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Studie untermauert Vorteile artenreicher Beforstung

Mischwald: Die bessere Alternative für unser Klima

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Forsttradition in Bayern

Um wissenschaftlich fundierte Ergebnisse über die Waldentwicklung zu erhalten, sind langfristige Versuchsflächen Voraussetzung. In Bayern wurden diese in der Vergangenheit aber vor allem durch Reinbestände abgedeckt – wissenschaftlich protokollierte Mischwaldflächen waren die Ausnahme.

Dabei ist das forstliche Versuchswesen in Bayern das älteste der Welt, die empirische Grundlage einzigartig: Schon in den 1870er Jahren ließ Ministerialrat August Ganghofer, Vater des Schriftstellers Ludwig Ganghofer, Versuchsflächen anlegen. Er sei überzeugt gewesen, dass nur wiederholte Analysen verlässliche Informationen lieferten, erläutert Pretzsch.

Neue Waldflächen für die Forschung

Das bayrische Waldflächennetz besteht inzwischen aus über 1.000 Einzelflächen. Davon sind 80 Prozent Monokulturen. In den kommenden fünf Jahren soll sich dies aber ändern und mehr als hundert Hektar Mischbestand die Versuchswälder erweitern.

Das Mammutprojekt wird künftig wichtige Fakten über das Funktionieren und Management von Mischbeständen liefern. „Das wird hochinteressant für die Wissenschaft und erbringt Entscheidungshilfen für die Praxis“, sagt Pretzsch. Er ist überzeugt: „Mischbestände werden angesichts des Klimawandels und der steigenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen an den Wald weltweit an Bedeutung zunehmen.“ Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die bayerischen Staatsforsten finanzieren das Projekt.

Originalpublikation: H. Jactel, E. S. Gritti, L. Drössler, D. I. Forrester, W. L. Mason, X. Morin, H. Pretzsch, B. Castagneyrol: Positive biodiversity–productivity relationships in forests: climate matters. Biology letters, British Royal Society, 14(4), 2017 0747, DOI: 10.1098/rsbl.2017.0747

* S. Letz, Technische Universität München, 80333 München

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