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Digitalisierung der Forschung

BASF startet Supercomputer „Quriosity“

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Mit einer Leistungsaufnahme von 600 kW verbraucht er in einer Stunde unter Volllast 600 kWh und erzeugt eine entsprechende Abwärme. Aber nicht nur die Infrastruktur musste stimmen, der Rechner musste auch in die IT-Struktur der BASF integriert werden. „Ohne ein extrem engagiertes Team aus den verschiedensten Einheiten der BASF wäre diese Leistung überhaupt nicht möglich gewesen“, weiß Schenk.

Abstimmung wie Tetris – Erste Rechnungen laufen bereits

Jetzt geht es darum, die neuen Möglichkeiten auch wertschöpfend zu nutzen. „Es gibt eine Warteschlange von Projekten, bei denen der neue Rechner genutzt werden soll“, berichtet Schenk. „Die Herausforderung ist, die zahlreichen Projekte und verschiedenen Computerprogramme so aufeinander abzustimmen, dass sie die Kapazität von Quriosity optimal nutzen. Das ist ein bisschen wie Tetris.“

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Zu den ersten Rechnungen gehören Simulationen von Industriekatalysatoren, Pflanzenschutzmitteln und Materialien. Alles Themen, bei denen viel Rechenleistung benötigt wird. Bei den Katalysatoren geht es vor allem darum, ihre Effizienz und damit die Nachhaltigkeit zu steigern, indem weniger Rohstoffe benötigt und weniger Abfälle produziert werden. Auch Pflanzenschutzmittel sollen noch effizienter sowie zielgerichteter wirken, um aktuellen und zukünftigen Anforderungen besser gerecht zu werden.

Für die Modellierung von Materialien und Systemen wie Schäumen und Formulierungen ermöglicht die gesteigerte Rechenleistung eine genauere Vorhersage von Funktion und Eigenschaften. „Bisher konnte man bei Simulationen immer nur sehr wenige Parameter verändern und musste dann das Ergebnis abwarten. Mit dem Supercomputer sind deutlich komplexere Modelle möglich, bei denen deutlich mehr Parameter variiert werden können“, erklärt Schenk. Insgesamt könne so nicht nur die Entwicklungsdauer signifikant verkürzt, sondern auch bislang verborgene Zusammenhänge erkannt und genutzt werden, um völlig neue Forschungsansätze voranzutreiben.

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