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LP-Meilenstein-Interview

„Chromatographie wird wichtig bleiben“

| Redakteur: Marc Platthaus

Abb.1: Für Shimadzu-Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Semmler ist gerade die Kombination von Chromatographie und Massenspektrometrie ein starkes Tandem.
Abb.1: Für Shimadzu-Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Semmler ist gerade die Kombination von Chromatographie und Massenspektrometrie ein starkes Tandem. (Bild: LABORPRAXIS)

Egal ob HPLC oder GC, für Shimadzu-Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Semmler ist die Chromatographie nach wie vor die wichtigste Trennmethode. Wo er unter anderem Weiterentwicklungen sieht, lesen Sie im Meilenstein-Exklusivinterview.

LP: Herr Semmler, das chromatographische Trennprinzip ist schon über 100 Jahre alt. Was erwarten Anwender heutzutage von der Methode?

Jürgen Semmler: Allgemein ist es bei der Chromatographie ähnlich wie bei vielen anderen Trends in der Instrumentierung: Die Anwender erwarten kleine, in der Analyse schnelle, aber auch leicht zu bedienende Instrumente. Konkret für die Chromatographie möchte ich hier optimierte Kopplungstechniken zuerst nennen. Gerade in der Kombination mit moderner Massenspektrometrie spielen sowohl die GC als auch die HPLC ihre Stärken als Trenntechnik aus. Und das dritte wichtige Thema ist die Online-Probenvorbereitung, also eine automatisierte Probenvorbereitung vor der eigentlichen chromatographischen Trennung. Ein konkretes Beispiel ist unser SFE/SFC-System Nexera UC, bei dem wir Supercritical-Fluid-Extraction mit der Supercritical-Fluid-Chromatographie koppeln. Solche Systeme sind ideal, beispielsweise für die Lebensmittelanalytik oder die Charakterisierung von Naturprodukten.

LP: Automation ist also eine wichtige Forderung der Anwender?

Semmler: Ja, aber die kann selbstverständlich viele Abstufungen haben: Vom vollautomatisierten Analysegerät für den 24/7-Betrieb bis zum Probensampler, der über Nacht eine Handvoll Proben abarbeitet. Und für fast alle dieser Wünsche bieten wir das entsprechende System.

LP: Könnte die Chromatographie in Zukunft von anderen Methoden abgelöst werden?

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person Jürgen Semmler

Semmler: Moderne Massenspektrometrie direkt aus der Matrix ist sicherlich derzeit in vielen analytischen Fragestellungen ein wichtiges Thema. Nach wie vor sind Ergebnisse oftmals besser und aussagekräftiger, wenn man vorher eine Trennmethode wie die HPLC oder die GC einsetzt. MS kann aber mittelfristig hier eine wichtigere Rolle spielen. Die Chromatographie wird also aus meiner Sicht weiter im Labor eine wichtige und oftmals entscheidende Rolle spielen.

LP: Gibt es denn heute Bereiche, wo die Chromatographie noch nicht Einzug gehalten hat?

Semmler: Sie ist definitiv in zahlreichen Industrien zum Standard geworden, sei es in der Lebensmittel-, der Umwelt oder der pharmazeutischen Analytik. Viel mehr kommen hier einzelne Applikationen hinzu, ein Beispiel sind die so genannten E-Liquids für E-Zigaretten. Hier mussten die Hersteller durch Vorgaben des Gesetzgebers bestimmte Regularien erfüllen und ihre Liquids analytisch überwachen. Die von unseren Applikationsspezialisten entwickelte Methode hilft ihnen dabei.

LP: Methodenentwicklung und analytisches Wissen – sind das Stärken Ihres Unternehmens?

Semmler: Ja, die E-Liquids sind hier ein gutes Beispiel: das analytische Wissen in diesen Unternehmen reicht oftmals nicht aus, um selbst Methoden zu entwickeln. Hier schlägt dann die Stunde unserer Experten, um für solche Matrices optimale Applikationen zu erstellen. Neben Vertrieb und Kundendienst ist das unsere wichtigste Säule.

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