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Studie: Entwicklung Chemiemarkt bis 2035 Die fünf Treiber der Chemiemarktentwicklung

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Trotz guter Wachstumsperspektiven wird die Chemieindustrie weltweit an Dynamik verlieren . Das ist das Ergebnis einer neuen Roland-Berger-Studie. Demnach zufolge wird der Weltmarkt für Chemieerzeugnisse bis 2035 voraussichtlich auf rund 5,6 Billionen Euro anwachsen und sich im Vergleich zu heute mehr als verdoppeln. Die Wachstumsdynamik mit derzeit durchschnittlich jährlich 4 % wird den Marktforschern zufolge in den kommenden 15-20 Jahren allerdings auf 3,6% leicht sinken. Die Märkte verschieben sich weiter Richtung Asien.

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(Bild: Gerd Altmann; CC0; http://pixabay.com/en/businessman-businesswoman-boom-544950/; http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/)

München – Besonders betroffen von der schwindenden Dynamik der Branche ist die europäische Chemieindustrie: Diese soll bis 2035 jährlich nur um 1,5 % wachsen. Neben einem schwach wachsenden Heimatmarkt stellen gestiegene Rohstoff- und Energiekosten und höhere Aufwendungen wegen verschärfter EU-Regularien wichtige Hürden für die Branche dar, dies ergibt die neue Roland Berger-Studie "Chemicals 2035 – Gearing up for growth: How Europe´s chemical industry can gain traction in a digitized world".

Link zur Studie Die komplette Studie „Chemicals 2035 – Gearing up for growth“ können Sie auf der Seite von Roland Berger in englischer Sprache kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

"Obwohl europäische Chemieunternehmen eine hohe Produktivität vorweisen und sehr innovativ sind, konsolidiert sich der Markt seit Jahren, vor allem in Europa", erklärt Martin Erharter, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Wichtige Themen wie die zunehmende Digitalisierung der Industrie und neue Kundenanforderungen setzen Chemiekonzerne immer stärker unter Druck."

Fünf Treiber bestimmen die globale Marktentwicklung

Der Anteil Europas am weltweiten Markt ist seit Jahren rückläufig: Betrug dieser im Jahr 2000 noch ein Drittel, so liegt er heute bei 19 %, Tendenz weiterhin abnehmend. So schätzen die Roland Berger-Experten, dass der europäische Markt, der als Heimatmarkt für die europäische Chemieindustrie eine wichtige Bedeutung hat, bis 2035 nur noch einen Anteil von 13 % am globalen Markt haben wird. "Die asiatischen Märkte, die heute schon eine dominante Rolle spielen, werden hingegen immer wichtiger für die Chemiebranche", prognostiziert Roland Berger-Partner Alexander Keller. "Bis 2035 wird Asien rund 62 % des Marktes ausmachen und Chemiekonzerne vor neue Herausforderungen stellen."

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Für diese Entwicklung der Chemieindustrie sind nach Ansicht der Roland Berger-Experten vor allem fünf Treiber verantwortlich:

1. Kostengünstiger Zugang zu Rohstoffen: Regionen wie der Nahe Osten bauen ihre Chemieproduktion wegen der niedrigen Rohstoffpreise stark aus. So liegen etwa die Produktionskosten für eine Tonne Äthylen bei ca. 250 Dollar – das ist die Hälfte der europäischen Produktionskosten. Ebenfalls setzen amerikanische Unternehmen durch das Fracking die Margen europäischer Firmen unter Druck. Der Einsatz von Biorohstoffen steht zwar auf der Agenda vieler Konzerne, allerdings ist ihre Verwendung derzeit noch unwirtschaftlich.

2. Neue Chemie-Cluster außerhalb Europas: Aufstrebende Länder wie China und Indien bauen vor Ort ihre chemische Produktion aus und werden so immer unabhängiger von europäischen Exporten. So plant Indien z.B., bis 2016 Polyethylene zu exportieren, anstatt zu importieren. Auch China setzt verstärkt auf den Ausbau seiner Chemieparks in der Nähe der Abnehmerindustrien – für westliche Firmen eine spannende Entwicklung: "China steht wegen der starken Nachfrage nach Chemieerzeugnissen im Fokus vieler westlicher Konzerne. Diese fahren ihr Engagement in Europa immer stärker zurück und investieren zunehmend in China, um ihre Umsätze vor Ort anzukurbeln", erläutert Martin Erharter.

3. Regulierung erhöht Kosten: Im Vergleich zu anderen Ländern ist Europa der am strengsten regulierte Markt der Welt. Seit 2008 hat sich die Zahl der EU-Regulierungen vor allem im Bereich des Umweltschutzes um fast 60 % erhöht. Dadurch sind die Kosten für Unternehmen signifikant gestiegen.

Link zur Studie Die komplette Studie „Chemicals 2035 – Gearing up for growth“ können Sie auf der Seite von Roland Berger in englischer Sprache kostenlos herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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