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Abwasserbehandlungsanlage Merck investiert rund zwölf Millionen Euro in Gewässerschutz

Redakteur: Doris Popp

Merck will seine zentrale Abwasserbehandlungsanlage am Standort Darmstadt um eine so genannte vierte Reinigungsstufe erweitern. Mithilfe von Aktivkohlefiltern soll die bisherige Reinigungsleistung der Anlage von bis zu 98% nochmals erhöht werden. Die Bauarbeiten werden im Sommer 2021 beginnen; die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2023 geplant.

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Eine zusätzliche Ausbaustufe der Kläranlage bei Merck in Darmstadt soll den Gewässereintrag von Spurenstoffen weiter minimieren.
Eine zusätzliche Ausbaustufe der Kläranlage bei Merck in Darmstadt soll den Gewässereintrag von Spurenstoffen weiter minimieren.
(Bild: Wolfgang R. Weber)

Darmstadt – Pro Jahr fallen bei Merck in Darmstadt rund 2,5 Milliarden Liter Abwasser an. Die Menge ist vergleichbar mit der einer Kleinstadt. Bevor das Abwasser in den Darmbach eingeleitet wird, erfolgt eine umfassende Reinigung in der Kläranlage des Unternehmens. Im ersten Schritt werden dabei grobe Verunreinigungen wie Feststoffe, Sand und Partikel mechanisch entfernt. In der folgenden so genannten biologischen Reinigungsstufe stehen organische Moleküle und Stickstoffverbindungen im Fokus. Im dritten Schritt erfolgt die Entfernung von Phosphaten. Die geplante vierte Reinigungsstufe wird sechs Filterkammern mit insgesamt 150 Tonnen Aktivkohle umfassen. Damit wird Merck den Großteil aller bisher nach dem Klärprozess noch im Wasser vorhandenen organischen Substanzen, so genannte Spurenstoffe, entfernen.

„Wir übernehmen Verantwortung für Mensch und Umwelt im Umfeld unseres Produktionsstandortes in Darmstadt. Daher investieren wir insgesamt rund 12 Millionen Euro zusätzlich in neue Technologien für mehr Gewässerschutz“, erläuterte Matthias Bürk, Leiter des Merck-Standorts Darmstadt. Deutschlandweit gibt es nur wenige Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie, die derzeit den Bau einer vierten Reinigungsstufe für die Behandlung des gesamten Abwassers eines Standorts planen.

Spurenstoffe kommen in Gewässern nur in Konzentrationen von Millionstel oder Milliardstel Gramm pro Liter vor. Das entspricht in der Größenordnung etwa der eines im Bodensee aufgelösten Zuckerwürfels. Durch neue Analysemethoden lassen sich inzwischen immer mehr solcher Spurenstoffe nachweisen. Merck betreibt ein umfassendes Monitoring des in den Darmbachs eingeleiteten Abwassers und verfolgt eine konsequente Strategie zur weiteren Reduzierung von Spurenstoffen. Das Engagement steht in Einklang mit den Zielen der „Spurenstoffstrategie Hessisches Ried“, die 2018 vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entwickelt und veröffentlicht wurde.

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