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Flavonoide

Die schwerste Petersilie der Welt

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Für die Aufzucht der besondern Pflanzen wurde die Klimakammer vom Jülicher Pflanzenwissenschaftler Dr. Siegfried Jahnke speziell an die Notwendigkeiten der „schweren“ Anzucht angepasst. „Auch der 'schwere' Kohlenstoff kommt in der Luft natürlicherweise vor, jedoch nur mit knapp einem Prozent“, sagt Dr. Jahnke. „Wir müssen daher die Luft erst vom 12C befreien und dann wieder durch das markierte Kohlendioxid ersetzen.“ Dadurch kostet eine Flasche von dem gasförmigen „Dünger“ rund 100 000 Euro. Neben den Anteilen der beteiligten Institute werden die Kosten weitgehend vom Deutschen Stiftungszentrum (Stiftungsfonds Unilever) und von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn getragen.

Biosynthese der Flavonoide mit Ionenmassenspektrometrie analysieren

Etwas mehr als zwei Kilo an Grünsubstanz konnten bislang in den Jülicher Kammern markiert und geerntet werden. Maike Gleichenhagen vom Bonner Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften, die im Rahmen des Projekts „PhytoFuN“ (Phyto Functional Nutrition) ihre Doktorarbeit anfertigt, konnte zeigen, dass die Pflanzen den markierten Kohlenstoff 13C mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent in die Flavonoide eingebaut haben. Diese Messungen bestätigte auch Dr. Markus Boner von der TÜV Rheinland Agroisolab GmbH mittels der Isotopenmassenspektrometrie. „Dies eröffnet uns sehr gute Möglichkeiten, die Biosynthese der Flavonoide über die Markierung zu verfolgen“, freut sich Prof. Janzik.

Anfang 2012 beginnen Tests mit menschlichen Probanden

Anfang 2012 sollen in Bonn die Tests mit den Probanden beginnen. „Sie bekommen die markierten und extrahierten Flavonoide in üblichen Speisen – zum Beispiel als Pfefferminztee – gereicht“, sagt Prof. Peter Stehle, Ernährungswissenschaftler der Uni Bonn. Erste Analyseergebnisse werden vermutlich Mitte 2012 vorliegen. Die Wissenschaftler planen bereits eine Ausweitung der Tests und wollen weitere Fördermittel beantragen. „Denn über die Wirkung von Flavonoiden in Pflanzen und in Menschen gibt es noch viel zu lernen“, erklärt Prof. Janzik.

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