum mit mobilen Massenspektrometern und Lecksuchgeräten und Thermo Fisher Scientific mit einer IC-MS/MS-Lösung für die Analyse von polaren Pestiziden in Wasserproben.

Lebensmittelanalytik

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft mit all seinen Auswirkungen ist ein viel diskutiertes Thema. Gänzlich vermeiden lässt er sich jedoch auch in Zukunft wohl eher nicht. Die Rückstandsanalytik bleibt damit dauerhaft brandaktuell. Die QuEChERS-Aufreinigung ist aufgrund Ihrer namensgebenden Attribute – Quick, Easy, Cheap, Effective, Rugged und Safe – in vielen lebensmittelanalytischen Laboren Standard. Jedoch gelingt dies nicht für schwierige getrocknete Matrices wie Tee und Gewürze. Genau das hat LC tech mit seiner neuen automatisierten QuEChERS-Methode geschaffen. Das Unternehmen hat sie mit dem Ziel entwickelt, das Verfahren auch für solche komplizierten Matrices zu automatisieren. Danach wurde die Methode auch für Standardmatrices wie Äpfel, Paprika, Salat und Zitronen erfolgreich eingesetzt.

Die Shortlist komplettierten Axel Semrau mit der Chronect Workstation MCPD für die automatisierte Analyse von Monochlorpropandiol oder Glycidol in Lebensmittelproben und Thermo Fisher Scientific mit dem Icap TQ ICP-MS, das ICP mit der Massenspektrometrie koppelt.

Der Application Award 2018 bewies einmal mehr, wie wichtig die Labor- und Analysentechnik bei drängenden Fragen zu gesunden Lebensmitteln, neuen Wirkstoffen oder sauberem Trinkwasser ist.

* M. Platthaus Chefredakteur LABORPRAXIS, E-Mail: marc.platthaus@vogel.de

(ID:45269626)

Über den Autor

Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Chefredakteur, LABORPRAXIS - Mehr Effizienz für Labor & Analytik