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Blickpunkt Schimmelpilze
Die bei Weitem wichtigste Rolle bei den Mycotoxinen spielt das Ochratoxin A (OTA) [2]. Praktisch in jeder Probe finden sich Rückstände dieses Giftes, wobei sich die Gehalte in einem niedrigen Bereich, meist unterhalb einem Mikrogramm pro Kilogramm, bewegen. Umso mehr ist die zuverlässige und sensitive Bestimmung dieser Kontaminante von Bedeutung, will man die Qualität einzelner Chargen beurteilen.
Bei der Tela wird zur Mycotoxinanalyse ein neues LC-MS/MS-Verfahren eingesetzt, das ohne teure Affinitäts-SPE-Probenvorbereitung auskommt und das dennoch die notwendige Sensitivität bietet. Zudem ist das Analyseverfahren vollständig auf einem Gerstel-MPS-System automatisiert. Dieses System enthält unter anderem eine automatische SPE-Einheit und eine programmgesteuerte Einheit zur Einengung von Lösungsmitteln (Gerstel „mVAP“). Die Steuerung des Gesamtverfahrens erfolgt durch die Maestro-Software, die direkt in das Chromatographie-Datensystem des Geräteherstellers angebunden ist. Zudem werden mit dieser Methode auch Mycotoxine wie Aflatoxine und Fumonisine erfasst (s. Abb. 2).
Fokus Pflanzenschutzmittel
Die wahrscheinlich weltweit am häufigsten durchgeführte Analytik an Lebensmitteln, ist die Prüfung auf Pflanzenschutzmittelrückstände. Eingesetzt wird generell eine kombinierte HPLC- und GC-MS/MS-Analyse nach einfacher Aufarbeitung mittels dispersiver SPE nach Anastasiadis (QUEChERS) [3]. Der Vorzug dieser Methode ist die einfache Durchführung, die gegenüber älteren Verfahren eine deutliche Reduzierung der für die Probenvorbereitung benötigten Zeit gewährleistet. Dennoch sind einige Schritte wie Zentrifugationen durchzuführen und problematischere Matrices wie der geröstete Kaffee benötigen spezielle Aufarbeitungsmischungen. Derzeit erarbeitet die Tela ein Verfahren, das die dispersive SPE nach einem ersten Extraktionsschritt unter Einsatz eines Gerstel-Multi-Purpose-Samplers (MPS) voll automatisiert und online durchführt. Insgesamt ist die Belastung von Kaffee allerdings eher als unproblematisch einzustufen, da durch den Röstprozess ein sehr großer Teil der Pflanzenschutzmittel thermisch abgebaut wird.
Schreckgespenst Acrylamid
Beim Erhitzen von Lebensmitteln auf Temperaturen oberhalb 180 °C entsteht Acrylamid. Die Verbindung steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Aus diesem Grund gelten in Europa für Lebensmittel, in denen im Zuge der Herstellung Acrylamid entstehen kann, etwa Brot, Gebäck und Kaffee, Warnwerte, die nicht überschritten bzw. möglichst deutlich unterschritten werden sollten. Als Analysemethode bietet sich hier ebenfalls die HPLC-MS/MS an. Allerdings stellt gerade die Matrix in Verbindung mit der geringen molekularen Masse, die einen negativen Einfluss auf die LC-MS-Response hat, beim Kaffee eine besondere Herausforderung dar. Sinnvolle Ergebnisse lassen sich in der Regel nur unter Anwendung eines Standardadditionsverfahrens erzielen. Die Menge an gebildetem Acrylamid korreliert mit der Dauer und Temperatur der Röstung, die wiederum für das Aroma des Kaffees wichtig ist, was im Umkehrschluss bedeutet, dass man die Bildung von Acrylamid bei Kaffee in gewissem Umfang in Kauf zu nehmen hat. Kaffee ist regelmäßig auf Acrylamid zu untersuchen.
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