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LABORPRAXIS-Newsticker 2025

Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2025

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31.1. – Deutsche Umwelthilfe startet Eilverfahren gegen Flufenacet-Pestizide

Berlin (DUH) 16:40 Uhr – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) leitet gegen die Zulassung der beiden Flufenacet-haltigen Pestizide Elipris und Tactic Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Braunschweig ein. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte im Oktober 2024 unter anderem aufgrund von Klagen der DUH gegen die beiden Pestizidprodukte den Widerruf der Zulassungen sämtlicher Flufenacet-haltiger Pestizide angekündigt. Die Widerrufe der Zulassungen wurden jedoch immer noch nicht ausgesprochen. Die DUH hat nun Eilverfahren gegen die Zulassung der beiden Produkte eingeleitet.

Das in Elipris und Tactic enthaltene Flufenacet gehörte nach Daten des BVL im Jahr 2023 mit 683 Tonnen mit zu den absatzstärksten Pestizid-Wirkstoffen in Deutschland und wird großflächig im Getreideanbau verwendet. Ein Abbauprodukt des Wirkstoffes Flufenacet ist die „Ewigkeits-Chemikalie“ Trifluoressigsäure (TFA). Der Einsatz von Flufenacet sei die Hauptursache für den pestizidbedingten Eintrag von TFA in die Umwelt und führe zu einer Belastung von Grundwasser und Böden, heißt es in einer Pressemeldung der DUH. Ende September 2024 stufte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Flufenacet zusätzlich als hormonell schädlich ein. Dies habe bei konsequenter Anwendung der EU-Pestizidverordnung zur Folge, dass die EU-weite Genehmigung des Wirkstoffs nicht erneuert werden kann.

Hier geht es zu den aktuellen Meldungen im LABORPRAXIS-Newsticker:

28.1. – Advanced Automation Technologies übernimmt TE Instruments

Breda/Niederlande (Skalar) 19:12 Uhr – Advanced Automation Technologies (AAT), eine Plattform von Laborautomationsmarken, gab heute die Übernahme von TE Instruments (TEI) bekannt. TE Instruments mit Hauptsitz in Delft, Niederlande, und einer Vertriebsniederlassung in Houston, Texas, ist auf die Entwicklung und Herstellung von Verbrennungselementanalysatoren spezialisiert, die in den Bereichen Umwelt, Petrochemie und Industrie zum Einsatz kommen.

Zusammen mit den bestehenden Marken von AAT (Skalar Analytical, LC Tech, Promo Chrom Technologies, EST Analytical, tsHR und Gerstel) bietet TE Instruments ein komplementäres Produktangebot für kommerzielle und industrielle Labore weltweit.

28.1. – Sartorius hofft auf Trendwende

Göttingen (dpa/lni) 13:30 Uhr – Nach einem schwierigen Jahr soll es beim Labor- und Pharmazulieferer Sartorius nun wieder aufwärtsgehen. Sartorius-Chef Joachim Kreuzburg hofft auf einen „Trendwechsel“, wie er bei der Vorstellung der vorläufigen Jahreszahlen sagte. Für 2025 rechnet das Unternehmen mit einem moderaten Wachstum oberhalb des Marktniveaus. Konkrete Ziele für 2025 will der Dax-Konzern aus Göttingen nach dem ersten Quartal nennen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von Sartorius lag 2024 bei 945 Millionen Euro nach 963 Millionen Euro im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn ging von zuvor 339 auf 280 Millionen zurück. Das Jahr fiel damit trotzdem besser aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

Das Unternehmen hat ein gut 100 Millionen Euro schweres Sparprogramm hinter sich, das laut dem im Sommer scheidenden Sartorius-Chef Kreuzburg inzwischen abgeschlossen ist: Der Konzern hatte unter anderem interne Strukturen und Abläufe gestrafft und Stellen abgebaut. Im vergangenen Sommer musste Sartorius seine ursprünglichen Ziele für 2024 kappen.

Vor allem bei Verbrauchsmaterialien steige die Nachfrage wieder, hieß es. In den vergangenen zwei Jahren war die Nachfrage laut Sartorius eingebrochen, weil die Kunden ihre Lager aus Sorge vor Lieferengpässen gefüllt hatten. Zuvor hatte das Unternehmen von einer besonders starken Nachfrage nach seinen Produkten während der Corona-Pandemie profitiert.

28.1. – Wacker Chemie meldet Gewinneinbruch

München (dpa) 9:51 Uhr – Der Chemiekonzern Wacker hat im vergangenen Jahr schlechte Geschäfte gemacht. Der Umsatz sank nach vorläufigen Zahlen um elf Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, der Nettogewinn schrumpfte um 20 Prozent auf 265 Millionen Euro, wie das Unternehmen in München mitteilte.

Wacker spielt mit seinen gut 16.000 Mitarbeitern in mehreren Bereichen eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt. Die Lage war jedoch nicht in allen Geschäftsbereichen gleichermaßen schlecht: Der Umsatz der größten Sparte Silikone legte sogar um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu und hielt sich damit im Wortsinne wacker. Silikone sind Kunststoffe, die in einer ganzen Reihe von Industriezweigen von Auto über die Baubranche bis Kosmetik verwendet werden.

Negative Folgen für das Unternehmen hatte jedoch der Preiskampf in der Solarindustrie, bedingt durch die großen Überkapazitäten der chinesischen Hersteller. Der Konzern stellt unter anderem Polysilizium her, einer der wichtigsten Rohstoffe für die Solarindustrie. Der erbarmungslose Verdrängungswettbewerb in China schlug voll auf Wacker durch, der Umsatz der Polysilikon-Sparte sank um 41 Prozent auf 950 Millionen Euro.

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25.1. – Wohlstandswachstum: Männer legten mehr Größe und Gewicht zu als Frauen

Berlin (dpa) 5:31 Uhr – Männer haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahrhundert womöglich doppelt so stark an Größe und Gewicht zugelegt wie Frauen. Das berichtet ein internationales Forscherteam nach Auswertung etlicher Datensätze im Fachjournal «Biology Letters». Dabei sichtete das Team um David Giofrè von der Universität Genua unter anderem Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus 69 Ländern, aber auch Quellen wie Wikipedia sowie Statistiken aus Großbritannien, und glichen dies mit Daten zum Wohlstand ab. Demnach stiegen mit zunehmendem Lebensstandard Größe und Gewicht.

Mit jedem Anstieg des Wohlstandsindikators HDI (Human Development Index) um 0,2 Punkte wurden demnach Frauen durchschnittlich 1,7 Zentimeter größer und 2,7 Kilogramm schwerer - Männer legten im Mittel 4 Zentimeter und fast 6,5 Kilogramm zu.

Daten für Großbritannien ergaben, dass Männer dort in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts größenmäßig um den Faktor 2,76 stärker zulegten als Frauen. Als einen Grund für die Entwicklung vermuten die Wissenschaftler, dass Frauen größere Männer bevorzugen.

22.1. – Deutsche Innovationen im Branchen-Check: Chemie schwächelt

Frankfurt am Main (ots) 8:31 Uhr – Wer treibt Innovation voran? Die Antwort ist eindeutig: Deutschlands Innovationsmotor bleibt die Industrie, die mit 10 % aller Auszeichnungen beim German Innovation Award seit 2018 den Spitzenplatz einnimmt. Branchen wie Gebäude & Elemente (8 %) oder Automobil (6,5 %) ziehen vorbei an traditionellen Schwergewichten wie Chemie (1,5 %) und Gesundheit (3 %).

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutsche Chemieunternehmen investieren laut Bundesforschungsbericht 2023 lediglich 2 % ihres Umsatzes in Forschung. Während der globale Markt für grüne Chemie jährlich um 10 % wächst, droht Deutschland den Anschluss zu verlieren. Gleichzeitig wandern Innovationen ins Ausland ab: Mehr als 60 % der Forschungsprojekte deutscher Chemiefirmen werden mittlerweile außerhalb Deutschlands durchgeführt.

Der Innovationsindikator 2024 des BDI zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich nur noch auf Platz 13 liegt – hinter Südkorea, den USA und der Schweiz.

22.1. – Physik am Herd: So entstehen Salz-Muster im Kochtopf

Enschede (dpa) 5:01 Uhr – Forschende aus den Niederlanden und Frankreich haben das Salzen von Wasser zur Wissenschaft gemacht. Sie experimentierten, erstellten Formeln und veröffentlichten ihre Erkenntnisse nun im Fachmagazin „Physics of Fluids“. Ergebnis: Je nach Körnchengröße und Menge sowie abhängig von der Höhe des Wasserstandes bilden sich beim Absetzen am Boden unterschiedliche Muster: mal recht ringförmig, mal eher verstreut.

Sind die Salzkristalle zum Beispiel recht klein mit einem Durchmesser von 0,6 Millimetern, bildet die Ablagerung eher einen Ring mit kleinem Durchmesser. Bei größeren Körnchen mit einem Durchmesser von 1 bis 4 Millimetern wird der Ring den Ergebnissen zufolge klarer als solcher erkennbar und größer. Partikel mit einem Durchmesser von 6 Millimetern lagerten sich verstreut am Boden ab.

Die Autoren erklären das unter anderem damit, dass die Teilchen aufgrund der Schwerkraft auf den Boden sinken und dabei einen kleinen Widerstand erzeugen, der die Wasserströmung drumherum stört. „Wenn eine große Anzahl von Partikeln gleichzeitig freigesetzt wird, erfahren benachbarte Partikel diese Strömungsstörung, die von allen umliegenden Partikeln erzeugt wird“, erläuterte Co-Autor Mathieu Souzy. Die fallenden Teilchen würden zunehmend seitlich verschoben, „was zu einer sich ausdehnenden kreisförmigen Verteilung der Teilchen führt“. Die Erkenntnisse seien in verschiedenen Kontexten relevant – wie der Einleitung von Baggergut und Industrieabfällen in Flüsse, Seen und Ozeane.

Ihren Fachbeitrag hat die Forschergruppe mit einem praktischen Tipp für die Leser abgeschlossen: die „Goldene Nudelregel 10-100-1000“: 10 Gramm Salz seien die empfohlene Menge, um 100 Gramm Nudeln in 1.000 Millilitern Wasser zu kochen.

Originalpublikation: Mathieu Souzy, Clément Vovard, Pallav Kant: Salt-ring in your pasta pan: Morphology of particle cloud deposit, Special Collection: Kitchen Flows, Volume 37, Issue 1, January 2025; DOI: 10.1063/5.0239386

20.1. – Cormica expandiert in Europa durch Übernahme von Zwisler Laboratorium

London (Cormica) 13:00 Uhr – Der Anbieter von Labor- und Beratungsdienstleistungen im Bereich Life Sciences „ Cormica“ hat die Übernahme der Zwisler Laboratorium GmbH abgeschlossen, einem Labordienstleister mit Sitz in Reichenau. Diese Übernahme markiert den ersten Markteintritt von Cormica in Deutschland und ist ein Meilenstein in der Strategie des Unternehmens, seine europäische Präsenz auszubauen. Der Schritt unterstreicht das Engagement von Cormica, sich in wachstumsstarken europäischen Märkten als führender Anbieter zu etablieren.

Das 2001 gegründete Zwisler Laboratorium ist ein modernes Labor in Süddeutschland und bietet maßgeschneiderte Dienstleistungen für die Pharma-, Biotech-, Verpackungs- und Medizintechnikbranche in ganz Europa an. Das Labor ist spezialisiert auf In-vitro-Pyrogentests, Validierungen von Aufbereitungsprozessen (IFU), Umgebungsmonitoring, mikrobiologische Integritätstests und ggf. individuelle Beratungsleistungen zur Einhaltung strenger regulatorischer Anforderungen. Darüber hinaus hat das Unternehmen neue in-vitro-Testmethoden etabliert, um in-vivo-Tests zu reduzieren und damit seinen Innovationsanspruch weiter voranzutreiben.

15.1. – Millionen-Förderung für zellbasierte Medizintechnik am Fraunhofer IMTE

Lübeck (dpa/lno) 14:28 Uhr – Für den Ausbau der individualisierten und zellbasierten Medizintechnik erhält die Fraunhofer Einrichtung (IMTE) in Lübeck eine Förderung in Höhe von 23,8 Millionen Euro aus dem Landesprogramm Wirtschaft. „In diesem hochmodernen Forschungsgebäude entstehen die Innovationen für die Medizin von morgen. Die soll in Lübeck eine feste Heimat haben“, teilte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zur Übergabe des Förderbescheids mit.

Mit der Förderung werde der Forschungs- und Technologiestandort Schleswig-Holstein gestärkt, so der CDU-Politiker. „Die medizinischen Innovationen des Fraunhofer IMTE verbessern die Patientenversorgung, steigern die Effizienz des Gesundheitswesens und fördern die Entwicklung neuer Therapien. Sie tragen dazu bei, Krankheiten besser zu verstehen und effektiver, zielgerichteter zu behandeln und damit auch die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen.“

15.1. – Forschungsnetzwerk für Bioelektronik geplant

Dresden (dpa/sn) 10:39 Uhr – In Dresden entsteht mit europäischer Unterstützung ein Forschungsnetzwerk für Bioelektronik. Darunter versteht man die Verbindung von lebenden Organismen und elektronischen Systemen mit Anwendungen in Medizin und Biotechnik. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 3,6 Millionen Euro wird über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert, teilte die Technische Universität Dresden als Partner mit.

Das Netzwerk mit der Bezeichnung Biotronis soll Expertisen bündeln und erweitern. Das Ziel sei die Entwicklung innovativer Technologien, die elektronische und lebende Systeme verbinden, um Informationen aus Geweben zu digitalisieren und biologische Prozesse zu steuern, hieß es. Neben neuartigen medizintechnischen Produkten könnten auch Lösungen für Umwelttechnologien und die Lebensmittelproduktion erschlossen werden.

10.1. – Zahlreiche Hochschulen verlassen Plattform X

Mainz/Trier (dpa/lrs) 15:41 Uhr – Entfremdung von einem einst rege genutzten Kommunikationskanal: Eine Reihe an Hochschulen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland kehren der Plattform X, früher Twitter, den Rücken. Alleine sind sie damit nicht, auch Gewerkschaften verabschieden sich von diesem Kanal, genauso wie Unternehmen und verweisen unter anderem auf Falschinformationen und Hasskommentare bei X.

In einer gemeinsamen Mitteilung von mehr als 60 deutschsprachigen Hochschulen und Forschungsinstitutionen zum Rückzug von X wurden die Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, die Uni Trier, die Universität des Saarlandes sowie die Hochschule der Bildenden Künste Saar namentlich genannt.

Begründet wurde der Schritt mit der „fehlenden Vereinbarkeit der aktuellen Ausrichtung der Plattform mit den Grundwerten der beteiligten Institutionen: Weltoffenheit, wissenschaftliche Integrität, Transparenz und demokratischer Diskurs“. Die Institutionen wollten damit ihren Einsatz für eine faktenbasierte Kommunikation und gegen antidemokratische Kräfte unterstreichen.

Der in Ludwigshafen sitzende weltgrößte Chemiekonzern BASF hat nach eigenen Angaben einige Accounts bei X eingestellt, im Juli vergangenen Jahres etwa den deutschsprachigen Account. Weitere Accounts für bestimmte Bereiche würden noch geschlossen. Mit Werbung auf der Plattform habe BASF schon vor einiger Zeit Schluss gemacht, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

Sehr stark eingeschränkt oder gar eingestellt hat seine Aktivitäten auf X schon vor längerer Zeit auch der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Genutzt werde die Plattform nur noch für spezielle und gezielte Presse-Aussendungen.

8.1. – Deutsche Gewässer oft in schlechtem Zustand

Berlin (dpa) 9:30 Uhr – Deutschlands Gewässer sind einem aktuellen Bericht zufolge häufig in einem schlechten Zustand. Das geht aus dem Wasseratlas der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hervor. Demnach befinden sich fast 53 Prozent der Flüsse, Bäche und Seen in einem schlechten oder sehr schlechten ökologischen Zustand – ein Prozentwert, der höher sei als in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten. Nur in Kroatien und Luxemburg sieht es dem Bericht zufolge mit Werten von jeweils 53,2 beziehungsweise 58,5 Prozent noch schlechter aus.

Ausschlaggebend für die Bewertung ist die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der EU. Dabei spielt etwa der biologische oder chemische Zustand des Gewässers eine Rolle. So wird beispielsweise gemessen, ob sich bedenkliche Stoffe im Wasser befinden.

Es sei damit unrealistisch, dass Deutschland wie von der WRRL vorgesehen bis 2027 alle seine Gewässer in einen guten Zustand versetzen könne, heißt es im Wasseratlas. Damit würde die Bundesrepublik die WRRL verletzen und hohe Strafzahlungen riskieren.

7.1. – Softdrinks erhöhen Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten

Boston (dpa) 5:02 Uhr – Weltweit 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes und 1,2 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten 2020 einer Studie zufolge auf den Konsum von Limo, Energydrinks und anderen mit Zucker gesüßten Getränken zurückgehen. Das berichtet zumindest eine internationale Forschungsgruppe im Fachblatt „Nature Medicine“.

Die Forschungsgruppe um Laura Lara-Castor von der US-amerikanischen Tufts University berechnete die gesundheitlichen Folgen des Konsums zuckerhaltiger Getränke mit Blick auf Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dafür analysierte das Team Daten aus der Global Dietary Database: Diese Datenbank enthält Schätzungen zum Konsum von zuckergesüßten Getränken auf Grundlage von Ernährungserhebungen sowie Daten über Fettleibigkeit und Diabetesraten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zogen Zahlen aus den Jahren 1990 bis 2020 heran und kombinierten die Datensätze für 184 Länder, um die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenhangs zwischen beiden Faktoren zu berechnen.

Demnach gingen 2020 weltweit 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes und 1,2 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf zuckergesüßte Getränke zurück. Das wären einer von zehn neuen Fällen von Typ-2-Diabetes und einer von dreißig neuen Fällen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Den größten Anteil machte die Studie in Afrika südlich der Sahara, Lateinamerika und der Karibik aus. Auf einzelne Staaten bezogen seien Kolumbien, Mexiko und Südafrika besonders betroffen. Je weiter sich Länder entwickelten und Einkommen stiegen, umso zugänglicher und begehrter seien zuckerhaltige Getränke, heißt es.

Für Deutschland sieht die Studie zwischen 1990 und 2020 einen im Vergleich zu anderen Ländern nur leichten Anstieg der Diabetes-Todesfälle pro Million Einwohner, die auf den Konsum von zuckergesüßten Getränken zurückzuführen seien. Bei den Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird sogar ein Rückgang festgestellt, ebenso in den USA und Großbritannien.

Originalpublikation: Lara-Castor, L., O’Hearn, M., Cudhea, F. et al.: Burdens of type 2 diabetes and cardiovascular disease attributable to sugar-sweetened beverages in 184 countries, Nat Med (2025). DOI: 10.1038/s41591-024-03345-4

6.1. – Sachsen bei Gewebespenden 2024 auf oberen Rängen

Leipzig (dpa/sn) 12:44 Uhr – Sachsen war im vergangenen Jahr eines der führenden Bundesländer bei der Gewebespende. Die Zahl der Gewebespenden stieg in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent auf 526. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG), die ihre Jahreszahlen zum Jahreswechsel veröffentlichte, wiesen lediglich Niedersachsen (608 Spenden) und Nordrhein-Westfalen (587 Spenden) höhere Werte auf. Rund jede sechste Gewebespende im Freistaat wurde am Universitätsklinikum Leipzig durchgeführt, wie das Krankenhaus mitteilte.

Auch bundesweit wurde ein Zuwachs verzeichnet. Demnach zählte die DGFG bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag 3.698 Spenderinnen und Spender. Im Vorjahr waren es demnach 3.505. Die DGFG vermittelt etwa die Hälfte der Gewebetransplantate in Deutschland und kann auch nur darüber Auskunft geben.

Am häufigsten wird Augenhornhaut gespendet. Auch Herzklappen oder Blutgefäße zählen zu den Gewebespenden. Trotz der Zunahme bei den Spenden kann der Bedarf bei Augenhornhäuten und Herzklappen weiter nicht gedeckt werden, teilte die Transplantationsgesellschaft mit.

Bis zum Stichtag 26. Dezember wurden den Angaben nach bundesweit 55.691 mögliche Spender an die DGFG gemeldet. In 10.704 Fällen habe es dann ein Aufklärungsgespräch gegeben, das in 4.077 Fällen zu einer Zustimmung zur Gewebeentnahme geführt habe. Das entsprach einer Zustimmungsquote von 38,1 Prozent.

Anders als Organspenden sind Gewebespenden teilweise auch noch 72 Stunden nach dem Tod möglich und müssen zudem nicht direkt weiterverwendet werden. Die Spenden werden stattdessen in Gewebebanken zu Transplantaten aufbereitet. Gewebespenden sind unabhängig oder im Rahmen einer Organspende möglich.

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5.1. – Curevac fokussiert sich auf Forschung

Tübingen (dpa) 4:01 Uhr – Nach Millionenverlusten rund um die gescheiterte Entwicklung eines Corona-Impfstoffs fokussiert sich das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac auf die Forschung. „Das ist das, was Curevac stark macht: Forschung, Innovation und frühe klinische Entwicklung“, sagt Vorstandschef Alexander Zehnder.

Man wolle sich auf die Bereiche Onkologie und Nicht-Atemwegserkrankungen konzentrieren. „Mit der mRNA-Technologie wollen wir beispielsweise bakterielle Krankheiten angehen. Auch wiederkehrende Harnweg-Erkrankungen sind ein Thema“, sagt der CEO. Man sei mit verschiedenen möglichen Partnern aus der Pharmabranche hierzu in Gesprächen.

Die Lizenzrechte für mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffe hat das Unternehmen an den britischen Pharmakonzern GSK verkauft. Dieser Deal verschaffte den in finanzielle Notlage geratenen Tübingern Luft. Der Bund war 2020 über die Aufbaubank KfW mit 300 Millionen Euro bei Curevac eingestiegen und hält inzwischen noch einen Anteil von rund 13 Prozent.

Im dritten Quartal wies Curevac das erste Mal seit der Corona-Pandemie wieder schwarze Zahlen aus. Innerhalb der Lizenzvereinbarung mit einem Wert von bis zu 1,45 Milliarden Euro gingen Lizenzen an GSK. Curevac erhielt eine Vorauszahlung von 400 Millionen Euro. Die Impfstoffkandidaten wurden auf der Grundlage von Kooperationsabkommen zwischen Curevac und GSK entwickelt. Curevac sieht sich laut Zehnder zumindest bis 2028 finanziell abgesichert.

2.1. – Forschung zu umweltfreundlicherer Kunststoff-Produktion

Ilmenau (dpa/th) 13:30 Uhr – Mit einem neuen Forschungsprojekt möchte das Thüringer Zentrum für Maschinenbau die Herstellung von Kunststoffbauteilen verträglicher für die Umwelt gestalten. Dafür sollen Wissenschaftler und Ingenieure nachhaltige Produktionsstrategien zur Verringerung des Energieverbrauchs, der Emissionen und der Rohstoffe entwickeln, teilte die TU Ilmenau mit. Die Hochschule gehört zum Verbund der Forschungseinrichtungen des Thüringer Zentrums für Maschinenbau.

Dabei sollen Kunststoffe mit Materialien aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen wie Pflanzenfasern kombiniert werden. Ein Industriebeirat werde sicherstellen, dass die Forschung an den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Kunststoff verarbeitenden Betriebe in Thüringen ausgerichtet ist.

982.000 Euro aus EU-Mitteln stellt Thüringen für das auf die Dauer von zwei Jahren angelegte Projekt zur Verfügung. Allein 341.000 Euro davon gehen an die TU Ilmenau, die zum Verbund der Forschungseinrichtungen des Thüringer Zentrums für Maschinenbau gehört. Weitere Mitglieder sind die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die GFE - Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden, das Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung (ifw Jena), und die Hochschule Schmalkalden.

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