29.4. – Zweimal Piks im gleichen Arm: Bessere Wirkung bei Impfungen
Sydney (dpa) 5:01 Uhr – Corona-Impfungen zeigen eine bessere Wirkung, wenn die benötigten Impfdosen in den gleichen Arm verabreicht werden. Das ist das Ergebnis einer im Fachblatt „Cell“ veröffentlichten Studie einer Gruppe um Tri Phan von der Universität New South Wales in Sydney und dem australischen Forschungsinstitut Garvan Institute of Medical Research. „Dies ist eine grundlegende Entdeckung darüber, wie sich das Immunsystem organisiert, um besser auf äußere Bedrohungen reagieren zu können - die Natur hat sich dieses geniale System ausgedacht und wir beginnen gerade erst, es zu verstehen“, betont Phan in einer Mitteilung.
Bei Impfungen werden eine harmlose Version eines Krankheitserregers oder nur ein Teil davon in den Körper gebracht. Das Forschungsteam entdeckte, dass so genannte B-Gedächtniszellen, die zur Erkennung von Krankheitserregern entscheidend sind, in jenen Lymphknoten bleiben, die der Einstichstelle am nächsten liegen. Bei einer Auffrischimpfung an derselben Stelle konnten die B-Gedächtniszellen somit besser aktiviert werden, um passende Antikörper zu bilden.
Für die Studie untersuchten die Forschenden zunächst Mäuse. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse wurden dann mit menschlichen Probanden und dem Corona-Impfstoff von Biontech überprüft – 20 bekamen ihre Booster-Dosis in den gleichen Arm wie die erste Dosis, 10 bekamen die zweite Dosis in den anderen Arm als beim ersten Mal. „Diejenigen, die beide Dosen in den gleichen Arm bekamen, entwickelten deutlich schneller Antikörper gegen Sars-CoV-2 – innerhalb der ersten Woche nach der zweiten Dosis“, wird Co-Autorin Alexandra Carey-Hoppé von derselben Universität zitiert.
Ihre Kollegin Mee Ling Munier gibt jedoch Entwarnung für alle bereits Geimpften, was die langfristigere Wirkung angeht: „Wenn Sie Ihre Corona-Impfungen in unterschiedliche Arme bekommen haben, machen Sie sich keine Sorgen - unsere Forschung zeigt, dass die Unterschiede im Schutz über die Zeit hinweg abnehmen.“ In einer Pandemie könne es jedoch für die Immunität der Bevölkerung eine entscheidende Rolle spielen, wie schnell der Schutz sich entwickle.
Darmstadt (dpa) 9:45 Uhr – Der Darmstädter Merck-Konzern stärkt sein Geschäft mit Krebsmedizin mit einer milliardenschweren Übernahme in den USA. Das Dax-Unternehmen zahlt drei Milliarden Euro für die Biotech-Firma Springworks Therapeutics oder 47 US-Dollar je Springworks-Aktie. Für Merck ist es die größte Übernahme seit Jahren.
Merck-Chefin Belén Garijo bezeichnete den Deal als richtungsweisend. „Im Unternehmensbereich Healthcare schärfen wir mit dem Zukauf unsere Fokussierung auf seltene Tumoren, beschleunigen das Wachstum und stärken unsere Präsenz in den USA.“ Die Übernahme soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Zuvor müssen die Aktionäre von Springworks und die Behörden zustimmen.
Springworks mit Sitz im US-Bundesstaat Connecticut wurde 2017 vom Pharmariesen Pfizer abgespalten. Das Unternehmen konzentriert sich auf Therapien gegen seltene Tumore und Blutkrebs und hat bereits ein in den USA zugelassenes Medikament zur Behandlung von fortschreitenden Weichteiltumoren. Es könnte bald auch in der EU die Zulassung bekommen. Merck will bei seltenen Tumoren eine Führungsposition aufbauen und sieht dort eine große Therapielücke. Erst vergangene Woche hatte der Pharma- und Technologiekonzern von „weit fortgeschrittenen Gesprächen“ mit Springworks berichtet.
Mercks Pharmasparte wuchs zuletzt zwar wieder solide. Der Konzern steht aber unter Druck, neue Medikamente auf den Markt zu bringen. Mehrere Hoffnungsträger, die Merck Milliarden in die Kassen spülen sollten, sind in klinischen Studien gescheitert. Merck hatte sich deshalb verstärkt darauf verlegt, mit anderen Unternehmen Lizenzen für die Vermarktung von deren Medikamenten abzuschließen, zuletzt aber wieder Übernahmen ins Auge gefasst. Auch nach dem geplanten Zukauf von Springworks bleibe Merck in der Lage, weitere „größere Transaktionen“ zu stemmen, betonte Vorstandschefin Garijo.
Stand: 08.12.2025
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Die letzte große Übernahme hatte Merck 2019 mit dem US-Halbleiterzulieferer Versum Materials im Wert von rund 5,8 Milliarden Euro gestemmt. Größter Zukauf in der Unternehmensgeschichte war der US-Laborausrüster Sigma-Aldrich, den Merck 2015 für 13 Milliarden Euro übernahm.
23.4. – Horiba erhält das BSFZ-Siegel für Innovationskompetenz
Oberursel (Horiba) 14:13 Uhr – Die Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) hat Horiba, Anbieter von Mess- und Prüflösungen, mit dem Siegel für „Eigenbetrieblich durchgeführte F&E-Vorhaben als Nachweis für innerbetriebliche F&E-Leistungen“ für das Jahr 2024 ausgezeichnet. Unternehmen können das Siegel erhalten, wenn sie über die Forschungsprämie förderfähig sind. Dies ist zutreffend, wenn die BSFZ bestätigt, dass sie Forschung und Entwicklung betreiben. Das Siegel wird ausschließlich vom Institut direkt vergeben.
Der Erhalt des Siegels ist ein Nachweis für die Innovationskraft und das Engagement von Horiba im Bereich Forschung und Entwicklung. Es bestätigt die kontinuierlichen Bemühungen des Unternehmens, Lösungen zu entwickeln, die über die Marktstandards hinausgehen und nachhaltige, zukunftsorientierte Ergebnisse liefern, heißt es in einer Pressemeldung.
18.4. – Beträchtliche Feinstaub-Emissionen durch Osterfeuer
Berlin (dpa) 5:01 Uhr – Die in weiten Teilen Deutschlands gängigen Osterfeuer verursachen nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) ähnlich hohe Feinstaubemissionen wie die Feuerwerke an Silvester. Bei Brauchtumsfeuern, zu denen insbesondere Osterfeuer zählen, entstanden demnach im Jahr 2023 schätzungsweise 1.200 Tonnen des Feinstaubs PM2,5 - also mit einem Durchmesser bis 2,5 Mikrometer, Tausendstel Millimeter. Beim Silvesterfeuerwerk waren es demnach 1.150 Tonnen.
„Feinstaub schadet unabhängig der vorhandenen Konzentrationshöhe der Gesundheit“, heißt es in einer Mitteilung des Bundesamts. Die feinen Partikel können durch Nase und Mund in die Lunge gelangen und je nach Größe die Lungenbläschen und den Blutkreislauf erreichen und schädigen.
Schätzungen gehen von bundesweit 10.000 bis 20.000 Osterfeuern pro Jahr aus. Die Feinstaubbelastung variiere je nach Größe und Anzahl der Feuer sowie der verbrannten Materialien, schreibt die Behörde weiter. Besonders verbreitet sind sie demnach in ländlichen Gebieten und in Regionen mit starken Brauchtumstraditionen, wie in Norddeutschland. In städtischen Gebieten gebe es oft größere, zentral organisierte Osterfeuer.
An die großen Verursacher von PM2,5-Feinstaub reichen aber weder Osterfeuer noch Silvesterfeuerwerk heran: Der Straßenverkehr verursachte 2023 laut Bundesamt 16.300 Tonnen davon, die Holzfeuerung
16.4. – Umweltministerium: Atom-Endlager „Konrad“ nicht gefährdet
Berlin (dpa) 14:44 Uhr –Das Bundesumweltministerium sieht die Einlagerung von radioaktiven Stoffen im niedersächsischen Schacht Konrad trotz Hürden bei der Genehmigung nach eigenen Angaben nicht als gefährdet an. „Im Moment wird das Endlager Konrad fertiggestellt und die Inbetriebnahme vorbereitet“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage von Journalisten.
Die für den Prozess verantwortliche Bundesgesellschaft für Endlagerung gehe davon aus, „dass die Inbetriebnahme Anfang der 30er Jahre starten wird“, hieß es. Das Bundesumweltministerium als oberste Atomaufsichtsbehörde sei zuversichtlich, dass mit Beginn der Einlagerung auch „einlagerungsfähige Gebinde“, also Abfallbehälter, für die Endlagerung im Schacht Konrad zur Verfügung stehen würden, stellte der Sprecher weiter klar. Es seien, Stand jetzt, „keine neuen Zwischenlagerkapazitäten“ erforderlich, um mögliche Verzögerungen aufzufangen.
Zuvor hatten am Mittwoch bekanntgewordene Recherchen des Bayerischen und Norddeutschen Rundfunks Zweifel daran aufkommen lassen, dass der Zeitplan für die Einlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen im Schacht Konrad Anfang der 30er Jahre eingehalten werden kann. Unter anderem mit Verweis auf wasserrechtliche Genehmigungshürden berichteten die Sender, dass sich die Einlagerung von Atomabfällen in dem stillgelegten Eisenerz-Bergwerk um Jahre verzögern oder gar gänzlich gefährdet sein könnte.
Hintergrund der jetzigen Problematik sei eine Änderung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2023, die erneute Nachweise zur Einhaltung von Grenzwerten nötig mache, erläuterte der Sprecher weiter. Dies sei aber auch „nichts Neues“ und in der Vergangenheit immer wieder gelungen. Es gehe dabei beispielsweise um den Nachweis, dass bestimmte Chemikalien nur in sehr begrenzten Mengen aus den eingelagerten Abfallbehältern austreten und das Grundwasser belasten können.
16.4. – Lauterbach: Pandemien können künftig leichter abgewendet werden
Berlin (dpa) 14:21 Uhr – Eine weltweite Ausbreitung tödlicher Viren wie etwa Corona kann nach der Erwartung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach künftig früher eingedämmt oder sogar verhindert werden. Grund sei die Einigung von über 190 Staaten unter dem Dach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Pandemievertrag. „Diese Einigung kann ohne Übertreibung als historisch bewertet werden“, sagte der SPD-Politiker in Berlin.
Informationen über Viren oder andere Erreger mit Pandemie-Potenzial würden künftig schneller international geteilt. Eine schnellere Gegenreaktion wäre dann möglich. „Und da steigt einfach die Wahrscheinlichkeit, dass ein lokaler Ausbruch nie zu einer Pandemie wird, wenn man so ein Abkommen hat“, so Lauterbach.
Mit dem neuen Vertrag verpflichten sich Länder, ihre Gesundheitssysteme und die Überwachung des Tierreichs zu stärken. Krankheitsausbrüche sollen schnell entdeckt und möglichst im Keim erstickt werden. Der WHO-Vertrag soll zudem chaotische Zustände bei der Beschaffung von Schutzmaterial und eine ungerechte Verteilung von Impfstoffen verhindern.
14.4. – Experten: Trumps Forschungsfeindlichkeit hat Folgen für Alle
Berlin (dpa) 4:01 Uhr – US-Präsident Donald Trump gilt nicht als Freund von Bildung und Wissenschaft. Etliche Stellenstreichungen und Budgetkürzungen wurden für die US-Forschung festgelegt, zudem kehrte sich Trump von der Weltgesundheitsorganisation und dem Pariser Klimaabkommen ab. „Die Auswirkungen sind nicht auf die USA begrenzt, denn Wissen und Wissenschaft sind global vernetzt“, betont Sven Grimm vom German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn.
Kürzungen etwa bei den US-Gesundheitsbehörden NIH und CDC erhöhten die globalen Risiken für die Ausbreitung von Infektionskrankheiten, erklärte Grimm. „Insbesondere im südlichen Afrika, aber auch weit darüber hinaus dürfte dies schwerwiegende Folgen für die individuelle Gesundheit und für Gesundheitssysteme haben - und für die Entwicklungsmöglichkeiten von Gesellschaften.“
Mit den erfolgten und angekündigten Maßnahmen werde die Aufgabe der Wissenschaft unterminiert, verlässliches, unabhängiges Wissen für die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, sagte Katrin Böhning-Gaese vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. „Wenn zum Beispiel die Toxizität von Chemikalien nicht mehr bekannt ist, dann ist die Gesundheit der Menschen lokal und global gefährdet.“
Als ein weiteres Beispiel nennt Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen, das Vogelgrippe-Virus H5N1 in den USA, das dort unter anderem bei Rindern kursiert. Bei den ersten Fällen in Texas habe die dortige republikanische Regierung die Untersuchungen massiv beeinflusst, indem sie etwa Analysen von Milchproben verhinderte, erklärte der Virologe. Erst seitdem das Virus in Kalifornien angekommen sei, einem von den Demokraten regierten Staat, habe die Wissenschaft wichtige Virussequenzen.
Lisa Schipper, Professorin für Entwicklungsgeographie an der Universität Bonn, sieht die Entwicklungen in den USA als verheerend an - aber auch als Chance. Bisher habe die US-Wissenschaft die globale Forschung dominiert, zum Beispiel sei von US-Forschern durchgeführte Klimaforschung tendenziell am häufigsten zitiert worden. „Ein Lichtblick könnte sein, dass andere Stimmen aus aller Welt mehr Aufmerksamkeit erhalten“, erklärte Schipper. „Insbesondere aus Entwicklungsländern, in denen umfangreiches Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels, Anpassung und Vulnerabilität vorhanden ist, die aber von den Stimmen aus den USA und anderen Ländern des Globalen Nordens bislang übertönt werden.“
13.4. – Chemiebranche schöpft Hoffnung aus Koalitionsvertrag
Baden-Baden (dpa/lsw) 4:01 Uhr –Die in Baden-Württemberg stark vertretene und zuletzt kriselnde Chemie- und Pharmaindustrie setzt große Hoffnungen auf die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben von Union und SPD. „Wir sehen grundsätzlich große Chancen, dass ein Comeback des Wirtschaftsstandorts Deutschlands realisiert werden könnte“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie Baden-Württemberg, André Olveira-Lenz. Allerdings schwebe über allem das Damoklesschwert der Finanzierungsfrage.
So sei etwa zu begrüßen, dass im Koalitionsvertrag der Industriestrompreis als Entlastung genannt wird - allerdings nur in Klammern. Auch die Senkung der Netzentgelte und Stromsteuer müsse zügig umgesetzt werden, damit die energieintensive Chemiebranche konkurrenzfähig bleibe. Da 90 Prozent der Industriegüter chemische Vorprodukte hätten, sei dies für die gesamte Wirtschaft relevant, machte Olveira-Lenz deutlich.
Im Koalitionsvertrag heißt es unter anderem: „Wir werden Deutschland zum weltweit innovativsten Chemie-, Pharma- und Biotechnologiestandort machen. Gemeinsam mit Ländern, Unternehmen und Gewerkschaften werden wir eine Chemieagenda 2045 erarbeiten.“ Dass der Fokus auf der Branche liegt, sei gut, sagte Olveira-Lenz. Es dürfe aber nicht bei wohlklingenden Worten bleiben.
10.4. – Qualität der EU-Böden soll besser überwacht werden
Brüssel (dpa) 9:22 Uhr –Weil es vielen Böden in der EU schlecht geht, soll deren Zustand künftig genauer überwacht werden. Unterhändler der EU-Länder und des Europaparlaments einigten sich darauf, dass die EU-Staaten die Gesundheit der Böden anhand einheitlicher Indikatoren erfassen. Den Angaben zufolge soll sich auf erste Schritte geeinigt worden sein, Pestizide und so genannte Ewigkeitschemikalien in diesem Rahmen zu erfassen.
Wie das Europaparlament betonte, sind schätzungsweise 60 bis 70 Prozent der europäischen Böden unter anderem wegen intensiverer Landwirtschaft und des Klimawandels in schlechtem Zustand. Es entstehe nach Angaben der EU-Kommission ein Schaden von mindestens 50 Milliarden Euro pro Jahr. Laut EU-Staaten sind gesunde Böden die Grundlage für 95 Prozent der Lebensmittel, die wir essen, und beherbergen mehr als ein Viertel der biologischen Vielfalt der Welt.
Auf Bauern, Förster und andere Landbesitzer kommen laut Parlament aber keine neuen Verpflichtungen zu. Stattdessen seien die EU-Länder verpflichtet, sie bei der Verbesserung der Bodengesundheit und der Widerstandsfähigkeit des Bodens zu unterstützen. Dazu zählten etwa Beratungen und Schulungsmaßnahmen.
7.4. – Millionenpreis für Therapieansätze gegen Hirnerkrankungen
Bad Homburg (dpa/lhe) 12:08 Uhr – Ihre Forschung trägt zu Behandlungsansätzen für Hirnerkrankungen wie die Huntington-Erkrankung bei: Dafür erhält die in den USA lebende Wissenschaftlerin Anastasia Choworowa den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Else Kröner Fresenius Preis für medizinische Forschung.
Wie die Else Kröner-Fresenius-Stiftung in Bad Homburg mitteilte, soll das Preisgeld der Forscherin dabei helfen, neuartige RNA-Moleküle zu entwickeln, die die Produktion von toxischen Proteinen im Gehirn verhindern können. Diese seien die Ursache für viele neurodegenerative Erkrankungen wie Huntington, eine seltene und tödlich verlaufende Erkrankung mit zunehmenden Bewegungsstörungen und Beeinträchtigung der Atmung.
Choworowa promovierte in Moskau, Mitte der 1990er Jahre siedelte sie nach Angaben der Stiftung in die USA über. Dort arbeitet sie seit 2010 als Professorin an der UMass Chan Medical School in Worcester im Bundesstaat Massachusetts. Der Preis soll ihr am 15. Mai im Städel Museum in Frankfurt am Main überreicht werden.
7.4. – DHL investiert in Thermofahrzeuge für bessere Life-Sciences-Logistik
Bonn (DHL) 9:31 Uhr – Die DHL Group hat strategische Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro über die nächsten fünf Jahre angekündigt, um so die Logistikkompetenzen im Bereich Life Sciences und Healthcare zu verbessern. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auf dem Ausbau der hochwertigen Infrastrukturen und Technologien über alle logistischen Touchpoints hinweg – von Lagerhaltung, Fulfillment und Distribution bis hin zu weltweitem Versand und Zustellung auf der letzten Meile. Ein erheblicher Teil der Investition wird in den Aufbau neuer bereichsübergreifender GDP-zertifizierter Pharma-Hubs für temperaturgeführte Transporte, in die Erweiterung der Kühlkettenkapazität an bestehenden Standorten und in den Kauf neuer Kühl- und Thermofahrzeuge fließen. Außerdem werden sowohl passive als auch aktive Verpackungslösungen optimiert – für eine nachhaltigere Zustellung.
Angesichts des wachsenden Bedarfs in wichtigen Bereichen wie Klinische Studien, Biopharma und Zell- und Gentherapien investiert DHL auch in hochwertige, spezialisierte Kühlinfrastruktur, die niedrige und ultraniedrige Temperaturbereiche abdeckt. Zusätzlich wird der Konzern moderne IT-Systeme implementieren, die durchgängig für Transparenz sorgen, die Produktqualität sicherstellen und die Einhaltung aller gesetzlicher Bestimmungen gewährleisten.
6.4. – Stopfleber aus dem Labor: Foie Gras ohne Tierquälerei
Mainz (dpa) 4:01 Uhr – Manche schätzen sie als kulinarische Spezialität, andere lehnen sie wegen der damit verbundenen Tierquälerei rigoros ab. Zur Herstellung von Foie Gras, in Deutschland auch Stopfleber genannt, wird Enten und Gänsen massenhaft kalorienreiche Nahrung durch ein Rohr in den Magen gepresst. Das lässt die Leber stark anschwellen und ihren Fettgehalt steigen. In vielen Ländern ist diese Praxis verboten – darunter auch Deutschland und die Schweiz. Ein deutsch-dänisches Forschungsteam präsentiert nun eine Methode, eine Foie-Gras-ähnliche Pastete ohne Stopfmast zu erzeugen.
„Es war schon immer ein Ziel, den Geschmack und die Textur von echter Foie Gras zu reproduzieren und dabei das Wohl der Tiere nicht aus den Augen zu verlieren“, erläuterte Studienleiter Thomas Vilgis vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Mit seinem Team wollte der Physiker, selbst Hobbykoch, nicht nur den Geschmack von Enten- und Gänsestopfleber imitieren, sondern auch die Konsistenz und das Mundgefühl beim Essen.
Das ist nach seiner Darstellung nun nach fünfjähriger Forschung gelungen. „Die von uns hergestellte Foie Gras ist von dem herkömmlichen Produkt nicht unterscheidbar“, sagte Vilgis der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich schmecke auch nicht jede Foie Gras identisch, betonte er. Das hänge von vielen Faktoren ab - nicht zuletzt vom in die Tiere gestopften Futter.
Mehr Infos zu der tierfreundlichen Alternative finden Sie in diesem Beitrag:
2.4. – Chemieindustrie: „Kühlen Kopf“ nach US-Zollpaket
Frankfurt/Main (dpa) 23:12 Uhr – Die deutsche Chemieindustrie verlangt von der EU einen „kühlen Kopf“ bei der Reaktion auf die weitreichenden neuen Zölle der USA. „Die USA sind und bleiben ein zentraler Handelspartner für Deutschland“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VCI, Wolfgang Große Entrup, einer Mitteilung zufolge. „Eine Eskalationsspirale würde den Schaden nur vergrößern. Unser Land darf nicht zum Spielball eines ausufernden Handelskrieges werden.“ Die EU müsse in ihrer Reaktion „flexibel und im engen Dialog mit Washington bleiben.“
US-Präsident Donald Trump führt neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten ein. Für viele Länder sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen, wie der Republikaner im Rosengarten des Weißen Hauses ankündigte. Auf Einfuhren aus der Europäischen Union in die Vereinigten Staaten sollen nach Angaben von Trump neue Zölle in Höhe von 20 Prozent greifen.
2.4. – Boehringer kündigt neue Produkte an - Umsatzplus
Ingelheim (dpa) 11:58 Uhr – Ein weiter wachsendes Geschäft mit seit Jahren etablierten Produkten hat dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim im Geschäftsjahr 2024 ein Umsatzplus beschert. Die Erlöse legten konzernweit und währungsbereinigt um 6,1 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Gleichzeitig steckten die Ingelheimer 6,2 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, davon 5,7 Milliarden allein in der Humanpharma, und kündigten für die kommenden Jahre eine Reihe neuer Produkte am Markt an, davon möglicherweise zwei bereits 2025. Hier hofft Boehringer auf das Präparat Zongertinib zur Behandlung von Lungenkrebs sowie Nerandomilast gegen Lungenfibrose.
Bei den Umsätzen entfielen 21,9 Milliarden Euro auf den Bereich Humanpharma, sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Der größte Erlösbringer war einmal mehr das Präparat Jardiance, das allein einen Umsatz von 8,4 Milliarden brachte, über 14 Prozent mehr als im Jahr davor, vor allem mit der Behandlung von Diabetes, Herzinsuffizienz oder chronischen Nierenerkrankungen.
Im laufenden Jahr peilen die Ingelheimer konzernweit einen leichten Umsatzanstieg an. Vor dem Hintergrund möglicher weiterer Zoll-Entscheidungen in den USA verwies Konzernchef Hubertus von Baumbach auf die Unternehmensstrategie, seine Lieferketten zu regionalisieren. Investiert wurde etwa in eine lokale Lieferkette für Jardiance in den USA gemeinsam mit Partnern.