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LABORPRAXIS-Newsticker 2025

Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2025

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30.9. – 125 Jahre globale Infektionsforschung

Hamburg (dpa/lno, BNITM) 5:02 Uhr – Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg forscht bereits seit fast 125 Jahren zu Infektionskrankheiten. Am Mittwoch feiert die Einrichtung ihr Jubiläum und blickt auf einige Meilensteine zurück – so wurde etwa der Standardtest, um Malaria zu diagnostizieren, am Tropeninstitut entwickelt.

Das BNITM ist eigenen Angaben zufolge Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Seit jeher werden BNITM-Forschungsschwerpunkte unter dem Aspekt der Globalen Gesundheit/One Health betrachtet sowie unter dem Aspekt der Translation – des Transfers von Grundlagenforschung in die Anwendung. Dieser Forschungsansatz spiegelt sich auch in den fünf Sektionen des Instituts wider:

  • Pathogen (Erreger)
  • Interface (Immunologie, Wirt/Erreger)
  • Patient (Klinik)
  • Population (Epidemiologie)
  • Implementation (erfolgreiche Etablierung des Wissens)

Aktuelle thematische Schwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, vernachlässigte Tropenerkrankungen (NTDs), Immunologie, Epidemiologie und die Klinik tropischer Infektionen sowie die Mechanismen der Übertragung von Viren durch Stechmücken. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Die mobilen Laboratorien des BNITM stehen für die globale Ausbruchsbekämpfung hochpathogener oder hochinfektiöser Viren bereit.

25.9. – Knauer für Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Berlin (Knauer) 11:54 Uhr –Die Knauer Wissenschaftliche Geräte GmbH wurde in der Kategorie Produkte für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 nominiert. Mit dieser Auszeichnung wird das besondere Engagement des Unternehmens für nachhaltige Produktentwicklung und verantwortungsbewusste Innovation gewürdigt.

Mit seinen Azura 862 bar (U)HPLC-Systemen für die Laboranalytik hebt sich der Labormessgerätehersteller laut einer Pressemeldung positiv hervor durch eine nachhaltige Produktion, langlebige, reparierbare und recyclebare Komponenten sowie ein energieeffizientes Design und Verpackung mit geringer Umweltauswirkung. Die Flüssigkeitschromatographie-Systeme wurden dafür bereits mit dem ACT-Ecolabel ausgezeichne. Die mit der UHPLC-Technologie erzielbaren besonders kurzen Analysenzeiten sorgen außerdem für hohe Trennleistung und einen stark verringerten Lösungsmittelbedarf während des Betriebes.

Die Bekanntgabe der Nominierung durch das Unternehmen fällt genau in die jährlich mit den Mitarbeitenden durchgeführte Nachhaltigkeitswoche. Dieses Jahr sind Aktionen mit dabei, wie ein Vortrag über die Maßnahmen von Knauer zur Reduzierung der sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS) oder eine Inforunde zur Vorstellung der zahlreichen familienfreundlichen Angebote des Unternehmens.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) wird während des gleichnamigen Kongresses am 4. und 5. Dezember 2025 in Düsseldorf verliehen. Er ist Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement und wird in diesem Jahr zum 18. Mal veranstaltet.

23.9. – EU will Gewässer besser vor Chemikalien schützen

Brüssel (dpa) 22:28 Uhr – Gewässer in der EU sollen künftig besser vor Chemikalien geschützt werden. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich unter anderem darauf, eine Liste von Stoffen, für die bestimmte Grenzwerte gelten, um sogenannte Ewigkeitschemikalien zu erweitern, wie das Europaparlament mitteilte.

Die EU-Staaten betonten, sie hätten grundsätzlich bis 2039 Zeit, um die neuen Standards zu erreichen. Unter Umständen kann diese Frist auch noch auf 2045 verschoben werden. Für manche Stoffe sollen die Vorgaben bereits ab 2033 eingehalten werden.

Bevor die neuen Vorgaben in Kraft treten können, müssen Parlament und EU-Staaten noch formell zustimmen. Hintergrund der Einigung ist ein Vorschlag der EU-Kommission aus dem Jahr 2022. Nachdem sich das Parlament bereits 2023 auf seine Position geeinigt hatte, brauchten die EU-Staaten bis 2024. Nun, mehr als ein Jahr später, steht ein finales Ergebnis.

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PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) kommen nicht natürlich in der Umwelt vor und überdauern je nach Stoff extrem lange in der Umwelt. Dabei können sie sich immer mehr anreichern. Sie stehen unter anderem im Verdacht, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen.

Von PFAS sind auch deutsche Gewässer betroffen. Nach einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein etwa verbreitet sich zu Beispiel Trifluoracetat (TFA) im Rhein. Am Hochrhein habe sich die TFA-Konzentration in den vergangenen acht Jahren vervielfacht.

Für die Wirtschaft sind die Chemikalien hingegen wichtig. Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale werden die Substanzen in einer großen Zahl vor allem in industriellen Produkten sowie in Alltagsgegenständen verwendet.

18.9. – Schweitzer fordert Chemie-Dialog im Bund

Ludwigshafen (dpa) 12:31 Uhr – Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat einen Neuanlauf für einen Chemie-Dialog auf Bundesebene gefordert. „Es spricht nichts dagegen, einen Stahlgipfel zu machen und einen Autogipfel zu machen. Das sind wichtige Branchen, aber all diese Branchen wären nichts ohne die Chemie“, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch der BASF in Ludwigshafen. „Wir sind international nur dann stark, wenn die Chemie, die Pharma- und die Biotechnologie auch stark bleiben.“

Dafür brauche es den Dialog, weil Politik auch auf Brüsseler Ebene eine Rolle zu spielen habe. „Ich bin froh, dass die Bundesregierung eine sehr europäische Bundesregierung ist, das muss man dann auch nutzen, um den regulatorischen Rahmen so zu gestalten, dass hier auch in Deutschland und damit auch in RLP weiterhin Chemie und Pharma stattfinden kann.“ Es sei wichtig, mit einer Stimme zu sprechen: „Die Länder und die Bundesregierung müssen zusammen agieren.“

Bei dem Chemie-Dialog müsse es um rechtliche Fragen, Wettbewerbsfragen, Energie, Kosten und Handlungshemmnisse wie etwa für Pharma in den USA gehen. „Das Hausaufgabenheft wird schnell voll werden, aber wir müssen uns auch daran halten“, betonte Schweitzer.

16.9. – Science Breakthroughs of the Year (2025) von Falling Walls

Berlin (Falling Walls Foundation) 21:23 Uhr – Die Falling Walls Foundation hat die Preisträger des Science Breakthrough of the Year-Award bekanntgegeben. In jeder der fünf Kategorien hat eine Fachjury die Arbeiten aufgrund ihres herausragenden Potenzials ausgewählt, die Menschheit voranzubringen und positiven Wandel für die globale Gemeinschaft zu schaffen.

Die Falling Walls Science Breakthroughs of the Year sind:

  • Life Sciences:Melina Schuh, für die erste Live-Imaging-Plattform, die es ermöglicht, den Eisprung in Echtzeit auf zellulärer Ebene sichtbar zu machen,
  • Physical Sciences:Jian-Wei Pan, für den weltweit ersten Quanten-Mikrosatelliten zur Echtzeit-Quantenschlüsselverteilung (QKD) mithilfe mobiler Bodenstationen,
  • Engineering & Technology:Lu Fang, für die Erfindung eines Chips, der den Energieverbrauch von KI extrem reduzieren und gleichzeitig die Rechenleistung erhöhen kann,
  • Social Sciences & Humanities:Myriam Denov, für einen partizipativen Ansatz, der Kinder, die aus sexualisierter Gewalt in Kriegen hervorgegangen sind, in politische Prozesse zur Stärkung der Kinderrechte weltweit einbezieht,
  • Art & Science:Marco Barotti, für 3D-gedruckte, solarbetriebene Skulpturen, die die Klänge gesunder Korallenriffe in geschädigte Ökosysteme aussenden und so deren Regeneration unterstützen.

16.9. – Sphera und Evonik führen automatisierte Lebenszyklusanalysen ein

Chicago (Resonance) 9:57 Uhr – Sphera, Anbieter von Software für Nachhaltigkeits- und operatives Risikomanagement, hat gemeinsam mit dem Chemieunternehmen Evonik den ersten TÜV-zertifizierten Prozess für automatisierte Lebenszyklusanalysen (LCAs) in der chemischen Industrie auf den Markt gebracht. Das TÜV-zertifizierte Verfahren von Evonik, das auf der Sphera-Software aufbaut, erhöht die Transparenz und Zuverlässigkeit bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Lebenszyklen in der chemischen Industrie und ist bis zu zehnmal schneller als traditionelle Methoden.

Dieser Fortschritt kommt zu einer Zeit, in der Vorschriften wie die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) und die Richtlinie zur Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit (CSDDD) die Nachfrage nach transparenten, überprüfbaren Nachhaltigkeitsdaten steigern. Lebenszyklusanalysen sind eine der anerkanntesten Methoden, um glaubwürdige Erkenntnisse auf Produktebene zu gewinnen, die für diese Rahmenwerke nötig sind. Durch die Automatisierung des Prozesses mit Sphera kann Evonik nun TÜV-zertifizierte Daten zu allen Aspekten – von CO2-Emissionen und Wasserverbrauch bis hin zu Nährstoffeinleitungen – liefern. Damit kann das Unternehmen über die regulatorischen Mindestanforderungen hinaus gehen und gleichzeitig seine Kunden bei der Erreichung ihrer eigenen Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

16.9. – Ozonloch klein wie lange nicht mehr

Genf (dpa) 2:02 Uhr – Die schützende Ozonschicht um den Erdball erholt sich weiter. Das Ozonloch war 2024 kleiner als in den Jahren 2020 bis 2023, berichtet die World Meteorological Organization (WMO) in Genf zum Weltozontag (16. September). Es lag auch unter dem durchschnittlichen Wert der Jahre 1990 bis 2020, wie aus dem neuesten Ozon-Bulletin der WMO hervorgeht.

Dazu beigetragen hätten zum einen natürliche atmosphärische Phänomene, die zu jährlichen Fluktuationen führen, so die WMO. Entscheidend sei aber die Verringerung der menschengemachten ozonschädigenden Substanzen in den vergangenen Jahrzehnten gewesen. Sie wurden zuvor etwa in Kühlgeräten, Klimaanlagen, Feuerlöschschaum und Haarspray verwendet.

Vor 40 Jahren ist das UN-Übereinkommen zum Schutz der Ozonschicht in Kraft getreten. Zwei Jahre später, 1987, wurde das Montrealer Protokoll beschlossen. Durch seine Bestimmungen wurden nach WMO-Angaben bis heute mehr als 99 Prozent der kontrollierten, ozonschädigenden Stoffe wie Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) aus dem Verkehr gezogen.

„Infolgedessen wird sich die Ozonschicht bis Mitte dieses Jahrhunderts voraussichtlich wieder auf das Niveau der 1980er Jahre erholen“, berichtete die WMO. Nach einer Analyse aus dem Jahr 2022 dürfte die vollständige Erholung über der Arktis 2045 erreicht sein, über der Antarktis im Jahr 2066.

10.9. – 29 Millionen Euro für Forschungsneubau in Jena

Jena (dpa/th) 13:01 – In einen Forschungsneubau in Jena fließen in den kommenden Jahren 29 Millionen Euro von Bund und Land. Geplant ist ein neues Gebäude des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) mit 4.680 Quadratmetern, wie die Forschungseinrichtung anlässlich eines Spatenstichs mitteilte. Der Bau soll 2027 fertig gestellt werden, Forscher sollen im Jahr darauf einziehen. Darin soll zu optischen Gesundheitstechnologien geforscht werden. Dabei werden medizinische oder biologische Prozesse mit Licht sichtbar gemacht. Laut Leibniz-Zentrum können dadurch Krankheiten früher erkannt, Therapien besser überwacht und Medikamente sicherer entwickelt werden. Auch neue Forschungsfelder sollen in dem Neubau angesiedelt werden.

Eine Schlüsselrolle spiele die Künstliche Intelligenz, hieß es weiter. Sie ermögliche die Analyse komplexer Daten und eröffne neue Wege, Muster zu erkennen, Diagnosen zu personalisieren und die Entwicklung von neuen Verfahren zu beschleunigen. Am Leibniz-IPHT arbeiten nach Institutsangaben rund 450 Menschen aus 40 Nationen. Es ist eine von vielen renommierten Forschungseinrichtungen am Jenaer Beutenberg Campus. Immer wieder fließen dort große Beträge in neue Gebäude.

10.9. – Marktzahlen Analysen-, Bio- und Labortechnik: Lichtblick Export

Berlin (Spectaris) 12:40 Uhr – Die deutsche Analysen-, Bio- und Labortechnik hat 2024 trotz schwacher Inlandsnachfrage ein leichtes Umsatzplus erzielt. Der Branchenumsatz stieg um 0,8 Prozent auf 11,29 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war das Auslandsgeschäft, das um 1,6 Prozent auf 6,07 Milliarden Euro zulegte. Die Exportquote erhöhte sich damit auf 53,8 Prozent. Im Inland ging der Umsatz leicht um 0,1 Prozent auf 5,22 Milliarden Euro zurück. Die Beschäftigtenzahl blieb mit rund 52.600 Personen stabil.[1]

„Unsere Branche hat im vergangenen Jahr ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt, doch im Inland trat sie auf der Stelle. Wenn wir Deutschland als führenden Standort für Hightech und Innovation erhalten wollen, brauchen wir jetzt mutige Entscheidungen, um Bürokratie abzubauen und Investitionen zu erleichtern“, sagt Mathis Kuchejda, Vorsitzender des Fachverbands Analysen-, Bio- und Labortechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris.

Das Auslandsgeschäft war damit der Lichtblick im Jahr 2024. Doch genau hier zeichnen sich im laufenden Jahr Probleme ab: Die internationalen Handelskonflikte verschärfen sich, allen voran durch die neuen US-Zölle. Eine aktuelle Spectaris-Befragung unter Mitgliedsunternehmen der Analysen-, Bio- und Labortechnik [2] zeigt, wie die Branche auf diese Herausforderung reagieren will. Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, ihre Preisstrategie im US-Geschäft individuell zu überprüfen. Ein gutes Drittel will sich stärker auf andere Regionen konzentrieren, ein weiteres knappes Drittel setzt auf Kosteneinsparungen im eigenen Haus. Nur wenige Unternehmen ziehen in Betracht, Investitionen in den USA zu reduzieren, sich aus dem US-Markt zurückzuziehen oder umgekehrt Produktion in die USA zu verlagern.

„Die Zölle treffen uns empfindlich. Unsere Unternehmen reagieren pragmatisch – mit Preisanpassungen, Effizienzsteigerungen und einer Diversifizierung der Absatzmärkte. Doch langfristig können Handelshemmnisse Innovationen ausbremsen, Investitionen am Standort gefährden und die Wirtschaft insgesamt ausbremsen. Hier braucht es politische Lösungen, u.a. die zügige Ratifizierung des Mercosur-Abkommens“, sagt Kuchejda.

Mit der analytica USA (10.–12. September 2025, Greater Columbus Convention Center, Columbus/Ohio) findet erstmals eine US-Plattform für Labortechnik, Analytik, Biotechnologie und Diagnostik statt. Die Messe vereint Ausstellung und wissenschaftliche Konferenz und dürfte – kurz nach Einführung der US-Zölle – ein früher Indikator für die Nachfrage der ABL-Branche im US-Markt sein.

[1] Destatis / Spectaris, Mehrfachnennungen waren möglich

[2] Umfrage unter den Spectaris-Mitgliedsunternehmen im August 2025, davon 23 Unternehmen der Analysen-Bio- und Labortechnik

9.9. – Neue EU-Regeln gegen Lebensmittel- und Kleidungsmüll

Straßburg (dpa) 16:14 Uhr – Das Europaparlament hat neue Vorschriften gegen Lebensmittel- und Textilabfälle in der EU verabschiedet. Bis 2030 müssen die EU-Staaten Lebensmittelabfälle um bis zu 30 Prozent verringern, wie das Parlament mitteilte. Vergleichswert sind die durchschnittlichen Lebensmittelabfälle von 2021 bis 2023. Parallel dazu werden Textilhersteller künftig zur Kasse gebeten: Sie müssen sich an den Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling von Alttextilien beteiligen. Lob für die neuen Vorgaben kam etwa von der Umweltschutzorganisation Nabu.

Nach EU-Angaben fallen jährlich fast 60 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle (132 Kilogramm pro Person) sowie 12,6 Millionen Tonnen Textilabfälle an. Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten hatten sich bereits im Februar auf die neuen Vorgaben geeinigt, die nun final beschlossen wurden.

8.9. – Balzanpreis 2025, u. a. für Gentherapie und ultrakalte Atomuhren

Mailand (PR&D) 13:59 Uhr – Heute haben in Mailand die Präsidentin der Stiftung Balzan „Premio“, Maria Cristina Messa, und die Präsidentin des Generalkomitees der Balzanpreise, Marta Cartabia, die vier Gewinner der Balzanpreise 2025 bekannt gegeben.

In den beiden naturwissenschaftlichen Kategorien dieses Jahres, Zeitmessung und Gentherapie, gingen die Preise an:

  • Christophe Salomon (Frankreich) - Laboratoire Kastler Brossel Paris, für Atome und ultrapräzise Messung der Zeit. Salomon habe laut Jurybegründung einen bahnbrechenden Beitrag zur Anwendung ultrakalter Atome bei der Herstellung von Atomuhren geleistet . eine Technologie, die die Zeitmessung revolutioniert hat.
  • Carl H. June (USA) - Perelman School of Medicine - University of Pennsylvania, für Gentherapie und genmodifizierte Zelltherapie. June hat eine gentechnisch modifizierte Zelltherapie (CAR-T-Zellen) erfunden und entwickelt, die bislang tödliche hämatologische Krebserkrankungen geheilt hat und vielversprechende Aussichten für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen und soliden Tumoren bietet. Seine Arbeit hat den Weg für einen neuen Bereich der Zelltherapie und der synthetischen Biologie geebnet, der weitreichende Auswirkungen auf die Medizin hat.

In den geisteswissenschaftlichen Kategorien, Demokratie und Kunst, gingen die Preise an:

  • Josiah Ober (USA) - Stanford University, für Altertumswissenschaften: Athenische Demokratie – neu betrachtet
  • Rosalind Krauss (USA) - Columbia University, für Kunstgeschichte der Gegenwart

Jeder der vier Preise ist mit 750.000 Schweizer Franken (ca. 800.000 Euro) dotiert, die Hälfte der Preissumme muss in Forschung investiert werden.

2.9. – Ewigkeitschemikalie im Neckar: Deutsche Umwelthilfe gegen Chemiekonzern Solvay

Stuttgart/Berlin (DUH) 16:40 Uhr – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht juristisch gegen die Einleitung der Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) durch das Chemiewerk Solvay in Bad Wimpfen vor. Beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart hat die DUH die sofortige Anpassung der wasserrechtlichen Erlaubnis beantragt, um die weitere Einleitung von TFA in den Neckar zu unterbinden.

Aktuell darf Solvay ein Kilogramm TFA pro Stunde in den Neckar einleiten, womit es dann als Gefahr für die menschliche Gesundheit in Grund- und Trinkwasser gelangt. Die zuständigen deutschen Bundesbehörden haben die Chemikalie jüngst als „fortpflanzungsgefährdend, sehr persistent und sehr mobil“ bewertet und einen Antrag zur Einstufung in eine neue Gefahrenklassen eingereicht. Solvay verwendet TFA als Rohstoff für die Herstellung von Produkten, hauptsächlich für die agro-chemische (Herstellung von Pestiziden) und pharmazeutische Industrie.

1.9. – Mikroschadstoffe im Abwasser – neue Sensoren zur Überwachung entwickeln

Jena (Analytik Jena) 12:09 Uhr – Mit dem Start des Forschungsprojekts Mikrograph nimmt ein neuer Thüringer Forschungsverbund die Arbeit auf. Ziel ist es, die kontinuierliche Überwachung von Mikroschadstoffen im Abwasser entsprechend der neuen EU-Kommunalwasserrichtlinie zu verbessern. Zu diesem Zweck entwickelt Analytik Jena gemeinsam mit den anderen Verbundpartnern ein neues, hochautomatisiertes und kostengünstiges Vor-Ort-Analysesystem zur Detektion chemischer Verunreinigungen – insbesondere für den Einsatz in Kläranlagen.

Die Belastung durch Mikroschadstoffe – etwa Arzneimittelrückstände, Pestizide oder PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) – wird bislang meist nur punktuell durch Probenentnahme und zentrale Laboranalysen erfasst. Mit der Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie vom 10. April 2024 setzt die Europäische Union ein deutliches Zeichen für den Gewässerschutz: Ab 2035 müssen große Gemeinden die Mikroschadstoffbelastung in Abwässern um 80 Prozent reduzieren – durch umfassendere Datenerhebung und gezielte Behandlung.

Derzeit erfolgt die Analyse von Mikroschadstoffen meist über Einzelproben, die in zentrale Labore transportiert und dort untersucht werden. Diese Methode ist zeitaufwendig und erlaubt keine unmittelbare Reaktion auf akute Belastungen. Das Forschungsvorhaben Mikrograph adressiert diese Herausforderung mit einem neuen Messsystem, das die Konzentration von Schadstoffen direkt vor Ort erfassen kann und so eine schnelle und zuverlässige Erkennung von Schadstoffen ermöglicht. Es basiert auf einer neuen Graphen-Feldeffekttransistor-Technologie, die mit bewährten Komponenten aus der Trennsäulen- und Massenspektrometrie kombiniert wird. Ziel ist ein modulares, hochsensibles und anpassbares Messsystem, das sich nicht nur für Kläranlagen, sondern auch für andere Anwendungen im Gesundheits- und Bevölkerungsschutz eignet.

Das Projekt wird vom Freistaat Thüringen vertreten durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit über zwei Millionen Euro gefördert. Die Projekt-Dauer beträgt drei Jahre (1. September 2025 bis 31. August 2028).

1.9. – Startup-Wettbewerb Science4Life: Bewerbungsphase

Frankfurt a.M. (Piabo PR) 9:54 Uhr – Seit 1998 richtet Science4Life den gleichnamigen Startup-Wettbewerb aus. Die Gründerinitiative begleitet Teams aus den Branchen Life Sciences, Chemie und Energie von der ersten Idee über die Entwicklung des Geschäftskonzeptes und die Ausformulierung des Businessplans bis zum Start ins Unternehmertum. Nun beginnt die neue Wettbewerbsrunde mit der Ideenphase. Gründungsinteressierte sowie Startups können ihre Geschäftsidee in Form einer dreiseitigen Ideenskizze online einreichen und am Science4Life Venture Cup sowie am Science4Life Energy Award teilnehmen.

Neben der Chance auf Preisgeld in Höhe von mehr als 60.000 Euro erhalten die Teams Zugang zum Science4Life-Netzwerk mit über 300 Branchenexperten und können professionelle Coachings mit einem persönlichen Sparringpartner gewinnen. Wettbewerbsbegleitend finden Webinare zu gründungsrelevanten Themen statt.

Wer an der Ideenphase teilnehmen möchte, kann sich online für den Wettbewerb registrieren und eine dreiseitige Ideenskizze bis zum 6. Oktober 2025 einreichen. Jede Einreichung wird von Branchenexperten geprüft und alle Teilnehmer erhalten ausführliches Feedback zu ihrer Geschäftsidee, um diese weiter zu schärfen und Potenziale sowie Chancen zu frühzeitig zu erkennen. Die besten Teams werden zum digitalen Academy-Day im November eingeladen und erhalten dort Zugang zu Workshops, um ihre Ideen weiterzuentwickeln und nachzuschärfen.

Weil jedes Gründerteam an einer anderen Stelle ihrer Entwicklung steht, ist der Startup-Wettbewerb in drei Phasen unterteilt. In der ersten Phase, der Ideenphase, liegt der Schwerpunkt auf der Geschäftsidee und ihrem Marktpotenzial, sodass Gründer frühzeitig Chancen erkennen und ihre Strategien anpassen können. Darauf folgt die Konzeptphase, in der das Geschäftsmodell gemeinsam mit Experten detailliert ausgearbeitet wird. In der Businessplanphase entsteht schließlich ein investorenreifer Businessplan in Form eines Read Decks, mit dem die Teams den nächsten Schritt Richtung Unternehmensgründung gehen können. Eine Teilnahme an vorherigen Phasen ist dabei keine Voraussetzung – jedes Team kann flexibel einsteigen.

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