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Artenvielfalt bewahren

Gendatenbank zur Rettung der Honigbiene?

| Redakteur: Christian Lüttmann

Die Vielfalt der Bienen soll mit einer Genbank gesichert werden (Symbolbild).
Die Vielfalt der Bienen soll mit einer Genbank gesichert werden (Symbolbild). (Bild: gemeinfrei, hansbenn / Pixabay)

Noch fliegt sie in großer Zahl durch Vorgärten und Obsthaine, doch die Honigbiene hat eine schwere Zeit: Klimawandel, Pestizide und Varroa-Milbe lassen Bienenpopulationen schrumpfen. Um die innerartliche Vielfalt zu sichern, soll ein Projekt mit Unterstützung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung nun Europas erste Genbank für Honigbienen aufbauen.

Bonn – So wichtig und so gefährdet: Während die einst in Deutschland heimische Dunkle Honigbiene fast ausgerottet ist, geht auch die genetische Vielfalt der häufig gezüchteten Kärntner Honigbiene verloren. Wissenschaftler legen nun eine Notfallreserve für die Zukunft an. Sie soll die innerartliche Vielfalt für die Bienenzucht sichern und diese fit machen für den Klimawandel. Deutschland wäre damit das erste Land mit einer derartigen Genreserve für Honigbienen.

Völkervereinigung bei -196 °C

Unter welchen Voraussetzungen lässt sich eine Genbank für Honigbienen aufbauen? Neben technischen Fragen für das Einfrieren des genetischen Materials geht es darum, welche Populationen vorrangig erhalten werden sollen. Hierfür sammeln Experten des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf sowie des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen Proben von über 300 Bienenvölkern im In- und nahegelegenen Ausland. Anschließend wird Genmaterial dieser Bienen für die Gefrierlagerung bei -196 °C in flüssigem Stickstoff aufbereitet, die so genannte Kryokonservierung.

Lebendige Reserve der Bienenvielfalt

„Die Sicherung des genetischen Materials kann dazu beitragen, die Generosion der Honigbienen einzudämmen. Dies betrifft nicht nur die in Deutschland ursprünglich heimische Dunkle Biene, sondern auch die jetzt weit verbreitete Kärntner Biene“, sagt Professor Dr. Kaspar Bienefeld, Leiter des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf. „Der Erhalt der genetischen Vielfalt ist eine Art Versicherung gegenüber den Folgen zukünftiger Veränderungen.“

Ende 2021 soll die Genbank fertig sein. „Wir wollen mit dem Aufbau dieser lebendigen Reserve die dauerhafte Voraussetzung schaffen, weitere Honigbienen-Genetik einzulagern – zentral in der Deutschen Genbank landwirtschaftlicher Nutztiere am Friedrich-Loeffler-Institut. Das könnte auch als Vorbild für ähnliche Initiativen EU- oder sogar weltweit dienen. Denn manche Bienenrassen, die sich an extreme Klimabedingungen angepasst haben, sind in vielen Ländern bereits stark gefährdet“, sagt Bienefeld.

Ergänzendes zum Thema
 
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Das Thema Klimawandel beschäftigt auch die Bienenzüchter. Die Auswirkungen auf Böden, Vegetation und Lebensräume sind enorm. Deshalb ist der Erhalt einer möglichst großen innerartlichen Honigbienenvielfalt umso wichtiger.

Damit dies gelingt, fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium den Aufbau der Genbank für Honigbienen als Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Erhaltung und innovativen Nutzung der Biologischen Vielfalt. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut die Arbeiten als Projektträger.

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