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Depression

Förderung für Forschung an Epigenetik der Depression

| Autor / Redakteur: Anna Niedl* / Dr. Ilka Ottleben

Etwa 6 bis 10 % der Bevölkerung leiden an Depressionen.
Etwa 6 bis 10 % der Bevölkerung leiden an Depressionen. (Bild: Johan Swanepoel – Fotolia)

Die Regierungen von Frankreich, Deutschland und Kanada haben sich zusammengeschlossen, um epigenetische Mechanismen von komplexen Krankheiten wie Depressionen zu erforschen und neue Möglichkeiten zur Vorbeugung, Diagnose und Therapie zu entwickeln.

München – Alon Chen (Deutschland), Gustavo Turecki (Kanada), El Chérif Ibrahim und Catherine Belzung (Frankreich) haben über 1 Million Euro für ihre gemeinsame Erforschung der Bedeutung kleiner, nicht-kodierender RNA-Moleküle (ncRNA) bei der Depression erhalten. ncRNAs werden nicht in Proteine übersetzt sondern steuern die Aktivität von Genen und somit viele verschiedene Vorgänge in Zellen. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass die ncRNAs eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Therapie von psychischen Krankheiten spielen. In ihrem gemeinsamen Projekt wollen die Wissenschaftler zum einen Biomarker für die Krankheit Depression finden und zum anderen Moleküle bestimmen, anhand derer man vorhersagen kann, ob bestimmte Medikamente bei bestimmten Patienten wirken werden.

Biomarker für Diagnostik und Therapie von Depressionen

Etwa 6 bis 10 % der Bevölkerung leiden an Depressionen. Trotz dieser Häufigkeit und der großen mit der Erkrankung verbundenen Belastung wissen wir bisher nur sehr wenig über die biologischen Mechanismen, die bei einem Patienten Depressionen auslösen. Die Krankheit wird vorwiegend mit Antidepressiva behandelt. Jeder dritte Patient leidet jedoch an erheblichen Nebenwirkungen und benötigt einige Anläufe, bis die richtige Therapie gefunden wurde. Daher ist es besonders wichtig, nicht nur Biomarker zur Diagnose zu finden, sondern auch solche, die die Wirkung einer Therapie mit Antidepressiva vorhersagen.

Umweltfaktoren und der Einfluss der Epigenetik

Depressionen werden häufig durch Umweltauslöser hervorgerufen und Umweltfaktoren tragen entscheidend zum Krankheitsverlauf bei. Deswegen ist es besonders wichtig, dynamische epigenetische Faktoren bei der Entstehung und während der Behandlung einer Depression zu untersuchen. „In unserem gemeinsamen Projekt möchten wir erforschen, wie ncRNAs den Ausbruch von Depressionen steuern. Außerdem möchten wir herausfinden, ob sie sich als Biomarker für Depressionen und als Vorhersagemöglichkeit für das Ansprechen auf Antidepressiva eignen“, erklärt Alon Chen, Direktor am Max-Planck-Institut für Psychiatrie. „Dieses Projektvorhaben bringt führende Experten auf dem Gebiet der Neurobiologie und Behandlung der Depression zusammen. Wir erwarten, dass die Ergebnisse dieses Projekts künftig bedeutenden Einfluss auf die Behandlung von Depressionen haben werden.“

* Dr. A. Niedl: Max-Planck-Institut für Psychiatrie, 80804 München

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