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Raps Raps kann Soja als Proteinquelle ersetzen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Heute leiden weltweit über 500 Millionen Menschen unter Eiweißmangel. Schwerwiegende Erkrankungen wie Kwashiorkor können die Folge sein. Die Eiweißversorgung wird damit zum begrenzenden Faktor für eine ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung, die jährlich um etwa 80 Millionen Menschen ansteigt. In einer wissenschaftlichen Studie haben Jenaer Wissenschaftler jetzt eine neue Eiweißquelle entdeckt.

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Rapsprotein aus heimischem Anbau kann Sojaeiweiß in Lebensmitteln ersetzen.
Rapsprotein aus heimischem Anbau kann Sojaeiweiß in Lebensmitteln ersetzen.
(Bild: Anne Günther/FSU)

Jena – Die steigende Weltbevölkerung (7,118 Mrd. Stand Januar 2013) macht es notwendig, dass über alternative Ernährungsquellen nachgedacht wird. „Immer fragwürdiger erscheint die Praxis, wertvolles pflanzliches Protein an Tiere zu verfüttern“, sagt Prof. Dr. Gerhard Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Durch das Verfüttern an Tiere und die Umwandlung in tierisches Protein gingen etwa zwei Drittel des Proteins verloren, so der Ernährungswissenschaftler. „Pflanzliches Eiweiß kann hingegen zu 100 Prozent genutzt werden.“ Angesichts geringer werdender Flächen für den Nahrungsmittelanbau führe an einer Reduktion des Fleischkonsums wohl kein Weg vorbei, ist Prof. Jahreis überzeugt.

In Zukunft weniger Fleisch

Außerdem müssten zusätzliche Proteinquellen für die menschliche Ernährung nutzbar gemacht werden. Eine wichtige Rolle dabei, so der Jenaer Ernährungswissenschaftler, könnten Rapspflanzen spielen. Jahreis und sein Team haben jetzt die Rapspflanze als Ganzes auf ihr Potenzial für die menschliche Ernährung untersucht. Sie haben die weltweit erste Studie zur Verwertung von Rapseiweiß beim Menschen durchgeführt.

„Jährlich werden 80 Millionen Tonnen Rapseiweiß geerntet und ausschließlich an Tiere verfüttert. Wir sind sehr daran interessiert, diese wertvolle Eiweißquelle direkt für die menschliche Ernährung zu erschließen“, sagt Jahreis.

Der Ernährungswissenschaftler fügt hinzu, dass Rapsöl sich als wertvolles Omega-3-Öl bereits einen festen Platz in der menschlichen Ernährung erkämpft habe. „Wir konnten feststellen, dass es keine Unterschiede in der Bioverfügbarkeit zwischen den beiden Proteinträgern Soja und Raps gibt.“ Damit könne das für die Herstellung von Lebensmitteln vielseitig verwendete und größtenteils in Südamerika angebaute Soja vollständig durch heimisches Rapsprotein ersetzt werden bzw. stehe zusätzlich als gleichwertige Proteinquelle zur Verfügung.

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