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Investition Merck investiert in chinesisches Start-up für Künstliche Intelligenz

| Redakteur: Doris Popp

Merck hat eine Kapitalbeteiligung an Synsense (ehemals aiCTX), einem auf neuromorphes Computing spezialisierten Start-up mit Standorten in China und der Schweiz bekannt gegeben.

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Isabel de Paoli, Chief Strategy Officer bei Merck
Isabel de Paoli, Chief Strategy Officer bei Merck
(Bild: Merck )

Darmstadt – Die Prozessoren und Sensoren des Start-ups zeichnen sich laut Merck durch einen extrem geringen Stromverbrauch in Kombination mit niedriger Latenz aus und eignen sich damit für ein breites Spektrum an KI-basierten Anwendungen des Edge-Computings in den Bereichen Smart Home, Smart Security, autonomes Fahren, Drohnen oder Robotik.

„Mit dieser großartigen ersten Investition unseres neu aufgelegten Seed-Fonds in China werden wir unsere Beziehungen zu lokalen Unternehmern und Investoren weiter stärken,“ sagte Isabel de Paoli, Chief Strategy Officer bei Merck. „Unser Plan, im chinesischen Innovationsökosystem eine aktive Rolle zu spielen, zahlt sich nun mit diesem spannenden Schritt aus, der unsere Aktivitäten im Unternehmensbereich Performance Materials zugleich hervorragend ergänzt.“

Die Investition in Synsense erfolgte über den chinesischen Seed-Fonds von Merck, der im Oktober 2019 von seinem strategischen Corporate-Venture-Fonds M Ventures und dem Innovation Hub von Merck China eingerichtet wurde. An der Finanzierungsrunde der Serie A unter Leitung der Investmentfirma CTC Capital beteiligten sich M Ventures, CAS Star, Ecovacs Robotics, Yunding und Archer Investment als Venture-Capital-Geber.

Rechnertechnologien der nächsten Generation

Neuromorphes Computing gilt als Schlüsseltechnologie für die nächste Generation von Künstlicher Intelligenz (KI). Synsense, ein Spin-off des Instituts für Neuroinformatik der Universität Zürich und der ETH Zürich (Labor des Mitgründers Prof. Giacomo Indiveri), greift auf das umfassende Fachwissen einer der führenden akademischen Einrichtungen auf diesem Gebiet zurück. Sein dem menschlichen Gehirn nachempfundenes neuromorphes Chipdesign mit asynchroner Logik ermöglicht eine massiv-parallele Prozessierung und ist darauf ausgelegt, den Von-Neumann-Engpass zu überwinden, der KI auf konventionellen Rechnern dieser Architektur ausbremst. Die Implementierung mit gepulsten neuronalen Netzwerken (Spiking Neural Networks, SNN) ermöglicht beispielsweise eine dynamische Bildverarbeitung mit extrem niedrigem Stromverbrauch von weniger als 1 mW (Milliwatt).

Die jüngste Investition ist die dritte ihrer Art, die M Ventures auf dem Gebiet fortschrittlicher Rechnertechnologien in weniger als einem Jahr getätigt hat. Vorausgegangen waren Investitionen in die US-Start-ups MemryX aus Ann Arbor, Michigan, mit Fokus auf dem Design von KI-Chips sowie SeeQC aus Elmsford, New York, das sich auf Quantencomputer spezialisiert. Diese Investitionen verdeutlichen, wie wichtig dieser Bereich für Merck ist. Mit seiner weitreichenden Präsenz als ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen hat Merck umfassendes Verständnis für Rechnertechnologien der nächsten Generation. Das Unternehmen ist über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg involviert: als Zulieferer der Halbleiterindustrie wie auch als Endanwender in der pharmazeutischen und biotechnologischen Forschung und Entwicklung.

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