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Coulter-Zellzähler im Pipettenformat
Eine neue Entwicklung kombiniert nun die einfache Handhabung automatischer Geräte und die Präzision der Coulter-Technik in einem preisgünstigen und tragbaren Gerät, dem Scepter-Zytometer von Merck Millipore. Das Gerät hat die Größe einer elektronischen Pipette (s. Abb. 2) und verwendet eine Kombination aus analoger und digitaler Hardware zur Zellerkennung, Signalverarbeitung, Datenspeicherung und grafischen Darstellung. Der dazugehörige Einweg-Sensor verfügt über eine mikrogefertigte Detektionszone, die eine Unterscheidung der untersuchten Zellen nach Zellgröße und Zellvolumen mit einer Auflösung im Mikro- und Picoliterbereich ermöglicht. Sensoren mit einer Öffnung von 40 bzw. 60 µm ermöglichen die Zählung von Zellen mit einem Durchmesser von 3 bis 36 µm. Statistiken zur jeweiligen Zellpopulation werden als Histogramm direkt auf dem Display des Geräts angezeigt.
Zur Durchführung einer Zellzählung wird zunächst ein Einweg-Sensor auf das Gerät aufgesteckt und in die Zellprobe eingetaucht, aus der automatisch das benötigte Probenvolumen aufgezogen wird. Das Scepter-Zytometer detektiert jede Zelle in einem Probenvolumen von exakt 50 µl und berechnet die beschriebenen Parameter in weniger als 30 s.
Die Linearität und Präzision des Scepter-Zytometers wurde hier für 19 verschiedene Zelltypen (sowohl adhärente Zellen als auch Zellen in Suspension) nachgewiesen. Die Zellen wurden geerntet, verdünnt und zunächst mit einem Coulter-Counter gezählt, um die theoretische Startkonzentration zu bestimmen. Die hohe Linearität über einen breiten Konzentrationsbereich zeigt für alle getesteten Zelltypen, dass mit dem Scepter-Zytometer eine sehr zuverlässige und präzise Zellzählung durchgeführt werden kann (s. Abb. 3).
Abbildung 4 zeigt, wie die mit dem Scepter-Zytometer erfassten Daten unmittelbare Einblicke in den Zustand von Zellpopulationen geben können. Die linke Abbildung vergleicht Zellzahl und -durchmesser einer gesunden Fibroblastenkultur mit einer vernachlässigten Kultur. Die gut erhaltene Kultur zeigt eine relativ hohe Anzahl von Zellen, mit dem für sie spezifischen Zelldurchmesser, wohingegen der Durchmesser in der vernachlässigten Kultur eine deutliche Linksverschiebung im Histogramm aufweist. Die mittlere Abbildung zeigt den Vergleich einer normalen Zellpopulation mit einer 50:50-Mischkultur aus lebenden und toten Zellen. Die Histogrammveränderungen weisen wiederum darauf hin, dass die toten Zellen im linken Teil des Histogramms repräsentiert werden. Die rechte Abbildung vergleicht die Durchmesser von Zellen einer frühen und späteren Passage und zeigt, dass spätere Zellpassagen eine größere Variabilität hinsichtlich der Zellgrößen aufweisen.
Die Ober- und Untergrenzen des Histogramms, die so genannten Gates, werden entweder automatisch auf Basis des Histogrammprofils oder manuell auf den Wert einer vorhergehenden Zählung festgelegt. Sie können jedoch nach jeder Messung manuell verschoben werden, sodass nur die für die Zellzahlbestimmung gewünschte Zellpopulation erfasst wird. Das Scepter kann bis zu 72 Histogramme speichern, die mit der mitgelieferten Software auf einen Computer übertragen werden können.
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