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Titration erleichtern

Welche Vorteile bringt eine digitale Bürette?

| Autor/ Redakteur: Marc Platthaus* / Marc Platthaus

Die Titration ist eine klassische Operation im Laborsektor. Sie erfordert eine gewisse Erfahrung, um exakte Ergebnisse zu erhalten. Digitale Büretten sollen hier einige Vorteile gegenüber klassischen Glasbüretten bieten. Lesen Sie, wie das elektronische Hilfsmittel die Laborarbeit im Vergleich zur manuellen Variante erleichtern kann.

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Titration mit digitaler Bürette
Titration mit digitaler Bürette
(Bild: Brand)

Das Titrieren von Lösungen ist in vielen Laboren eine Routineaufgabe, die Mitarbeiter während des Studiums oder der Ausbildung gelernt haben. Zum Einsatz kommen in der Regel so genannte Glasbüretten, mit denen der Labormitarbeiter hantieren muss. Ein typischer Titriervorgang lässt sich in folgende Schritte unterteilen:

  • Einspannen der Glasbürette in den entsprechenden Halter,
  • Füllen der Bürette mit der Titrierlösung,
  • Titration der Probenlösung,
  • Ablesen der verbrauchten Titrationslösung,
  • Berechnung der Ergebnisse.

Was auf den ersten Blick nach einem reibungslosen Versuchsablauf aussieht, birgt in Wahrheit zahlreiche Fehlerquellen. Es beginnt bereits beim Einspannen der Bürette. Da diese ein Präzisionsinstrument aus Glas ist, gilt es hier vorsichtig zu arbeiten und auch bei der Ausrichtung keine Fehler zu machen. Besonders wichtig ist, dass die Bürette richtig fixiert ist und sich ihre Neigung während der Titration nicht ändert, z.B. beim Auf- und Zudrehen des Hahns. Andernfalls kann es zu Ablesefehlern kommen, wenn der Titerlösungsverbrauch bestimmt wird. Das Einfüllen der Lösung erfolgt ebenfalls manuell, was einerseits Probleme bei der richtigen Dosierung bedeutet und andererseits – je nach Art der Titrierlösung – die Sicherheit des Anwenders beeinträchtigen kann.

Auch die eigentliche Titration ist anspruchsvoll, so muss die richtige Titrationsgeschwindigkeit gefunden werden: Nicht zu schnell, damit der Äquivalenzpunkt nicht überschritten wird, aber auch nicht zu langsam, um die Titrationsdauer nicht unnötig zu verlängern. Hat der Anwender alle diese Hürden gemeistert, muss noch der richtige Wert an verbrauchter Titrierlösung abgelesen werden und die entsprechenden Berechnungen für den Versuch gemacht werden. Dieser Ablauf zeigt, dass es bei der doch prinzipiell so einfachen Titration zahlreiche Schritte gibt, die den Anwender vor Probleme stellen können. Wie sieht eine Alternative aus?

Leitfaden: Titrations-Praxis Zahlreiche Tipps und Tricks zum exakten Titrieren sowie Anwendungsbeispiele finden Sie in unserem kostenlosen Whitepaper, der Titrationsfibel.

Digitale Bürette erleichtert die Titration

Abb.1: Eine digitale Bürette wie die Titrette erleichtert das Titrieren von Probenlösungen.
Abb.1: Eine digitale Bürette wie die Titrette erleichtert das Titrieren von Probenlösungen.
(Bild: Brand)

Mittlerweile haben sich auf dem Markt so genannte digitale Büretten (s. Abb. 1) etabliert, die den Anwender bei der Titration unterstützen. Sie wird direkt auf eine Flasche mit der Titrierlösung aufgesteckt. Hierdurch entfällt das Handling der häufig gesundheitsschädlichen Lösungen, was für den Mitarbeiter eine erhöhte Sicherheit bedeutet. Diese Lösung wird mithilfe der Drehräder an beiden Seiten der Bürette aufgezogen. Dann wird der Titriervorgang durch die Tasten gestartet und die Maßlösung durch Drehen der Handräder präzise zur Probe getropft. Mithilfe einer Pausentaste kann die Titration jederzeit gestoppt und fortgesetzt werden. Eine Fehlbedienung des Systems ist nahezu ausgeschlossen, da die Bürette durch die Drehrichtung der Handräder automatisch erkennt, ob die Bürette gefüllt oder titriert wird.

Die Energie liefern zwei Mikro-AAA-Batterien. Bei üblicher Verwendung ermöglichen sie einen jahrelangen Betrieb. Die Bürette kann mit den gebräuchlichsten Titrierlösungen (max. 1 mol/l) wie Natronlauge, Salzsäure oder Iod-Kaliumiodid-Lösung verwendet werden. Wichtig für alle Anwender, die innerhalb der Fehlergrenze von Glasbüretten Klasse A nach DIN EN ISO 385 arbeiten wollen: Die Flaschenaufsatzbürette Titrette besitzt ein neu entwickeltes Mess-System, das die Genauigkeit der Klasse A für Glasbüretten ermöglicht (s. Tab. 1). So wird die Darstellung auf drei Dezimalstellen genau angezeigt, ab 20 ml schaltet die Bürette automatisch auf zwei Dezimalstellen um.

Tabelle 1: Fehlergrenzen der Büretten im Vergleich
Tabelle 1: Fehlergrenzen der Büretten im Vergleich
(Bild: LABORPRAXIS)

Software minimiert Fehler bei der Berechnung

Optional lässt sich die Titrette auch an einen PC anschließen und die Daten können dann direkt übertragen werden. So entfallen mögliche Fehler beim Abschreiben der Primärdaten. Alle Rohdaten werden gleichzeitig erfasst. Bei jedem Datentransfer sendet die digitale Bürette das titrierte Volumen, die Seriennummer des Gerätes, das Nennvolumen, den Justagewert sowie den nächsten Kalibriertermin.

Fazit: Mithilfe einer digitalen Bürette lassen sich diverse Fehlerquellen, die bei der Titration mit herkömmlichen Glasbüretten entstehen, minimieren und der Anwender erhält sichere Ergebnisse.

Die digitale Bürette von Brand im Einsatz – das folgende Produktvideo zeigt, wie die Titration mit einer digitalen Bürette abläuft:

* M. Platthaus: Chefredakteur LABORPRAXIS, E-Mail: marc.platthaus@vogel.de

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