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Schwere Atemwegs-Infektion Forscher wollen Impfstoff gegen MERS-Coronavirus finden

Redakteur: Tobias Hüser

Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi) hat eine Kooperation mit IDT Biologika bekannt gegeben, in deren Rahmen IDT bis zu 36 Millionen Dollar für die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs gegen das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) erhält. Dabei handelt es sich um einen zoonotischen Erreger, der von Dromedaren auf Menschen übertragen wird.

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Richard Hatchett (links), CEO der CEPI, und Andreas Kastenbauer, CEO von IDT, freuen sich über die Kooperation.
Richard Hatchett (links), CEO der CEPI, und Andreas Kastenbauer, CEO von IDT, freuen sich über die Kooperation.
(Bild: BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Dessau-Roßlau, Oslo/Norwegen – Gemäß dem Rahmenvertrag für die Zusammenarbeit wird IDT von Cepi Gelder für die Weiterentwicklung seines MERS-CoV-Impfstoffs erhalten. Cepi unterstützt die ersten Entwicklungsphasen mit 15,7 Millionen Dollar und Optionen auf Investitionen von bis zu insgesamt 36 Millionen US-Dollar über fünf Jahre – einschließlich klinischer Entwicklung, Prozessentwicklung, Herstellung und Lagerhaltung des Impfstoffs.

Der Impfstoff wird in einem Konsortium aus IDT Biologika, dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), dem Viroscience Department des Erasmus Medical Center und dem klinischen Forschungsinstitut CR2O entwickelt. Der vom Konsortium für den MERS-CoV-Impfstoff derzeit entwickelte Impfstoff-Kandidat wurde vom DZIF bis zur klinischen Phase 1 gebracht und basiert auf einem rekombinanten Modifizierten Vaccinia Ankara (MVA)-Vektor. IDT Biologika hat ein firmeneigenes Zellsubstrat für die Massenproduktion des MVA-basierten Impfstoffs entwickelt. Die erste Generation des in primären Hühnerembryo-Fibroblasten hergestellten MVA-MERS-Impfstoffs wird derzeit in einer laufenden klinischen Studie beurteilt.

Derzeit kein Impfstoff vorhanden

Das 2012 erstmals identifizierte MERS-CoV wird über Tröpfcheninfektion der Atemwege von Dromedaren übertragen. Die Infektion kann eine Atemwegserkrankung mit Fieber und Husten verursachen, die sich zu einer schweren Lungenentzündung entwickeln kann. Rund 35 % der gemeldeten Patienten mit MERS-CoV starben. Derzeit ist kein Impfstoff gegen MERS-CoV verfügbar.

Seit 2012 sind 2.229 laborbestätigte Fälle in 27 Ländern aufgetreten. Angesichts des epidemischen Potentials hat die WHO MERS-CoV als Krankheit mit hoher Priorität für Forschung und Entwicklung eingestuft. Die Krankheit ist mehrfach vor allem in Saudi Arabien und andern Ländern des Nahen Ostens, aber auch außerhalb dieser Region, in großem Maßstab ausgebrochen. So kehrte 2015 eine mit MERS-CoV infizierte Person aus dem Nahen Osten nach Südkorea zurück und infizierte dort 186 Menschen mit dem Virus, was zu 36 Todesfällen führte und erhebliche sozioökonomische Auswirkungen hatte.

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