27.3. – Scheidender Sartorius-Chef sieht Dax-Konzern gut gerüstet
Göttingen (dpa/lni) 16:13 Uhr –Der langjährige Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg sieht den niedersächsischen Dax-Konzern kurz vor seinem Abschied in einem guten Zustand. In einem ohnehin attraktiven Markt sei das Unternehmen sehr gut aufgestellt und strebe weiteres Wachstum an, sagte der 59-Jährige bei seiner letzten Hauptversammlung für den Göttinger Pharma- und Laborausrüster. Seine positive Prognose lasse sich an einer trotz Gewinnrückgangs stabilen Dividende ablesen.
Bei seiner abschließenden Hauptversammlung blickte Kreuzberg zurück bis ins Jahr 2019, um die Entwicklung rund um die Corona-Zeit einordnen zu können. Die letzten fünf Geschäftsjahre seien sehr ungewöhnlich gewesen, sagte Kreuzburg. Auf einen Boom wegen der Pandemie folgte ein Einbruch, von dem sich das Unternehmen langsam erholt und nach Überzeugung des scheidenden Chefs verhalten optimistisch in die Zukunft schauen darf.
Auch die Entwicklung bei den Mitarbeitern betrachtete Kreuzburg nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen lieber über einen längeren Zeitraum. Seit 2019, also vor Corona, habe man die Beschäftigung um 50 Prozent gesteigert. Die Anzahl der Beschäftigten stieg von etwas mehr als 9.000 auf aktuell rund 13.500. Kreuzburg steht seit 2003 an der Spitze des Konzerns. Unter seiner Führung war das Unternehmen 2021 in den Leitindex Dax der größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands aufgestiegen.
27.3. – Schweineleber erstmals in hirntoten Menschen transplantiert
Xi'an/China (dpa) 4:01 Uhr – Chinesische Ärzte haben weltweit erstmals eine Schweineleber in einen hirntoten Menschen eingesetzt. Das Organ habe bereits kurz nach dem Eingriff unter anderem Galle produziert, schreibt das Team in seinem Abschlussbericht zur Transplantation im Fachjournal Nature. Die Leber habe bis zum Versuchsende nach zehn Tagen funktioniert. Das Erbgut des Spenderschweins war an sechs Stellen verändert worden, um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden.
Schweineherzen und -nieren waren in Versuchen bereits in Menschen transplantiert worden. Bis zu einem regulären Einsatz dieser so genannten Xenotransplantation sind jedoch noch einige Hürden zu überwinden.
Der Versuch mit der Leber wurde gemäß den Wünschen der Familie des Hirntoten nach zehn Tagen beendet, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua kurz nach der Transplantation im Jahr 2024 schrieb.
„Zukünftige Studien müssen zwischen einer Überbrückungstherapie und einer langfristigen Xenotransplantation unterscheiden“, schreibt das chinesische Team. Die Schweineleber habe in der Studie zwar Galle und Schweinealbumin hergestellt, es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die produzierten Mengen langfristig für einen Menschen ausreichen. Diese Form der Transplantation, so die Autoren, könnte eines Tages eher als Überbrückungstherapie bei vorübergehendem Leberversagen geeignet sein.
25.3. – Krebsanzeichen im Atem - Forschungsprojekt
Ilmenau/Bad Kissingen (dpa) 11:32 Uhr – Zur frühzeitigen Erkennung von Lungenkrebs arbeitet ein Forschungsverbund aus Thüringen und Bayern an einem Diagnoseverfahren, bei dem ausgeatmete Luft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz auf Krankheitsanzeichen analysiert werden soll. Ziel sei die Entwicklung eines mobilen Atemdiagnosegerätes, das für eine schnelle erste Krebsdiagnose und zur Folgekontrolle in Kliniken und Arztpraxen eingesetzt werden kann, teilte die am Verbund beteiligte Technische Universität (TU) Ilmenau mit. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro.
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts wurde die Diagnose allein im Jahr 2022 bei rund 56.000 Menschen gestellt. Häufig verläuft die Erkrankung tödlich. Bisher gängige Diagnoseverfahren, etwa eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder eine Spiegelung der Luftwege (Bronchoskopie), sind mit Strahlenbelastung oder einem Eingriff verbunden. Von der Untersuchung der Ausatmungsluft erhoffen sich die Forscher ein für die Patienten schonenderes Verfahren.
Das Forschungsprojekt „BreathObserver“ ist auf drei Jahre angelegt. An dem Forschungsverbund sind auch das Universitätsklinikum Jena sowie Medizin- und Messtechnikhersteller beteiligt. Koordiniert wird der Verbund von der Geratherm Respiratory GmbH im fränkischen Bad Kissingen. Das Unternehmen stellt medizinische Geräte zur Lungendiagnose her.
Stand: 08.12.2025
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20.3. – Millionenförderung für ein neues Asthma-Mittel der LMU
München (LMU) 9:33 Uhr – Die Pharmazeutin Olivia Merkel forscht an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) an Nano-Transportern, die Medikamente gezielt an den Wirkort bringen. Nun bekommt das von ihr mitgegründete LMU-Spinoff „RNhale“ einen hochdotierten Grant des Europäischen Innovationsrates (EIC) in Höhe von 2,5 Millionen Euro, um RNA-Therapeutika zum Einatmen gegen Asthma an die Praxis heranzuführen.
Der Fokus der Forscher liegt auf dem therapeutischen Einsatz kurzer RNA-Abschnitte, die an der Krankheitsentstehung beteiligte Gene in bestimmten Zelltypen stilllegen können. Auf dieser Basis entwickelten Merkel und ihr Team Ansätze für neue Asthma-Therapien, unter anderem gefördert mit einem millionenschweren Starting Grant des Europäischen Forschungsrat (ERC). Sie packten spezifische so genannte siRNA in Nano-Carrier. Diese Carrier lassen sich mittels Sprühtrocknung stabilisieren und zu einem atemgängigen Trockenpulver verarbeiten – und damit zu einem potenziellen Asthma-Therapeutikum.
18.3. – Umsatz der hessischen Chemie bricht ein – Pharma wächst
Frankfurt (dpa/lhe) 13:09 Uhr – Die hessische Chemiebranche kämpft inmitten der Wirtschaftskrise mit einem Umsatzeinbruch. Im vergangenen Jahr sank der Erlös um elf Prozent auf 13,2 Milliarden Euro, während die Produktion nochmals um gut zwei Prozent nachgab. „Die Alarmzeichen stehen weiterhin auf Rot“, sagte Oliver Coenenberg, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbands Hessen Chemie. Seit 2021 sei die Produktion um 28 Prozent eingebrochen.
Die Folgen seien gravierend: „Investitionen werden zurückgefahren, Produktionskapazitäten gedrosselt und Arbeitsplätze abgebaut.“ Gut 90 Prozent der Branchenfirmen erwarteten erst 2026 eine deutliche Erholung ihrer Geschäfte, sagte Coenenberg mit Blick auf eine Verbandsumfrage.
Während die klassische Chemie tief in der Krise steckt, kann die Pharma-Industrie zulegen - obwohl der Boom rund um Corona-Impfstoffe abgeebbt ist. Der Pharma-Umsatz wuchs 2024 um acht Prozent auf gut 18 Milliarden Euro, die Produktion legte um 1,5 Prozent zu. Allerdings könnten Zollkonflikte mit den USA schwere Folgen haben, warnte der Verband. Hessen exportiere Pharma-Erzeugnisse im Wert von rund drei Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten.
Köln (Leybold) 10:20 Uhr – Der deutsche Vakuumspezialist Leybold feiert dieses Jahr sein 175-jähriges Bestehen. Im Jahr 1850 von Ernst Leybold in Köln gegründet, hat das Unternehmen zahlreiche Meilensteine und Produktentwicklungen erreicht, zum Beispiel mit dem Grundprinzip der Turbomolekularpumpe (1911) und der Anwendung der Diffusionspumpe (1913), die beide noch heute im Einsatz sind. Auch das 1935 patentierte Gasballastgerät zum Abpumpen von Dämpfen ist noch in Gebrauch.
1913 kam die Vakuummetallurgie dazu: Dr. Wilhelm Rohn, Leiter des physikalischen Prüflabors der W.C. Heraeus GmbH, entwickelte in Hanau ein Verfahren zum Schmelzen hochreiner Metalle im Vakuum, das 1918 patentiert wurde. Wilhelm Carl Heraeus gelang es 1931, Metalle auf Glas zu verdampfen – dies ebnete den Weg für die Vakuumbeschichtungstechnik. In der Folge wurde die Vakuumtechnik zunehmend in der Verfahrenstechnik angewandt.
Im September 2016 übernahm das schwedische Unternehmen Atlas Copco AB mit Sitz in Stockholm 100 Prozent von Oerlikon Leybold Vacuum, das heute Teil des Geschäftsbereichs Vacuum Technique von Atlas Copco ist. In der Mehrmarkengruppe sind rund 53.000 Mitarbeitern und Kunden in über 180 Ländern.
14.3. – Paul-Ehrlich-Preis für Forschung zum Immunsystem vergeben
Frankfurt (dpa/lhe) 13:42 Uhr – Für ihre Erkenntnisse zu einem grundlegenden Signalweg des Immunsystems sind drei Forscher mit dem Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis geehrt worden. Die Auszeichnung wurde in der Frankfurter Paulskirche übergeben. Die drei Forscher teilen sich das Preisgeld von 120.000 Euro. Ausgezeichnet wurden die aus Deutschland stammende Medizinerin Andrea Ablasser, die in Lausanne arbeitet, der Virologe Glen Barber aus Columbus/Ohio und der Biochemiker Zhijian James Chen aus Dallas.
Sie werden für ihre Forschungen zum sogenannten cGAS-STING-Signalweg geehrt. Dieser sei die Alarmanlage, die anschlägt, wenn DNA bei Infektionen, Krebs oder zellulärem Stress in das Plasma einer Zelle eindringt, wie der Stiftungsrat der Paul-Ehrlich-Stiftung in Frankfurt erläuterte. Die Alarmanlage rufe die Polizei des angeborenen Immunsystems auf den Plan.
Der mit 60.000 Euro dotierte Nachwuchspreis ging an den Biologen Tobias Ackels von der Universität Bonn für seine Forschungen zum Geruchssinn von Säugetieren.
14.3. – Mehrheit der EU-Staaten für Lockerung von Gentechnik-Regeln
Brüssel (dpa) 12:37 Uhr – Eine Mehrheit der EU-Staaten hat sich für weniger strenge Gentechnik-Regeln ausgesprochen. Vertreter der EU-Staaten gaben in Brüssel ihre Zustimmung zu einem entsprechenden Kompromiss, wie die polnische Ratspräsidentschaft mitteilte. Dem Vorhaben muss auch das Europaparlament zustimmen. Mit den Abgeordneten können nun Verhandlungen über einen finalen Kompromiss beginnen.
Die EU-Kommission hatte die Lockerung im Sommer 2023 vorgeschlagen. Im Kern geht es darum, Hürden für die Erforschung und den Verkauf von genetisch veränderten Pflanzen zu senken. Ein Teil des Vorschlags sieht deshalb vor, Kennzeichnungspflichten zu lockern.
Dann müsste im Supermarkt nicht angegeben werden, wenn Pflanzen, die mit bestimmten Gentechnikverfahren verändert wurden, für oder als Lebensmittel verwendet werden. Dabei geht es um Veränderungen, die auch durch natürliche Züchtungen hätten erzielt werden können. Den Angaben zufolge könnten einzelne EU-Staaten aber nach dem nun gefunden Kompromiss – im Gegensatz zum ursprünglichen Kommissionsvorschlag – den Anbau von stärker veränderten Pflanzen verbieten.
Kritiker bemängeln geringere Transparenz und wenig Möglichkeiten für Verbraucher, eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen. Die Kennzeichnung von Produkten, bei denen Gentechnikeinsatz auf den Verpackungen angegeben wird, hatten Konsumenten bislang abgeschreckt. Dem Forsa-Ernährungsreport von 2024 zufolge gaben 64 Prozent der Befragten an, ihnen sei ein Hinweis auf gentechnikfreie Lebensmittel sehr wichtig. Vor zehn Jahren waren es jedoch noch 83 Prozent. Zudem befürchtet man, dass die Bio-Landwirtschaft durch die neuen Regeln geschwächt werden könnte, während Großkonzerne etwa über Patente mehr Einfluss auf die Lebensmittelindustrie bekommen könnten.
Befürworter der Lockerungen sehen hingegen ein großes Potenzial in verändertem Obst und Gemüse. Dabei geht es etwa um allergenfreie Erdnüsse, Pflanzen, die mit den Folgen des Klimawandels besser zurechtkommen oder mehr Ertrag und Nährstoffe liefern. Zahlreiche Wissenschaftler befürworten eine Lockerung für die neuen Gentechnikverfahren und schätzen gesundheitliche Risiken als unwahrscheinlich ein.
Frankfurt/Main (dpa) 10:24 Uhr – Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie sieht nach einem schwierigen Jahr 2024 noch keine Trendwende. Die Produktion dürfte 2025 stagnieren und der Umsatz leicht um ein Prozent auf 219 Milliarden sinken, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt mit. Während die Produktion in der Chemie nochmals um zwei Prozent schrumpfen dürfte, läuft es in der Pharmabranche besser: Hier erwartet der Branchenverband ein Plus von zwei Prozent. VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup forderte ein schnelles Handeln der Politik. „Es gibt keine Schonfrist für die neue Bundesregierung, sie muss jetzt liefern.“ Ohne Industrie sei alles nichts.
2024 sank der Umsatz in der Chemie- und Pharmabranche gemessen am Vorjahr um zwei Prozent auf 221 Milliarden Euro. Die Produktion legte trotz kräftiger Rückgänge im Schlussquartal um ein Prozent zu. Während die Geschäfte der Chemie am Heimatmarkt schlecht liefen, wuchsen sie zum Jahresende in Nordamerika. Gefragt waren Pharmazeutika, Wasch- und Körperpflegemittel. Die Beschäftigung stieg 2024 trotz der Branchenkrise minimal auf rund 480.000 Menschen, so der VCI. Zuwächse in der Pharmaindustrie, die von guten Exportgeschäften in Asien und den USA profitiert, glichen Jobverluste in der Chemie aus. Auch eine Insolvenzwelle sei nicht abzusehen, sagte Große Entrup.
Die energieintensive Chemiebranche, die drittgrößte Industriebranche Deutschlands nach dem Auto- und Maschinenbau, leidet unter hohen Energiepreisen und der Konjunkturflaute. Industrieunternehmen drosseln die Produktion, was die Nachfrage nach Chemieerzeugnissen dämpft. Im Kampf gegen die Branchenkrise haben Chemiekonzerne wie BASF und Evonik große Umbauprogramme verkündet, streichen Jobs und legen Anlagen still.
7.3. – Zahl der Frauen in MINT-Fächern an bayerischen Unis
Fürth (dpa/lby) 11:12 Uhr – An Bayerns Hochschulen steigt der Anteil der Frauen in den so genannten MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Zahl der Studienanfängerinnen in diesen Bereichen habe sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, teilte das Statistische Landesamt mit Sitz in Fürth zum Weltfrauentag am Samstag mit. Die Zahl der Erstsemester-Studentinnen sei in diesem Zeitraum von 4.553 auf 10.091 gewachsen. Besonders angestiegen sei der Frauenanteil bei den Erstimmatrikulationen in Physik/Astronomie, Ingenieurwesen und Informatik.
Dennoch überwiegen im Hörsaal weiterhin deutlich die Männer. Der Anteil der Frauen habe sich zwar erhöht, bei den Erstimmatrikulationen im Wintersemester 2023/24 habe er unter dem Strich aber nur bei 34,6 Prozent gelegen. Ähnlich hoch war der Anteil der Frauen bei den Hochschulprüfungen in den Fächern. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Fächern. In Pharmazie, Biologie und Architektur/Innenarchitektur liegt der Anteil der Frauen dem Statistikamt zufolge über dem der Männer.
Darmstadt (dpa) 11:56 Uhr– Der Darmstädter Technologie- und Pharmakonzern Merck profitiert vom Boom um Künstliche Intelligenz und bereitet sich zugleich auf drohende neue US-Zölle vor. Die Vereinigten Staaten seien mit mehr als 14.000 Merck-Beschäftigten vor Ort und über 70 Standorten sehr wichtig für das Geschäft, sagte Vorstandschefin Belen Garijo bei der Bilanzpressekonferenz in Darmstadt. Damit arbeiten mehr Menschen in den USA für Merck als am Konzernsitz in Darmstadt mit gut 12.000 Beschäftigten. Merck spiele alle Szenarien durch und versuche, Lieferketten möglichst regional aufzustellen, sagte Garijo. Von den neuen US-Zöllen für Einfuhren aus Mexiko und Kanada sei Merck nicht betroffen, mit den Zöllen gegen China könne man umgehen.
Im vergangenen Jahr machte sich das Engagement von Merck im Halbleitergeschäft bezahlt. Der Konzern verzeichnete einen starken Umsatzanstieg bei Materialien, die etwa in Hochleistungschips für KI eingesetzt und stark nachgefragt werden. Zudem wuchs das Geschäft mit Arzneien insbesondere gegen Krebs, sodass der Dax-Konzern seinen Umsatz leicht um 0,8 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro steigern konnte. Merck hatte in den vergangenen Jahren mehrere Zukäufe gestemmt, um in das Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen für die Halbleiterindustrie einzusteigen. Besonders gefragt sind nun Materialien, die in Chips mit den höchsten Rechenleistungen bei zugleich geringerem Energieverbrauch zum Einsatz kommen.
Seit dem zweiten Halbjahr stehen auch die Zeichen in Mercks Laborsparte wieder auf Aufschwung, nachdem der Bereich nach dem Corona-Boom lange unter schwacher Nachfrage gelitten hatte. Damit geht es bei Merck nach einem schwierigen Vorjahr wieder aufwärts; dabei verlief das Schlussquartal überdurchschnittlich stark. 2024 hielt der Konzern seine Kosten im Griff. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg um 3,3 Prozent auf fast 6,1 Milliarden Euro. Wegen höherer Steuern verdiente Merck unterm Strich mit knapp 2,79 Milliarden Euro aber rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr.
Dieses Jahr will Vorstandschefin Garijo Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Merck sei bestens aufgestellt, um von globalen Trends, darunter Halbleiter für das KI-Zeitalter, zu profitieren. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 2,20 Euro je Anteil bekommen.
5.3. – Evonik-Chef Kullmann sieht Konzern gegen US-Zölle geschützt
Essen (dpa) 14:48 Uhr – Evonik-Chef Christian Kullmann sieht den Chemiekonzern gegen US-Zölle geschützt. Rund 80 Prozent der in den USA verkauften Produkte würden auch dort hergestellt, sagte Kullmann bei der Jahrespressekonferenz in Essen. Gegenüber Handelshemmnissen sei man gut geschützt, „weil wir bereits hinter den Schutzzöllen sind und nahe bei unseren Kunden und deshalb dort von solchen Schutzzöllen im Zweifel sogar profitieren würden“.
Evonik erwirtschaftet nach Kullmanns Angaben in Nord-, Mittel und Südamerika insgesamt 30 Prozent seines Umsatzes und beschäftigt in dieser Region rund 5.000 Menschen, die meisten davon in den USA. Konzernweit beschäftigte das Unternehmen Ende 2024 gut 31.900 Menschen, etwa 1.500 weniger als ein Jahr zuvor.
Die Regierung der USA bezeichnet Kullmann als einen verlässlichen und stabilen Gesprächspartner. Man wisse, dass die Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika durch die neue Regierung „recht robust wahrgenommen und ausgedrückt“ werden. Für Evonik sei dies betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich aber kein Problem.
Im abgelaufenen Jahr profitierte der Konzern von Sparmaßnahmen und der Ausrichtung auf profitablere Spezialchemie-Geschäfte. Zudem verkaufte sich das Tierfutter-Eiweiß Methionin gut. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 25 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro.
In den kommenden Jahren will Evonik die Konzernstruktur grundlegend umbauen. Die bisherigen Geschäftsbereiche werden ab April 2025 in zwei neuen Sparten „Custom Solutions“ und „Advanced Technologies“ aufgehen. Durch den Schritt fällt eine komplette Führungsebene im Konzern weg. Das Unternehmen soll insgesamt schneller, schlanker und profitabler werden.
5.3. – Neues Zentrum für Tiefseeforschung in Bremen
Bremen (dpa) 5:01 Uhr – Was passiert in den Tiefen der Meere? Die Wissenschaft soll mit einem neuen Zentrum für Tiefseeforschung (ZfT) an der Universität Bremen vorangetrieben werden. Das Gebäude mit Büros, spezialisierten Laboren, einer Halle zur Wartung von Forschungsgeräten und einem zusätzlichen Kühllager für Bohrkerne aus dem Ozean wird heute eröffnet.
Zum Zentrum gehört auch ein neuer Tauchroboter, der nach Angaben der Universität bald im Atlantik eingesetzt werden soll. Er kann bis zu 5.000 Meter tief tauchen. „Ferngesteuerte Tauchroboter gelten als Arme und Augen der Forschung in der Tiefsee“, erklärt eine Sprecherin der Universität.
Obwohl die Ozeane mehr als 70 Prozent der Erde bedecken, ist die Tiefsee nach Angaben der Universität wissenschaftlich bisher kaum untersucht. Dabei wirken in der Tiefe geologische, physikalische, biologische und chemische Prozesse, die Auswirkungen auf das Klima haben. Außerdem lauern in den Ozeanen Naturgefahren. Der Klimawandel, der Anstieg des Meeresspiegels und die Energiegewinnung aus dem Meer seien Herausforderungen für die Forschung.
Ursprünglich sollte das Forschungszentrum rund 38 Millionen Euro kosten, Bund und Land sollten sich die Ausgaben teilen. Die Pandemie und der Ukraine-Krieg führten zu Lieferengpässen und Verzögerungen. Am Ende schnellten die Kosten auf 50,5 Millionen Euro, wie das Wissenschaftsressort mitteilt. Davon wurden 19 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und 31,5 Millionen Euro vom Land Bremen.
3.3. – EU-Kommission: Verschmutzung in Europa zu hoch
Brüssel/Kopenhagen (dpa) 12:25 Uhr – Lärm, Mikroplastik, Abfall: Menschen und Umwelt leiden unter nach wie vor unter zu hoher Verschmutzung in der EU. Das geht aus einem neuen Bericht der EU-Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EEA) hervor. Zwar seien Fortschritte erreicht worden, jedoch seien „wesentlich stärkere Maßnahmen“ erforderlich, um selbst gesteckte Ziele zu erreichen.
Dem Bericht zufolge sind etwa insbesondere Städte von gesundheitsschädlichem Verkehrslärm betroffen. Der Anteil der Menschen, die chronisch durch Verkehrslärm gestört werden, soll bis 2030 eigentlich um 30 Prozent gesenkt werden, seit 2017 wurde jedoch nur ein Rückgang von zwei Prozent erreicht.
Die Luft sei zwar insgesamt sauberer geworden, doch „ist die Zahl der Todesfälle durch verschmutzte Luft nach wie vor zu hoch“, teilte die Kommission mit. Auch Mikroplastik bleibt den Angaben nach ein Problem. Die künstlichen Partikel entstehen etwa durch Reifenabrieb oder gelangen beispielsweise durch Textilien oder Kosmetikprodukte in die Umwelt. Die Freisetzung von Mikroplastik in die Umwelt hat dem Bericht zufolge seit 2016 um rund sieben bis neun Prozent zugenommen. Ziel ist, dass sie bis 2030 um 30 Prozent sinken soll.
Zudem wachse das Abfallaufkommen in der EU weiter. Trotz Bemühungen um eine Kreislaufwirtschaft - also beispielsweise mehr Recycling und Wiederverwendung - nehme die Menge an produziertem Müll nicht ab. Auch Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft sind dem Bericht zufolge weiter hoch.
3.3. – „Forschungschemikalien“: Polizei warnt vor neuer Partydroge
Erfurt (dpa/th) 11:28 Uhr – Partygänger sollten nach Einschätzung der Thüringer Polizei die Finger von so genannten Forschungschemikalien lassen. Mit diesen auch „Research Chemicals“ genannten Stoffen habe es in verschiedenen Bundesländern und im europäischen Ausland zuletzt Vergiftungen und mehrere Todesfälle gegeben, warnte die Polizei auf der Plattform X.
In Thüringen gebe es zwar aktuell keinen konkreten Fall, aber Anzeichen, dass der Trend auch im Freistaat angekommen sei, sagte ein Sprecher. Es handle sich um Substanzen, die etwa in der Partyszene konsumiert werden. Probleme bereiteten in Thüringen aber vor allem schon bekannte Drogen wie etwa Crystal Meth.
Die „Forschungschemikalien“ werden laut Polizei in Online-Shops im Internet frei verkauft. „Wir warnen eindringlich vor dem Konsum solcher psychoaktiver Stoffe, da von ihnen eine unkalkulierbare Gefahr ausgeht“, hieß es in dem Beitrag auf X. Bereits geringe Überdosierungen könnten zu schweren gesundheitlichen Folgen bis zum Tod führen. Außerdem seien die Wechselwirkungen mit Alkohol oder anderen Drogen nicht abschätzbar.