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Erste Online-Veranstaltung von Link the Lab Arbeitsgruppe für Datenstandards im Labor

Autor: Christian Lüttmann

In einer digitalen Diskussionsrunde tauschten sich Experten und Anwender zum Thema „Kommunikationsstandards und Datenformate im Labor“ aus. Die erste Online-Veranstaltung der neuen Arbeitsgruppe „Link the Lab“ zeigte, wie weit die Laborbranche bei der Standardisierung von Daten bereits ist und wo die Reise hingehen soll.

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Im Labor müssen Geräte untereinander kommunizieren, um Daten auszutauschen. Dafür sind standardisierte Schnittstellen nötig.
Im Labor müssen Geräte untereinander kommunizieren, um Daten auszutauschen. Dafür sind standardisierte Schnittstellen nötig.
(Bild: gemeinfrei, Science in HD / Unsplash)

Hannover – Am 4. Mai 2021 diskutierten Experten und Anwender online das Thema „Kommunikationsstandards und Datenformate im Labor“. Daie 90-minütige Online-Veranstaltung war die erste offene Diskussionsrunde der neuen Initiative „Link the Lab“, die im Januar 2020 gegründet wurde. Die Arbeitsgruppe mit Vertretern des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA), der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, der Spectaris-Arbeitsgruppe LADS (Laboratory Agnostic Device Standard) und der Deutschen Messe als Veranstalterin der Labvolution will den Austausch und Wissenstransfer zum Thema Datenstandards vorantreiben – einem zentralen Wegbereiter für das Labor 4.0.

Zwar gibt es bereits erfolgreiche Schritte zu einheitlichen „Sprachen“ für Laborgeräte und wissenschaftliche Daten, doch ein „Babelfisch“, der die intuitive Kommunikation mit jedem beliebigen Laborgerät ermöglicht, ist bisher noch ein unerfüllter Wunsch. Dass es am Ende einen einzigen allgemeingültigen Standard gibt, halten die Experten allerdings für unwahrscheinlich. „Es werden sich wahrscheinlich zwei oder drei Standards herauskristallisieren, die nebeneinander existieren“, meint Dr. Thorsten Teutenberg vom IUTA. Ein alleiniger Standard sei auch nicht nötig, pflichtet Frank Grümbel von Lanxess Deutschland bei. „Wichtig ist, dass überhaupt standardisiert wird. Allein im Lanxess-Werk am Niederrhein verwenden wir Systeme von 80 verschiedenen Herstellern. Wenn da jeder proprietäre Formate nutzt, wäre das für mich als Anwender nicht sinnvoll.“

Datenstandards als Wegbereiter fürs Labor 4.0

Mit bereits verbreiteten Kommunikationsstandards wie SiLA und dem Datenstandard AnIML gibt es schon die ersten Vorreiter für einheitliche Datenverarbeitung im Labor. Und auch wenn sich manche Unternehmen noch diesen verwehren, gibt es langfristig wohl keine Alternative zu anerkannten Standards, wie Teutenberg zusammenfasst: Nicht jeder sollte seine eigene Suppe kochen, da sind wir uns denke ich alle einig.“

Mit weiteren offenen Diskussionsrunden will die Initiative Link the Lab die Verbreitung von Datenstandards weiter vorantreiben, spätestens wieder zur kommenden Labvolution, die im September als digitale Veranstaltung geplant ist. So können Anwender im „Labor der Zukunft“ vielleicht eines Tages vollkommen ohne Einschränkungen neue Geräte einbinden. Im Idealfall können sich Anwender dann – ganz im Sinne von Plug-and-Play – komplett auf die eigentliche Forschungs- und Analysearbeit konzentrieren, statt sich mit Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Thermocycler und Autosampler o. ä. herumzuschlagen.

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