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Flavonoide Die schwerste Petersilie der Welt

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Jülicher und Bonner Forscher kultivieren in einem Forschungsprojekt 13C-markierte Kräuter zur Aufklärung der Wirkung von Flavonoiden. Dies soll in Zukunft dabei helfen, die antioxidative Wirkung der Flavonoide besser nutzen zu können.

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Maike Gleichenhagen vom Bonner Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften konnte im Rahmen ihrer Doktorarbeit zeigen, dass die Pflanzen den markierten Kohlenstoff 13C mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent in die Flavonoide eingebaut haben. (Bild: Universität Bonn)
Maike Gleichenhagen vom Bonner Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften konnte im Rahmen ihrer Doktorarbeit zeigen, dass die Pflanzen den markierten Kohlenstoff 13C mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent in die Flavonoide eingebaut haben. (Bild: Universität Bonn)

Jülich, Bonn – Gemüse und Kräuter werden gemeinhin der leichten Küche zugeordnet. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der Universität Bonn haben nun Petersilie, Spinat und Pfefferminze angezogen, die zur „schweren“ Kost gehören. Was die Küchenkräuter so gewichtig macht, ist eine chemische Markierung mit dem nicht-radioaktiven Isotop 13C. Die Forscher wollen damit testen, ob so genannte Flavonoide, welche in diesen Pflanzen enthalten sind, im Stoffwechsel von Probanden tatsächlich die ihnen zugesprochene Schutzwirkung entfalten.

Flavonoide kommen in Pflanzen nur in einem Promilleanteil vor. Ihnen wird eine antioxidative Wirkung zugeschrieben - sie sollen unter anderem vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebs schützen. Wissenschaftler wollen nun mit einer markierten „gewichtigen“ Variante dieser Pflanzen die Spur der Flavonoide im menschlichen Stoffwechsel verfolgen.

Begasung durch 13C-markiertes Kohlendioxid

Zur Anzucht werden die Pflanzen in einer speziellen Klimakammer im Forschungszentrum Jülich mit CO2 begast. Das eingesetzte CO2 enthält aber nicht den in der Atmosphäre überwiegend vorkommenden Kohlenstoff 12C, sondern das viel seltenere, schwerere Isotop 13C. „Die Pflanzen nehmen das markierte Kohlendioxid auf und wandeln es im Rahmen der Fotosynthese in Zucker um“, erklärt Prof. Ingar Janzik vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften. „Dieser Zucker mit dem schweren Kohlenstoff ist dann der Ausgangsstoff für alle weiteren Substanzen, die in der Pflanze gebildet werden.“

Flavonoide im menschlichen Stoffwechsel verfolgen

Die Bonner Wissenschaftler wollen aus den markierten „schweren“ Pflanzen die Flavonoide isolieren und Probanden über die Nahrung anbieten. „Das Kohlenstoffisotop 13C ist für die Testpersonen vollkommen ungefährlich, es ist weder radioaktiv noch giftig, nur eben ein bisschen schwerer“, sagt Lebensmittelchemiker Prof. Rudolf Galensa von der Universität Bonn. Damit kann es jedoch im Stoffwechsel der Probanden nachverfolgt werden.

Um die Ausbeute an markierten Flavonoiden zu maximieren, wurden am Institut für Gartenbauwissenschaften von Prof. Georg Noga spezielle Spinat-, Petersilie- und Pfefferminzesorten als Versuchspflanzen ausgewählt. „Die für uns interessanten Flavonoide liegen in diesen Pflanzen in vergleichsweise hohen Gehalten vor“, sagt Dr. Benno Zimmermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Prof. Galensas Team.

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