Mainz (dpa/lrs) 15:18 Uhr – Die größte kommunale Kläranlage von Rheinland-Pfalz erhält bis 2027 eine vierte Reinigungsstufe. Diese soll Abwasser von Rückständen aus Medikamenten, Kosmetika und anderen Schadstoffen befreien, die bisherige Klärstufen nicht entfernen können.
Denn nach der Klärung mit herkömmlichen Verfahren verbleiben zahlreiche langlebige Schadstoffe im Abwasser. Das Beispiel Diclofenac verdeutlicht die Dimension: In Deutschland verbrauchen Menschen jährlich etwa 85 Tonnen dieses Schmerzmittels. Allein in der Kläranlage Mainz gelangen umgerechnet etwa 100 Tuben dieses Wirkstoffs täglich in den Rhein, weil es nicht vollständig herausgefiltert werden kann. Mit der vierten Reinigungsstufe würde diese Menge auf geschätzt 0,2 Tuben sinken.
Die neue Filterstufe kombiniert zwei Verfahren: Zunächst spaltet Ozon die chemischen Verbindungen der Schadstoffe. Anschließend fließt das Wasser durch granulierte Aktivkohle, an der die aufgespaltenen Substanzen adsorbieren. Der so gewonnene Klärschlamm wird schließlich verbrannt. Diese Ergänzung rundet die herkömmliche Aufreinigung aus physikalischer, biologischer und chemischer Reinigung ab
22.5. – Wasserwerke wegen Chemikalien-Belastung im Rhein alarmiert
Karlsruhe (dpa/lsw) 4:02 Uhr – Wasserwerke sehen durch eine Chemikalie das Trinkwasser bedroht, die zunehmend im Rhein und anderen Gewässern nachweisbar ist. Nach dem neuesten Rhein-Bericht der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR) verbreitet sich die so genannte Ewigkeitschemikalie Trifluoracetat (TFA) ungebremst weiter. Das Trinkwasser sei direkt betroffen und könnte irreversibel geschädigt werden, warnten die Verbandspräsidenten Matthias Maier und Roman Wiget anlässlich ihrer Mitgliederversammlung.
TFA ist ein Abbauprodukt zahlreicher chemischer Erzeugnisse wie Kältemittel, Pharmaka und Pflanzenschutzmittel, das mit bisherigen Methoden nicht aus dem Wasser herausgefiltert werden kann. Allein am Hochrhein habe sich die TFA-Konzentration in den letzten acht Jahren wertemäßig verdoppelt: von 0,1 Mikrogramm auf 0,8 oder 1 Mikrogramm je Liter, berichtet Maier. „Und die TFA-Einträge werden in den in nächsten 20 Jahren zunehmen“, prognostiziert er.
„TFA baut sich nicht ab, sondern jeder weitere Eintrag findet sich in der Umwelt und im Wasser.“ Die AWBR fordert deshalb das Verbot von Ewigkeitschemikalien, wo immer diese in die Umwelt gelangen. Der Verband verfügt über Messnetze an Aare, Rhein, Donau und Neckar sowie unter anderem am Bodensee, Zürichsee, Vierwaldstädtersee und Bielersee. Mit rund 30 regelmäßig beprobten Messstellen hat er das umfassendste Messnetz am Hoch- und Oberrhein.
20.5. – Fabian Walter ergänzt das Spectaris-Führungsteam
Spectaris (Berlin) 12:21 Uhr – Der Fachverband Analysen-, Bio- und Labortechnik im Deutschen Industrieverband Spectaris hat im Rahmen seines diesjährigen Branchentags turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Alle bisherigen Mitglieder wurden einstimmig im Amt bestätigt. Neu in das Gremium aufgenommen wurde Fabian Walter, Head of LPS Product Development Engineering & Technology Services bei Sartorius.
Der Vorstand des Fachverbands setzt sich nun wie folgt zusammen:
Dr. Axel Jahns, Vice President Corporate Citizenship & Governmental Affairs, Eppendorf SE
Heinrich Jürgens, Gesellschafter, Jüke Systemtechnik GmbH
Dr. Eike Kleine-Benne, Director Innovation and Technique, Gerstel GmbH & Co. KG
Peter Schütte, Managing Director Marketing & Sales, Brand GmbH & Co. KG
Jürgen Semmler, Geschäftsführer, Shimadzu Europa GmbH
Fabian Walter, Head of LPS Product Development Engineering & Technology Services, Sartorius AG
Mit der Wiederwahl des bisherigen Vorstands und der Ergänzung durch Fabian Walter setzt der Fachverband auf eine Mischung aus Erfahrung und neuen Impulsen.
20.5. – WHO-Pandemievertrag soll künftig Panik und Chaos verhindern
Genf (dpa) 5:01 Uhr –Die Weltgemeinschaft will Panik und Chaos wie während der Corona-Pandemie im Fall einer neuen großen Gesundheitsnotlage verhindern. Dafür gibt es jetzt einen Pandemievertrag, den mehr als 190 Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf formell verabschieden wollen. Denn WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt: „Die nächste Pandemie ist keine Frage des ‚ob‘, sondern des ‚wann‘“.
Worum geht es in dem Vertrag?
Prävention: Länder verpflichten sich, ihre Gesundheitssysteme und die Überwachung des Tierreichs so zu stärken, dass Krankheitsausbrüche schnell entdeckt und möglichst im Keim erstickt werden.
Lieferketten: Alle Länder sollen Zugriff auf Schutzmaterial, Medikamente und Impfstoff haben. Gesundheitspersonal soll weltweit zuerst versorgt werden.
Technologietransfer: Pharmafirmen sollen ihr Know-how teilen, damit auch in anderen Ländern Medikamente und Impfstoffe produziert werden können.
Forschung und Entwicklung: DNA-Sequenzen von Pathogenen - also etwa Viren, Bakterien oder anderen Mikroorganismen - sollen für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen frei zur Verfügung gestellt werden. Im Gegenzug sollen Impfstofffirmen der WHO zehn Prozent ihrer Produktion zur Verteilung in ärmeren Ländern spenden und weitere zehn Prozent zu günstigen Preisen abgeben – das so genannte Pabs-System.
13.5. – Chemie-Großforschungszentrum in Merseburg nimmt Gestalt an
Magdeburg (dpa/sa) 10:26 Uhr – Das geplante Großforschungszentrum „Center for the Transformation of Chemistry“ (CTC) in Merseburg nimmt konkrete Formen an. Wie die Landesregierung in Sachsen-Anhalt mitteilte, billigte sie am Dienstag die Gründung einer Trägergesellschaft in Form einer gemeinnützigen GmbH. Zudem stellt das Land kostenfrei ein rund drei Hektar großes Grundstück auf dem Campus der Hochschule Merseburg zur Verfügung, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte.
„Mit dem CTC entsteht derzeit ein neuer Leuchtturm für Spitzenforschung und Technologietransfer in Mitteldeutschland“, sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Das Zentrum solle die Transformation der Chemieindustrie hin zur Kreislaufwirtschaft beschleunigen und dabei auch hochwertige Arbeitsplätze schaffen.
Stand: 08.12.2025
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Insgesamt sollen an den beiden Standorten Merseburg (Sachsen-Anhalt) und Delitzsch (Sachsen) bis 2038 bis zu 1.000 Forschende arbeiten, rund 300 davon in Merseburg. Das CTC wird im Rahmen des Kohleausstiegs vom Bund mit bis zu 1,1 Milliarden Euro gefördert - bis zu 330 Millionen Euro davon gehen nach Sachsen-Anhalt.
Die neue Trägergesellschaft soll bis Ende Juni 2025 stehen und dem CTC unter anderem ermöglichen, eigenständig Personal einzustellen und Verträge zu schließen. Gesellschafter sind der Bund sowie die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt.
12.5. – Bayer gibt Standort Frankfurt auf – 500 Jobs betroffen
Leverkusen (dpa) 17:00 Uhr – Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer stellt sein Pflanzenschutz-Geschäft neu auf und schließt seinen Standort in Frankfurt. Wegen Kostendrucks aus Asien will der Dax-Konzern seine Agrarsparte künftig stärker auf strategische, innovative Technologien und Produkte ausrichten, um sich im harten Preiskampf mit Herstellern von Nachahmerprodukten abzuheben.
Im Zuge dessen will Bayer seinen Standort in Frankfurt mit 500 Beschäftigten bis Ende 2028 aufgeben, teilte der Konzern mit. Die Forschung und Entwicklung werde künftig in Monheim am Rhein gebündelt. Zudem solle die Produktion am Standort Dormagen nahe Leverkusen schlanker aufgestellt werden, rund 200 Stellen sollen dort wegfallen. Derzeit sind dort knapp 1.200 Menschen beschäftigt.
Im Frankfurter Industriepark Höchst unterhält Bayer sowohl Produktionskapazitäten für Herbizidwirkstoffe und -formulierungen als auch Forschung und Entwicklung für Pflanzenschutzmittel. Allerdings sollen nicht alle Arbeitsplätze wegfallen, wie Bayer betont. Für Teile der Produktion soll ein Käufer gefunden werden, andere sollen auf die Standorte in Dormagen und Knapsack in Hürth bei Köln übergehen.
Als Grund für die Einschnitte gab Bayer Kostendruck und zunehmende regulatorische Hürden an. „Insbesondere asiatische Hersteller von Pflanzenschutzmittel-Generika haben in den vergangenen Jahren große Überkapazitäten aufgebaut und drängen mit bleibenden Niedrigstpreisen in den Markt, die teilweise unter den Herstellungskosten von Pflanzenschutzmitteln in Europa liegen“, erklärte der Konzern.
Die Chemiegewerkschaft IG BCE und der Bayer-Betriebsrat reagierten mit scharfer Kritik. „Diese Schließungspläne sind eine Zäsur in der 162-jährigen Konzerngeschichte und stehen im Widerspruch zum erklärten Bayer-Bekenntnis zum Heimatstandort Deutschland“, sagte Francesco Grioli, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE.
9.5. – Wie die Lebensmittelbranche zum Klimaschutz beitragen kann
Quakenbrück (dpa/lni) 6:01 Uhr – Die Zusammenhänge zwischen Lebensmittelproduktion und dem Klimaschutz stehen im Mittelpunkt einer internationalen wissenschaftlichen Tagung im Oldenburger Münsterland. Unter dem Titel „Insects Plus“ veranstaltet das in Quakenbrück ansässige Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) erstmals diesen Kongress.
Mehr als 300 Teilnehmer aus 150 Institutionen und mehr als 25 Aussteller werden zu der vom 12. bis zum 14. Mai in der Stadthalle Cloppenburg laufenden Veranstaltung erwartet, sagte der Geschäftsführende Vorstand des DIL, Volker Heinz. Die Leitfrage der Tagung sei die Gesamtverwertung von Biomasse, sagte Heinz. So ermöglichten Pflanzen, das in der Atmosphäre enthaltene Klimagas CO2 zu binden. Durch eine thermische Behandlung unter Sauerstoffabschluss, der so genannte Pyrolyse, lasse sich die Biomasse in Pflanzenkohle umwandeln, in der das CO2 gebunden sei.
„Die Pflanzenkohle kann gelagert werden, sie kann aber auch zur Bodenverbesserung eingesetzt werden, weil sie ein sehr guter Feuchtigkeitsspeicher ist“, erklärte Heinz. Pflanzenkohle selbst sei so reaktionsträge, dass das eingelagerte CO2 über Jahrhunderte nicht wieder in die Atmosphäre entweiche. „Im Prinzip ist das einer der effizienteren Weg, CO2 aus der Atmosphäre zu nehmen“, sagte Heinz. Verfahren wie die Verpressung des Klimagases im Erdboden oder auf dem Meeresboden seien mit sehr hohem technischem Aufwand verbunden.
Ein anderes wichtiges Thema sei die Nutzung von Insekten als Futter fürs Vieh. Damit ließe sich die Einfuhr von Soja als Tierfutter aus Südamerika reduzieren, sagte Heinz. Unter anderem in den Niederlanden, in Frankreich und in Dänemark gebe es bereits große Insektenfarmen. Die Branche stehe aber noch am Anfang. „Da besteht noch ganz erheblicher Forschungsbedarf, denn der Teufel liegt bekanntlich im Detail“, sagte Heinz. Aber in der Nutzung von Insekten liege ein Potenzial zur CO2-Einsparung.
6.5. – VCI mit drei Forderungen für neuen Bundeskanzler
Frankfurt am Main (VCI) 16:19 Uhr – Im zweiten Wahlgang hat es geklappt: Deutschland hat eine neue Regierung. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) gratuliert Friedrich Merz zur Wahl als Bundeskanzler. „Das war ein schwieriger Tag, nicht nur für Friedrich Merz“, sagt VCI-Präsident Markus Steilemann. „Für einen Aufbruch brauchen wir mehr gemeinsames Handeln und weniger Parteitaktik. Das muss ab jetzt die Devise sein.“ Mit dem Koalitionsvertrag und den skizzierten Eckpfeilern einer Zukunftsagenda könne Deutschland, und auch ganz Europa, als wichtiger Player auf der Weltbühne zurückkehren. Das Potenzial sei da, es müsse nur mutig umgesetzt werden, erläutert Steilemann. „Unsere Branche kann mit ihrer Innovationskraft der Motor beim Weg zurück an die Spitze sein.“
Entscheidende Weichen muss die Regierung aus Sicht des VCI bereits in den ersten 100 Tagen stellen. „Merz und Co. sind sofort gefordert. Die Bundesregierung muss zeigen, dass der industriepolitische Neustart gelingt“, sagt VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.
Der Fokus muss auf einer verlässlichen und belastbaren Wirtschaftspolitik liegen. Drei Punkte sind dafür zentral:
1. Energiekosten drücken: Die Bundesregierung muss sofort ein Paket auf den Weg bringen, das den Strom- und Gaspreis auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau senkt. So muss etwa für den geplanten Industriestrompreis in den ersten 100 Tagen der Weg geebnet werden.
2. Standort entfesseln: Der VCI fordert, dass der Bund seine „Chemieagenda 2045“ bereits in den ersten 100 Tagen skizziert. Auch bei den für die Industrie zentralen Mega-Themen „Bürokratieabbau“ und „geringere Unternehmenssteuern“ darf es nicht bei weichen Absichtserklärungen bleiben.
3. EU-Trümpfe ausspielen: Deutschland muss in den ersten 100 Tagen die Führung in der EU übernehmen und gemeinsam mit Frankreich und Polen dafür sorgen, dass die EU ihre Trümpfe ausspielt. Mit dem Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Innovation bleibt die Chemikalienpolitik risikobasiert, bestehende Gesetze und REACH werden vereinfacht und es kommt kein pauschales Stoffverbot, das fatale Auswirkungen auf die Industrieproduktion hätte.
5.5. – Biontech peilt ersten Krebs-Zulassungsantrag Ende 2025 an
Mainz (dpa) 12:46 Uhr – Das mit seinem Corona-Impfstoff bekanntgewordene Unternehmen Biontech will bis Ende dieses Jahres einen ersten Zulassungsantrag für ein Krebsmedikament einreichen. Geplant sei der Antrag in den USA für eine Art Chemotherapie der nächsten Generation gegen Gebärmutterkrebs, teilten die Mainzer mit. Bei einer solchen Therapie kommen so genannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate zum Einsatz. Dabei sollen Wirkstoffe der Chemotherapie mithilfe von Antikörpern gezielter an Krebszellen gebracht werden.
Eine erste onkologische Marktzulassung peilt Biontech nach wie vor 2026 an. Klinische Studien in der späten Phase 3 laufen für mehrere Wirkstoffkandidaten und für die Behandlung verschiedener Krebsarten.
Auf dem Weg dorthin musste Biontech im ersten Quartal 2025 einen Nettoverlust von 415,8 Millionen Euro hinnehmen – noch einmal mehr als die 315,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze lagen in den ersten drei Monaten 2025 bei 182,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 187,6 Millionen Euro).
2.5. – Durch hunderte Bisse zu Mittel gegen Schlangengifte gelangt
New York (dpa) 17:01 Uhr – Der von Schlangen begeisterte US-Amerikaner Tim Friede hat sich selbst über Jahre größere Dosierungen von Schlangengiften verabreicht, sodass er schließlich gegen das Gift verschiedener giftigen Schlangen resistent war. Darauf aufbauend haben Wissenschaftler der Columbia Universität in New York und des Medizinunternehmens Centivax ein Gegengift entwickelt, das ihren Angaben zufolge das am breitesten einsetzbare bislang verfügbare Mittel sein soll. Das aus drei Stoffen bestehende Präparat soll vor den Giften von Königskobra, Schwarzer Mamba und 17 anderen Giftnattern (Elapidae) zumindest teilweise schützen, wie das Team im Fachblatt „Cell“ berichtet.
Ein großes Problem bei der Entwicklung von Gegenmitteln gegen Schlangenbisse ist, dass die Gifte oft aus einem Cocktail verschiedener Toxine bestehen, die unterschiedliche Wirkungen haben. Normalerweise würden Gegengifte dadurch entwickelt, dass man etwa Pferden oder Schafen das Gift einzelner Schlangenarten verabreicht und die gebildeten Antikörper isoliert, schreiben die Forscher. Dieses Verfahren könne zwar wirksam sein, aber auch gravierende Nebeneffekte haben, wenn die nicht-menschlichen Antikörper bei Menschen zum Einsatz kämen. Zudem wirken diese so genannten Antivenome nur gegen die Gifte der jeweiligen Schlangenart.
Aus Friedes Blut isolierten die Forscher nun zwei besonders breit wirkende Antikörper - LNX-D09 und SNX-B03 - und kombinierten sie mit einem Enzym-Hemmer zu einem Wirkstoff, der vor gleich mehreren Giften verschiedener Giftnattern schützen soll. In der Studie wurde dieser Cocktail an Mäusen getestet, die zuvor Gifte verschiedener Giftnattern verabreicht bekamen. Die Forscher räumen ein, dass diese Erfolge an Mäusen noch nicht ausreichen. In einem nächsten Schritt soll das Gegengift in Tierarztkliniken an Hunden getestet werden, die von Schlangen gebissen wurden.
Eine weitere Einschränkung sieht der nicht an der Studie beteiligte Biochemiker Tim Lüddecke von der Universität Gießen darin, dass die Wirkung auf die Gruppe der Giftnattern begrenzt sei: „Die Gifte der Vipern, welche völlig anders wirken und anders aufgebaut sind, werden nicht adressiert.“ Das habe wichtige Konsequenzen in der Anwendung, denn diese Gruppe von Schlangen (Viperidae) verursache einen Großteil der Schlangenbisse.
Das amerikanische Forscherteam selbst verfolgt das Ziel, langfristig ein oder verschiedene Universalmittel zu entwickeln, das sowohl Giftnattern als auch Vipern abdeckt.