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Richtig Pipettieren

Zehn Fehler beim Pipettieren und wie man sie verhindert

| Autor / Redakteur: Peter Pfeiffer und Roman Klinkner* / Dr. Ilka Ottleben

Elektronische Pipetten

Die aktuellste Entwicklung am Markt sind elektronische Pipetten. Ihre einfache Handhabung sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten machen sie zu einem praktischen und effizienten Begleiter im Laboralltag. Ihr großer Vorteil ist darin zu sehen, dass sie den Druckpunkt einer Pipette als Fehlerquelle eliminieren, da dieser nicht mehr durch das Fingerspitzengefühl des Labormitarbeiters gefunden werden muss. Vor allem bei Vielpipettierern sind sie beliebt, weil sie der Ermüdung der Hand vorbeugen. Viele elektronische Pipetten bieten auch die Möglichkeit, bei kleinen Volumina als Dispenser eingesetzt zu werden, also mehrfach hintereinander ein definiertes Volumen abzugeben, ohne zwischendurch Flüssigkeit aufnehmen zu müssen.

Diese Vorteile gegenüber manuellen Kolbenhubpipetten sollten vor dem Kauf aber gegen das höhere Gewicht sowie die höheren Anschaffungs- und Reparaturkosten abgewogen werden.

Wahl der „richtigen“ Pipette

Neben den bisher genannten Aspekten muss sich die Auswahl einer Pipette auch an dem zu pipettierenden Medium orientieren. Luftpolsterpipetten sind für den Einsatz bei wässrigen Lösungen konzipiert. Das Luftpolster bedingt eine Abhängigkeit des Pipettierens von physikalischen Messgrößen und chemisch-physikalischen Eigenschaften des Mediums. Flüssigkeiten mit sehr hoher Dichte (z.B. Quecksilber), sehr hoher Viskosität (z.B. Honig) oder sehr hohem Dampfdruck (z.B. Ethanol) sollten daher mit Direktverdrängern pipettiert werden.

Pipettiertechniken und Tipps

Grundsätzlich lässt sich auf zwei verschiedene Arten pipettieren: vorwärts und rückwärts (s. Abb. 3). Im Wesentlichen unterscheiden sich die beiden Techniken durch den Zeitpunkt, an dem der erste und der zweite Druckpunkt genutzt werden. Beim Vorwärts-Pipettieren wird die Pipettenspitze komplett entleert, während beim Rückwärts-Pipettieren ein Teil der Flüssigkeit in der Spitze verbleibt. Die am häufigsten angewandte Pipettiertechnik ist das Vorwärts-Pipettieren, besonders bei wässrigen Flüssigkeiten. Das Rückwärts-Pipettieren bietet Vorteile bei problematischen Flüssigkeiten mit hohem Dampfdruck oder hoher Viskosität. Auch bei stark schäumenden Substanzen erzielt man so die besseren Ergebnisse.

Immer wieder treten dieselben typischen Fehlerquellen beim Pipettieren auf. In der Auflistung in Tabelle 1 (s. Bildergalerie) wird erläutert, wie die wichtigsten zehn Fehler beim Pipettieren zustande kommen und vor allem, wie Sie sie verhindern. Mit den Informationen dieses ersten Artikels sollte es Ihnen gelingen, die häufigsten Fehlerquellen zu vermeiden und so den Pipettierstandard in Ihrem Labor zu festigen und zu verbessern. Die folgenden Beiträge befassen sich mit der Kalibrierung sowie der Wartung und Reparatur von Pipetten. Abschließend erhalten Sie einen Überblick über den Pipettenmarkt.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp – Welche Pipette, wofür geeignet?

* P. Pfeiffer, Dr. R. Klinkner: Dr. Klinkner & Partner GmbH, Kalibrierlabor, 77933 Lahr, www.pipettenkalibrierung.de

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