31.7. – Nach Explosion bei BASF: Experten begutachten Gebäude
Ludwigshafen (dpa/lrs) 15:02 Uhr – Nach dem Zwischenfall am 29. Juli mit 18 Leichtverletzten im Stammwerk des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen haben interne Experten des Unternehmens das betroffene Gebäude begutachtet. „Es ist kein Gesamteinsturz des Gebäudes zu erwarten“, sagte ein Sprecher der Firma mit Sitz in der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz. „Aus Sicherheitsgründen müssen jedoch verschiedene Bereiche abgestützt und gesperrt werden.“ Die Kriminalpolizei sei bereits vor Ort gewesen.
Zu der genauen Entstehung der Explosion könne man derzeit keine Angaben machen. „Das ist Gegenstand der laufenden behördlichen und internen Ermittlungen und Untersuchungen.“
Die Explosion nach dem Austritt eines organischen Lösungsmittels hatte sich am Montag im Werksteil Süd des weltgrößten Chemieunternehmens ereignet. Der Brand war von der Werkfeuerwehr gelöscht worden. Die betroffene Anlage sei heruntergefahren worden und in einem sicheren Zustand, hieß es. Innerhalb und außerhalb des Geländes waren Umweltmesswagen unterwegs. Diese stellten demnach innerhalb des Areals und in angrenzenden Teilen leicht erhöhte Werte von Kohlenwasserstoffen fest. „Eine Gefährdung der Bevölkerung bestand zu keiner Zeit“, teilte das Unternehmen mit.
26.7. – EU-Behörde lehnt Empfehlung von Alzheimer-Medikament ab
Amsterdam (dpa) 14:51 Uhr – Es wäre die erste zugelassene ursächliche Alzheimer-Therapie in der EU gewesen: Überraschend hat sich die EU-Arzneimittelbehörde EMA gegen eine Zulassung des Alzheimer-Wirkstoffs Lecanemab ausgesprochen. Das Risiko schwerer Nebenwirkungen des Antikörpers sei höher zu bewerten als die erwartete positive Wirkung, teilte die EMA in Amsterdam mit. Dabei verwies die Behörde insbesondere auf mögliche Wassereinlagerungen und Blutungen im Gehirn von Menschen, die mit dem Präparat behandelt werden.
„Die Entscheidung hat mich überrascht“, sagte der Neurologe Wenzel Glanz, leitender Arzt der Gedächtnissprechstunde der Uniklinik Magdeburg, der Deutschen-Presse Agentur. „Wir hatten uns schon auf die Infusionstherapien eingestellt.“ Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) kritisierte die Entscheidung: „Damit beschreitet Europa nicht nur einen Sonderweg, sondern befördert auch eine Zweiklassenmedizin“, teilte sie in einer Erklärung mit. „Wer es sich leisten kann, wird das Medikament über die internationale Apotheke beziehen und sich in Deutschland verabreichen lassen.“
Lecanemab – Handelsname Leqembi – steht in den USA schon seit Anfang 2023 zur Verfügung, um die Alzheimer-Krankheit im Frühstadium zu behandeln. Die Therapie bessert zwar nicht die Symptome, kann den Krankheitsverlauf aber in diesem Stadium abbremsen, Studien zufolge um etwa 30 Prozent. Infrage käme der Antikörper somit nur für einen sehr begrenzten Kreis von Alzheimer-Patienten, nach Einschätzung von Experten für weniger als zehn Prozent. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa eine Million Menschen von der Krankheit betroffen.
Zu den Nebenwirkungen zählen Mikroblutungen und Ödeme im Gehirn. Daher muss eine Therapie regelmäßig mit Untersuchungen per Kernspin (MRT) kontrolliert werden. Der zuständige Ausschuss der EMA entschied nach Mitteilung der Behörde, „dass der beobachtete Effekt des Präparats beim Abbremsen des kognitiven Verfalls das Risiko von ernsthaften Nebenwirkungen (...) nicht aufwiegt“.
26.7. – BASF mit weniger Quartalsumsatz - Verkaufspreise gesunken
Ludwigshafen (dpa) 8:23 Uhr – Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im zweiten Quartal erneut die gesunkenen Verkaufspreise zu spüren bekommen. Zudem belasteten weiterhin negative Währungseffekte. Dies konnten höhere Absatzmengen nicht ausgleichen. Der Umsatz schrumpfte in drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 6,9 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Freitag in Ludwigshafen mitteilte. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) legte leicht um 0,6 Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro zu. Hier profitierte der Konzern von seinem Sparkurs. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Gewinn von 430 Millionen Euro - nach 499 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Die Ziele für 2024 bestätigte der Chemiekonzern. Seit Ende April hat BASF einen neuen Vorstandschef - Markus Kamieth. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller hinterließ seinem Nachfolger ein schweres Erbe. Im Februar hatte Brudermüller bei der Vorlage von Jahreszahlen ein weiteres milliardenschweres Sparprogramm und einen erneuten Stellenabbau im Stammwerk Ludwigshafen angekündigt. BASF macht in Deutschland seit zwei Jahren Verlust. Der größte Produktionsstandort soll neu aufgestellt werden.
Stand: 08.12.2025
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Konkret sollen am Sitz des Dax-Unternehmens bis Ende 2026 zusätzlich jährlich Kosten von einer Milliarde Euro gespart werden. Wie viele Stellen in Ludwigshafen wegfallen, ist unklar. Auch die Schließung weiterer Anlagen wird nicht ausgeschlossen.
25.7. – Merck verkauft Pigmentgeschäft für 665 Millionen Euro
Darmstadt (dpa) 16:56 Uhr – Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck verkauft sein Pigmentgeschäft für 665 Millionen Euro. Käufer ist der chinesische Hersteller Global New Material International Holdings (GNMI), wie Merck mitteilte. Das Unternehmen sichere den Beschäftigten in Deutschland umfangreiche Arbeitsplatzgarantien und eine Garantie für den Standort Gernsheim nahe Darmstadt bis 2032, betonte der Dax-Konzern. Rund 1.200 Beschäftigte, davon etwa 700 in Deutschland, sollen im Zuge der Transaktion zu GNMI übergehen.
„Mit der Veräußerung der Geschäftseinheit Surface Solutions schärfen wir den Fokus unseres Unternehmensbereichs Electronics auf Hightech-Anwendungen wie die Entwicklung neuer Chip-Generationen, die wir als integrierter Lösungsanbieter für unsere Kunden aus der Halbleiterindustrie voranbringen wollen“, sagte Merck-Chefin Belén Garijo. Den Nettoerlös aus dem Verkauf wolle Merck zur Stärkung seiner strategischen Kerngeschäfte nutzen.
Über einen Verkauf des Pigmentgeschäfts („Surface Solutions“), in dem Merck Produkte etwa für Autolacke, Kosmetika und industrielle Anwendungen anbietet, hatte es schon seit Jahren Spekulationen gegeben. Der Bereich ist mit einem Umsatz von 411 Millionen Euro klein - gemessen am gesamten Merck-Erlös von rund 21 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Während der Corona-Pandemie hatte das Pigmentgeschäft unter einem mauen Absatz von Kosmetika und einer schwächelnden Nachfrage der Autoindustrie gelitten.
Der chinesische Konzern GNMI mit der Marke Chesir zählt zu den größten Herstellern von Perlglanzpigmenten. Der Abschluss des Deals wird im Laufe des Jahres 2025 erwartet.
24.7. – Angepasster Corona-Impfstoff kommt im August
Berlin (dpa) 12:44 Uhr – Für Corona-Auffrischimpfungen soll im August ein angepasster Impfstoff für die aktuell kursierende Virusvariante JN.1 verfügbar sein. Von der kommenden Woche an werde das vom Bund beschaffte Präparat des Herstellers Biontech für alle Altersgruppen an den Pharma-Großhandel ausgeliefert, teilte das Gesundheitsministerium in Berlin mit. Praxen könnten den Impfstoff Comirnaty dann bis zum 6. August bei Apotheken bestellen und vom 12. August an geliefert bekommen.
Die Impfung bleibe auch weiterhin eine wichtige Säule beim Schutz der Bevölkerung vor Corona-Erkrankungen, erläuterte das Ministerium. Dies gelte insbesondere für vulnerable Menschen aus Risikogruppen. In Deutschland vorherrschend sei derzeit die JN .1-Sublinie KP.3 mit einem Anteil von rund 55 Prozent. Die Sublinie KP2 hatte nach den Daten aus der Woche vom 24. Juni einen Anteil von 23 Prozent.
Aktuell gebe es keine Hinweise darauf, dass diese Varianten schwerere Infektionen oder andere Symptome als andere zirkulierende Virusvarianten verursachten, hieß es weiter. Zudem träfen sie auf eine hohe Grundimmunität der Bevölkerung durch Impfungen und Infektionen.
Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt besonders gefährdeten Personengruppen eine jährliche Auffrischimpfung im Herbst. Damit solle ein bestmöglicher Schutz während der erwartbaren Infektionssaison erreicht werden. Zu den Gruppen gehören unter anderem Menschen ab 60 Jahren und solche ab sechs Monaten mit einer Grunderkrankung, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergehe.
München (dpa) 10:55 Uhr – Die Stimmung in der Chemieindustrie hat sich nach einer mehrmonatigen Erholungsphase wieder eingetrübt. Im Juni fiel der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex für die Branche um 9,4 auf minus 4,5 Punkte. „Der Aufwärtstrend in der deutschen Chemiebranche ist somit unterbrochen“, sagte Ifo-Expertin Anna Wolf.
In den vier Monaten zuvor war es jeweils nach oben gegangen, bis der Index im Mai zum ersten Mal seit rund zwei Jahren wieder in den positiven Bereich geklettert war. Doch die Zuversicht ist verschwunden: Die Nachfrage sei wieder zurückgegangen, der Auftragsbestand im Juni „von einem ohnehin sehr niedrigen Niveau regelrecht eingebrochen“, hieß es vom Ifo. „Die Unternehmen haben ihre Produktion verringert und planen für die nächsten Monate mit weniger Personal.“
Die Chemie sei allerdings nicht das einzige Sorgenkind der deutschen Wirtschaft, so Wolf. „Der sinkende Auftragsbestand bereitet dem Verarbeitenden Gewerbe insgesamt Kopfzerbrechen.“
16.7. – Abwasser zeigt „moderate“ Corona-Welle in Bayern
München (dpa/lby) 17:51 Uhr – In Bayern gibt es wieder mehr Corona-Infektionen. „Wir haben aktuell eine moderate regional ausgeprägte Corona-Welle in Bayern. Das sieht man im Abwassermonitoring und auch die Fallzahlen sind deutlich erhöht“, sagt Oliver Keppler. Der Virologe und Leiter des Max von Pettenkofer-Instituts ist Sprecher des Überwachungsnetzwerks Bay-VOC, zu dem unter anderem das Abwassermonitoring gehört.
„Im Abwassermonitoring kann man die Entwicklung gut sehen“, sagt Keppler. Anders als die Inzidenzzahlen ist es nicht davon abhängig, dass Erkrankte getestet werden. Die Zahlen sind – für jede der Messstellen einzeln – auch für die Bevölkerung im Internet einsehbar. Seit einiger Zeit umfasst das Abwassermonitoring neben Corona auch Grippeviren – inklusive der Vogelgrippe H5N1. „H5N1 hat ja durch Erkrankungen bei Milchkühen und Farmarbeitern in den USA zuletzt für Aufsehen gesorgt. Das müssen wir mit vielschichtigen Überwachungssystemen auf dem Schirm behalten – falls es zu einer neuen Pandemie kommen sollte, wollen wir davon nicht überrascht werden.“
Rund 30 Messstellen gibt es im Freistaat, an den meisten von ihnen zeigt sich bereits seit einiger Zeit ein Anstieg der Coronaviruslast. Von den Spitzenwerten der vergangenen großen Wellen sind die aktuellen Stände noch weit entfernt, allerdings in der Regel auch deutlich höher als noch im März, April oder Mai. Die aktuelle Welle schlage sich aber nicht in vielen schwer kranken Menschen nieder, wie Keppler sagt. Allerdings könnten auch eigentlich gesunde Menschen „durchaus für ein paar Tage richtig krank sein“, sagt er. „Zur aktuellen Welle dürfte auch die neue Untervariante Omikron KP.2 beitragen, die sich seit einiger Zeit im Abwasser zeigt und die noch etwas ansteckender ist“, erklärt der Experte „Glücklicherweise ist sie aber nicht krankmachender.
15.7. – Vierte Reinigungsstufe soll Abwasser sauberer machen
Kiel (dpa/lno) 14:20 Uhr – Abwasser in Schleswig-Holstein soll künftig besser gereinigt werden. Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) informierte sich heute bei einem Besuch im Rendsburger Klärwerk in Fockbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) über eine vierte Reinigungsstufe. Das Land fördert das Pilotprojekt mit fast 2,4 Millionen Euro. „Mit der Förderrichtlinie und dieser ersten Pilotanlage in Schleswig-Holstein greifen wir allen Kommunen im Land unter die Arme und unterstützen sie frühzeitig, um auf die kommende EU-Vorgabe vorbereitet zu sein“, sagt der Minister.
Bisher wird Abwasser den Angaben zufolge mechanisch, biologisch und chemisch gereinigt. Anschließend seien aber noch Spurenstoffe etwa von Medikamenten, Kosmetika und Haushaltschemikalien im Wasser enthalten. Die 8,4 Millionen Euro teure vierte Reinigungsstufe soll nach Angaben des Umweltministeriums im Frühjahr 2025 in Betrieb gehen. Eine Ozonanlage wird dann die Spurenstoffe im Abwasser in besser zu bindende und abbaubare Stoffe umwandeln. In der folgenden Filtration werden diese Stoffe reduziert. Ozon besteht aus drei Sauerstoffatomen und ist ein starkes Oxidationsmittel.
15.7. – Weiss Technik stattet Prüfzentrum für E-Auto-Batterien aus
Reisskirchen (Weiss Technik) 10:00 Uhr – Ein international führendes Prüf- und Zertifizierungsunternehmen hat in den USA ein neues Prüfzentrum errichtet. Darin sind Prüfeinrichtungen für unterschiedliche Tests im Automotive-Bereich untergebracht. Zu den größten Prüfanlagen gehören drei Vibrationstestanlagen mit 350 bzw. 200 kN Shakern zur Prüfung von Batterien für E-Fahrzeuge. Dazu hat Weiss Technik die passenden Vibrationsprüfkammern mit Sicherheitseinrichtungen gemäß Hazard Level 5 entwickelt und geliefert.
Zur Ausstattung des neuen Multi-Prüfzentrums suchte der Kunde in Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmen einen Spezialisten für die Lieferung von drei groß dimensionierten Vibrationsprüfkammern für Temperaturprüfungen. Getestet werden in diesen Prüfeinrichtungen LI-Ionen-Batteriepacks für Elektrofahrzeuge im Temperaturbereich von -40 bis 85 °C gemäß IEC 60068-3-5. Voraussetzung dafür ist, dass die Prüflinge während des Testvorgangs über das Batterie-Management-System in ihren Grenzbereichen angesteuert und betrieben werden. Nach intensiven Vorgesprächen zum Anforderungsprofil der drei Prüfanlagen entwickelte Weiss Technik ein passendes Anlagen-, Bedien- und Sicherheitskonzept.
Berlin (dpa) 16:44 Uhr – Im Fall einer Vogelgrippe-Pandemie könnten Impfstoffe für Menschen nach Einschätzung des Berliner Infektiologen Leif Erik Sander rasch zur Verfügung stehen. „Wir haben Impfstoffe, die zugelassen sind, die in dem Moment, in dem ein Virus eine Pandemie auslöst, sehr schnell angepasst werden könnten“, sagte der Charité-Professor bei einem Online-Pressegespräch. Allerdings müssten dafür Produktionskapazitäten hochgefahren werden. Sander spricht von Influenza-Impfstoffen, die an die Untervariante des Vogelgrippe-Erregers angepasst werden müssten. Das Vogelgrippe-Virus H5N1 ist ein Influenza-A-Virus wie die beim Menschen kursierenden Erreger der saisonalen Grippe.
Für Menschen in Deutschland besteht dem Experten zufolge derzeit kein Grund zur Sorge. „Momentan gibt es noch keine Veranlassung, Menschen aktiv zu impfen“, sagte Sander und ergänzte: „Es geht nicht darum, die Sorge zu verbreiten, dass eine Pandemie unmittelbar bevorsteht. Man sollte aber alles machen, um vorbereitet zu sein.“
Das Virus H5N1 kursiert seit Jahrzehnten verstärkt unter Vögeln – zunächst in Asien, inzwischen nahezu weltweit. In den USA haben sich zuletzt Dutzende Rinder infiziert. Eine Handvoll Menschen hat sich laut der US-Gesundheitsbehörde CDC im Kontext des Ausbruchs in US-Milchviehhaltungen bislang angesteckt. Die Ansteckungen sind laut US-Behörden vermutlich durch direkten Kontakt mit infizierten Kühen erfolgt, nicht von Mensch zu Mensch. Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es derzeit weltweit keine Hinweise für eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung mit Influenzaviren.
8.7. – Stimmung in der Chemie-Industrie hellt sich auf
Frankfurt/Main (dpa) 12:35 Uhr – Deutschlands Chemie-Industrie blickt wieder etwas zuversichtlicher in die Zukunft. Das erste Halbjahr sei besser als erwartet verlaufen, berichtet der Branchenverband VCI in Frankfurt. Damit halte man an den Prognosen für das Gesamtjahr unverändert fest. Danach soll der Umsatz 2024 um 1,5 Prozent und die Produktion um 3,5 Prozent steigen.
In den ersten sechs Monaten gingen die Erlöse vor allem wegen der um vier Prozent gesunkenen Erzeugerpreise um ein Prozent auf 112 Milliarden Euro zurück. Gleichzeitig stieg die Produktion dank wieder anziehender Bestellungen um drei Prozent. Vor allem die Grundstoffindustrie zog von einem sehr niedrigen Niveau wieder deutlich an, sei aber weit entfernt von alter Stärke. Viele Anlagen seien noch immer nicht so stark ausgelastet wie vor der Corona-Krise.
„Es gibt einen Silberstreif, aber von einem stabilen Aufwärtstrend kann keine Rede sein“, erklärt VCI-Präsident Markus Steilemann. „Die leichten Anzeichen der Erholung sind kein Grund zum Jubeln. Wir erwarten zwar, dass sich die Auftragslage im Jahresverlauf verbessert. Die Signale leichter Entspannung dürfen aber den Blick auf die Standortprobleme nicht verstellen: Neben fehlenden Aufträgen bereiten uns die Energiepreise und die Bürokratie die größten Sorgen.“
Mehr als 70 Prozent der Unternehmen sähen sich durch regulatorische Anforderungen stark behindert, 45 Prozent nannten die hohen Energiepreise als grundsätzliches Problem. In der Folge entschieden sich viele eher für Investitionen im Ausland, die um acht Prozent auf zwölf Milliarden geklettert seien. Gleichzeitig gingen die Inlandsinvestitionen um zwei Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zurück.
Rund die Hälfte der Unternehmen erwartet der Verbandsumfrage zufolge im zweiten Halbjahr 2024 oder im kommenden Jahr eine Erholung des Geschäfts. Für fast 30 Prozent habe sie bereits begonnen und rund 20 Prozent rechneten erst 2026 oder später mit einer Erholung. Seit dem Jahresbeginn stehen hingegen die Zeichen bei der Teilbranche Pharma wieder auf Wachstum. Die Produktion legte im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent zu, wie der VCI berichtet. Die hohe Nachfrage habe für ein Umsatzwachstum von sechs Prozent gesorgt.
Berlin (dpa) 19:27 Uhr – Der Nitratwert im Grundwasser in Deutschland ist weiterhin zu hoch. Das geht aus dem heute veröffentlichten Nitratbericht der Bundesregierung hervor, der sich auf den Zeitraum von 2020 bis 2022 bezieht. Demnach lag die Konzentration an gut einem Viertel (25,6 Prozent) der Messstellen in Deutschland über der von der EU vorgegebenen Grenze von 50 Milligramm pro Liter. Am morgigen Freitag stimmt der Bundesrat über das neue Düngegesetz ab.
Unter anderem aus Dünger wie etwa Gülle gelangt Nitrat in den Boden, das gut fürs Pflanzenwachstum ist. Zu viel davon kann die Natur aber aus dem Gleichgewicht bringen. Zudem können aus Nitrat gesundheitsgefährdende Nitrite entstehen. Die EU-Staaten müssen der Europäischen Kommission alle vier Jahre Daten über die Belastung ihrer Gewässer mit Nitrat liefern.
Laut dem vorherigen Bericht für den Zeitraum von 2016 bis 2018 war der Nitratwert noch an 26,7 Prozent der Messstellen zu hoch gewesen. Damit ging die Nitratbelastung im Grundwasser zwar erneut leicht zurück. „Der Nitratbericht macht aber auch deutlich, dass wir noch nicht am Ziel sind. Besonders wo viele Tiere gehalten werden oder viel Gemüse angebaut wird, ist immer noch zu viel Nitrat im Grundwasser“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) in einer Mitteilung. Er appelliert daher an die Länder, am Freitag im Bundesrat dem neuen Düngegesetz zuzustimmen.
4.7. – Erleichterungen für die Arzneimittelforschung
Berlin (dpa) 17:22 Uhr – Die Entwicklung, Zulassung und Herstellung von Arzneimitteln in Deutschland soll attraktiver werden. Dieses Ziel verfolgt ein Maßnahmenpaket, das der Bundestag verabschiedet hat, um die Abwanderung der Branche ins Ausland zu stoppen. Deutschland werde dadurch ein „Gigant in der Medizinforschung“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Das Gesetz sieht unter anderem Vereinfachungen und Beschleunigungen bei Genehmigungs- und Zulassungsverfahren vor. So müssen etwa bestimmte klinische Studien nur noch bei einer einzelnen Stelle im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beantragt werden.
Weiterhin dürfen Pharmaunternehmen mit den gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Bedingungen Geheimpreise für patentgeschützte Medikamente aushandeln. Dadurch sollen die Preise sinken. Diese Regelung ist allerdings umstritten und wird deshalb zunächst auf vier Jahre befristet. Bis Ende 2026 sollen die Auswirkungen der Maßnahme überprüft werden.
Die Opposition äußerte grundsätzliche Zweifel, dass die angepeilten Ziele bei der Medizinforschung durch das Gesetz der Ampel-Koalition tatsächlich erreicht werden. In manchen Bereichen sei es sogar „eher schädlich“, warnte der CDU-Abgeordnete Hubert Hüppe.
Kiel (dpa/lno) 17:33 Uhr– Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei einem Besuch in Kiel die Bedeutung des Geomar Helmholtz Zentrums für Ozeanforschung betont. „Ich weiß aus meinen Reisen ins Ausland, wie wichtig Geomar nicht nur für deutsche Ozeanforschung ist, sondern ich bin auch getroffen auf Kooperationen, insbesondere mit Ländern in Westafrika, die von einer anhaltend hohen Wasserqualität und damit Fischfang leben und dauerhaft leben müssen“, sagte Steinmeier nach dem etwa einstündigen Rundgang durch den Neubau des renommierten Instituts. Kooperationsprojekte zwischen dem Kieler Institut und Forschungseinrichtungen in Westafrika und Kapverden seien deshalb besonders wichtig.
Steinmeier informierte sich über die Anpflanzung von Seegraswiesen in der Ostsee und über Schulprogramme der Kieler Forschenden. Zwei Schülerinnen zeigten dem Staatsoberhaupt beispielsweise ein Experiment mit Plankton unter dem Mikroskop. „Da ist ja Party“, sagte Steinmeier nach dem Blick durch das Gerät. „Ich glaube, die haben denen etwas gegeben.“
Bei dem Besuch ging es auch um die Arbeit der Forschenden im tropischen Atlantischen Ozean. Der Koordinator des Forschungsbereichs „Marine Biochemie“, Arne Körtzinger, zeigte Steinmeier die Arbeit an der Westküste Afrikas, wo Geomar gemeinsam mit den Kapverden eine Forschungsstation betreibt. „Eine halbe Milliarde Menschen in Afrika wird ernährt aus diesem Ökosystem“, sagte Körtzinger. Die Region sei betroffen von Überfischung auch durch Europäer und der Übersäuerung des Ozeans. Thema des Rundgangs waren auch der Schutz der Tiefsee und Rohstoffe aus dem Meer.
1.7. – Rekord: 58 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien
Berlin/Stuttgart (dpa) 5:01 Uhr – Neuer Halbjahresrekord bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien: Strom aus Wind, Sonnenlicht, Biomasse und Wasserkraft hat im ersten Halbjahr 2024 rund 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Dies geht aus Hochrechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor, die der dpa am Montag vorlagen.
Im 1. Halbjahr 2023 lag der Anteil der erneuerbaren Energien noch bei 52 Prozent. Der Bruttoinlandsstromverbrauch betrug insgesamt 261 Milliarden Kilowattstunden und lag damit 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Von den 58 Prozent entfielen 24 Prozentpunkte auf Windenergie an Land, 14 Prozentpunkte auf Photovoltaik, 9 Prozentpunkte auf Biomasse, 5 Prozentpunkte auf Wasserkraft, 5 Prozentpunkte auf Windenergie auf See sowie 1 Prozentpunkt auf die Stromerzeugung aus Siedlungsabfällen.
Der Rekord zeige, dass eine sichere und treibhausgasneutrale Stromversorgung auf der Basis von nahezu 100 Prozent erneuerbaren Energien inklusive Wasserstoff bis 2035 erreichbar sei, erklärte ZSW-Vorstand Frithjof Staiß. Dies biete ein stabiles Fundament für die Industrie auf ihrem Weg zur klimaneutralen Produktion.