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LABORPRAXIS-Newsticker 2024

Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2024

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28.5. – Übergewicht in der Jugend kann das Risiko für Multiple Sklerose erhöhen

Heidelberg (ots) 13:50 Uhr – Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Ursachen der Krankheit sind noch weitgehend unbekannt. NAKO Forschende unter Federführung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) haben nun untersucht, welche Besonderheiten in Kindheit und Jugend das Erkrankungsrisiko beeinflussen könnten. Die Auswertung der Informationen von 204.273 Teilnehmenden der NAKO Gesundheitsstudie zeigte unter anderem, dass Übergewicht in der Jugend die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, an einer MS zu erkranken. Demnach sei Übergewicht im Alter von 18 Jahren im Vergleich zu Normalgewicht mit einem erhöhten Risiko für eine MS verbunden.

Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass Personen, die als Säuglinge gestillt wurden, später ein verringertes MS-Risiko haben im Vergleich zu denen, die nicht gestillt wurden.

„Unsere Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Übergewicht im Jugendalter und einem erhöhten MS-Risiko decken sich mit den Erkenntnissen anderer Forschender. Wie bereits in früheren Studien beobachtet, haben auch wir keinen Effekt auf das MS-Risiko von höherem Geburtsgewicht oder höherem Gewicht im Alter von zehn Jahren im Vergleich zum Durchschnittsgewicht festgestellt. Das lässt vermuten, dass auch der Zeitpunkt des Übergewichts einen Einfluss auf das MS-Risiko haben könnte. Die körperliche Aktivität der Kinder und Jugendlichen spielt dabei sicherlich ebenfalls eine wichtige Rolle und sollte in zukünftigen Studien genauer untersucht werden“, sagt Anja Holz, Erstautorin und Wissenschaftlerin am Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie am UKE.

Deutschlandweit waren schätzungsweise 337 von 100.000 Menschen im Jahre 2019 von Multipler Sklerose betroffen.

Hier geht es zu den aktuellen Meldungen im LABORPRAXIS-Newsticker:

28.5. – Bayer nutzt Genomeditierung für nährstoffreicheres Gemüse

Monheim/Rotterdam, (Bayer) 8:30 Uhr – Als Teil seines Open-Innovation-Ansatzes treibt Bayer zwei Initiativen mit externen Partnern im Bereich der Genomeditierung von Gemüse voran. Bayer und das südkoreanische Biotech-Unternehmen G+FLAS arbeiten nun zusammen, um durch Genomeditierung Tomatensorten zu entwickeln, die mit Vitamin D3 angereichert sind.

Vitamin-D-Mangel ist ein weltweit verbreitetes Problem, insbesondere in Ländern mit wenig Sonnenlicht im Winter. Das Problem betrifft schätzungsweise eine Milliarde Menschen und kann zu einer Reihe von Gesundheitsproblemen wie Rachitis führen. Die eingesetzte Technologie ermöglicht es, Änderungen am Genom einer Pflanze vorzunehmen, die auch in der Natur vorkommen oder durch konventionelle Züchtung erreicht werden könnten, allerdings präziser und schneller.

Die Bedeutung des Open-Innovation-Ansatzes wurde nun erneut durch eine neue Lizenzvereinbarung mit dem US-amerikanischen Lebensmittel- und Agrartechnologie-Startup Pairwise unterstrichen. Bayer hat eine Lizenz von Pairwise erworben, die es erlaubt, deren genomeditierten braunen Senf, eine Kohlpflanze, zu vermarkten und mit der dahinterstehenden Technologie zu arbeiten. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus buntem Blattgemüse mit höherem Nährwert als Salat und einem besonderen, frischen Geschmack, der durch Einsatz von Genomeditierung erreicht wurde. Es ist das erste genomeditierte Lebensmittel, das auf dem nordamerikanischen Markt eingeführt wurde.

Die Zusammenarbeit mit G+FLAS und Pairwise steht beispielhaft für die Ausrichtung von Bayers Innovationsstrategie: die führenden Forschungs- und Entwicklungskapazitäten des Unternehmens mit dem Wissen und Erfindungsreichtum von externen Experten verbinden. Als Teil dieses Ansatzes hat der Konzern nun die neue Open- Innovation-Plattform mit Fokus auf Genomeditierung in Obst und Gemüse gestartet.

28.5. – Neue Schokolade soll gesünder und umweltfreundlicher sein

Zürich (dpa) 5:01 Uhr – Eine nachhaltigere und zugleich etwa gesündere Schokolade haben Forscher aus Zürich nach eigenen Angaben entwickelt. Sie nutzten dazu neben den Kakaobohnen noch zusätzliche Teile der Kakaofrucht, die zum Teil als Süßmittel dienen.

„Unser Prozess verwendet ausschließlich Kakaoschoten-Komponenten in der Schokolade“, berichtet das Team um Kim Mishra von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) im Journal „Nature Food“. „Sie hat einen ähnlich süßen Geschmack wie herkömmliche Schokolade und bietet gleichzeitig einen besseren Nährwert mit mehr Ballaststoffen und einem geringeren Gehalt an gesättigten Fettsäuren.“ Zudem könne die Herstellung dieser Schokolade „in großem Maßstab den Flächenverbrauch und das Erderwärmungspotenzial im Vergleich zur durchschnittlichen europäischen Zartbitterschokoladenproduktion verringern“, heißt es.

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Da die Kakaobohnen nur einen recht kleinen Anteil der Frucht ausmache, seien die nötige Landfläche und damit die Treibhausgasemissionen durch die Umwandlung von ursprünglicher tropischer Vegetation pro Bohne meistens hoch. „Daher könnte eine erhöhte Nutzung anderer Teile der Kakaoschote, wie das Fruchtfleisch und die Kakaoschale, nicht nur zur Einkommensdiversifizierung der Landwirte beitragen, sondern auch die großen Umweltauswirkungen während der Anbauphase reduzieren“, schreiben die Forscher.

22.5. – Das Mammut im Weinkeller: Winzer findet 40.000 Jahre alte Knochen

Wien (ÖAW) 14:56 Uhr – In einem niederösterreichischen Weinkeller hat ein Winzer Mammutknochen entdeckt, die bis zu 40.000 Jahre alt geschätzt wurden. Bei Umbauarbeiten in seinem Weinkeller in Gobelsburg im Bezirk Krems entdeckte Andreas Pernerstorfer die riesigen Knochen, die sich als steinzeitliche Mammutknochen herausstellten. Er meldete den Fund dem Bundesdenkmalamt, das ihn an das Österreichische Archäologische Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verwies.

Seit Mitte Mai haben Archäologen der ÖAW nun mehrere Schichten von Mammutknochen freigelegt. Die dort entdeckten Steinartefakte und Holzkohlefunde deuten darauf hin, dass die Funde zwischen 30.000 und 40.000 Jahre alt sind, so die Archäologen Thomas Einwögerer und Hannah Parow-Souchon von der ÖAW. Sie gehen von einer „bedeutenden Knochenlage“ aus, die Überreste von mindestens drei verschiedenen Mammuts enthält. Vergleichbare Funde wurden in Österreich zuletzt vor 150 Jahren, ebenfalls im Bezirk Krems, gemacht.

Der Fund wird aktuell von den Forschern noch untersucht, in weiterer Folge wird er dem Naturhistorischen Museum Wien übergeben, wo die Restaurierung der Knochen erfolgen soll. Die Finanzierung der Grabungen erfolgte durch das Bundesdenkmalamt und das Land Niederösterreich.

21.5. – 15 Millionen Euro zur Entwicklung individualisierter Krebsimmuntherapien

Wien (PR Newswire) 9:00 Uhr – Das österreichische Biotechnologieunternehmen Ygion Biomedical gab heute bekannt, eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 15 Millionen Euro durch eine österreichische Privatstiftung abgeschlossen zu haben. Dieses Kapital solle helfen, eine individualisierte Krebsimmuntherapie auf Basis der unternehmenseigenen Ygnite-Technologieplattform bis in die präklinische und klinische Entwicklung zu bringen.

Der Fokus des 2022 gegründeten Unternehmens liegt auf der Entwicklung individualisierter „Plug-and-Play“-Krebs-Impfstoffe auf Basis einer proprietären Technologieplattform. Diese ermöglicht die Identifizierung, Produktion und zielgerichtete Verabreichung relevanter Neoantigen-Peptide, was zu einer sicheren, außergewöhnlich wirksamen und präzisen Aktivierung des Immunsystems des Patienten führt.

17.5. – Polen: Erneut giftige Goldalgen in der Oder entdeckt

Warschau (dpa) 21:47 Uhr – Polnische Behörden haben giftige Goldalgen in der Oder gefunden. Die Goldalgen seien aus dem Gleiwitzer Kanal in den Fluss eingespült worden, teilte der Krisenstab des polnischen Klima- und Umweltministeriums am Freitagabend mit. Für den Flussabschnitt auf der Höhe des Ortes Lany südöstlich von Breslau (Wroclaw) sei die erste Risikostufe verhängt worden.

In dem von der Oder abzweigenden Gleiwitzer Kanal sind seit vergangener Woche viele tote Fische entdeckt worden. Nach Einschätzung von Experten sei „die Fähigkeit der Goldalge, in der dynamischen Strömung der Oder zu gedeihen, im Vergleich zu den Bedingungen in den stehenden Gewässern des Kanals begrenzt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Allerdings sei der seit Anfang Mai beobachtete geringe Wasserstand der Oder ein zusätzlicher Faktor, der das Risiko erhöhe. Der 1939 eröffnete Gleiwitzer Kanal ist 41 Kilometer lang und verbindet die oberschlesische Großstadt Gleiwitz (Gliwice) mit der Oder.

Im Sommer 2022 war es in der Oder zu einem massenhaften Fischsterben gekommen. Experten in Deutschland und Polen kamen zu dem Schluss, dass höchstwahrscheinlich die toxische Wirkung einer Blüte der giftigen Goldalge Prymnesium parvum den Tod der Fische verursacht hatte. Der Krisenstab will nun erreichen, dass möglichst wenig von den Goldalgen, die sich im Gleiwitzer Kanal stark vermehrt haben, in die Oder gelangen. Dazu wurde die polnische Wasserbehörde angewiesen, die Schleusenöffnungen am Kanal zu minimieren und die Wasserströme entsprechend zu kontrollieren. Außerdem werden der Wasserzustand und das Gelände am Fluss regelmäßig untersucht.

17.5. – Wissenschaftler forschen an nachhaltiger Korallen-Zucht in Aquarien

Wilhelmshaven (dpa/lni) 6:31 Uhr – Um den Handel mit Korallen nachhaltiger zu machen, forschen Wissenschaftler der Universität Oldenburg an einer geschlechtlichen Vermehrung der Meerestiere in Aquarien. Bislang stammten viele Korallen für den Aquaristikmarkt aus der Vermehrung durch Fragmentierung, also dem Zerteilen einer Koralle in mehrere Teile, und durch Wildentnahmen aus Riffen. „Das heißt, Taucher gehen in die Riffe, entnehmen die Korallen und exportieren sie für den Korallenhandel nach Europa“, erklärte die Biologin Mareen Möller, die mit ihrem Kollegen Samuel Nietzer seit rund zehn Jahren an der Vermehrung und Aufzucht forscht.

In der Aquarienanlage des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Wilhelmshaven arbeiten die Wissenschaftler an der sexuellen Vermehrung der Tiere. Der Prozess, der sich sonst in den Korallenriffen im Meer abspielt, ist laut den Forschern im Labor nur schwer nachzustellen. Damit die Korallen überhaupt unter künstlichen Bedingungen zu einer natürlichen Fortpflanzung angeregt werden, werden in den Aquarien viele Parameter wie Wassertemperatur und Mondzyklus nachgestellt. In Deutschland waren die Forscher 2020 nach Angaben ihrer Universität die Ersten überhaupt, denen das gelungen ist.

15.5. – Chemie-Arbeitgeber und IG BCE vertagen sich auf Juni

Teistungen/Frankfurt (dpa) 14:12 Uhr – Ohne Annäherung sind die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der deutschen Chemie- und Pharma-Industrie vertagt worden. Der Verhandlungsführer der IG BCE, Oliver Heinrich, verlangte am Mittwoch im thüringischen Teistungen, dass die Arbeitgeber ihre „Total-Blockade“ bei der Entgelterhöhung beenden. Anders als von Arbeitgeberseite behauptet seien Verteilungsspielräume vorhanden. Die Chemie-Beschäftigten dürften nicht zu Inflationsverlierern werden. Die IG BCE hat sieben Prozent mehr Geld gefordert.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) will weiterhin einen „krisengerechten Tarifabschluss“ durchsetzen. „Die kritische Lage in vielen Betrieben wird von der IGBCE bislang nicht ausreichend berücksichtigt“, sagte Verhandlungsführer Matthias Bürk nach zwei Verhandlungstagen.

Die nächste bundesweite Verhandlungsrunde ist für den 4. und 5. Juni in Wiesbaden verabredet. Die Friedenspflicht endet am 30. Juni. Den Bundesverhandlungen sind Gespräche in den neun Tarifregionen vorausgegangen, die am Ende in der Regel die Vereinbarungen der Bundesebene übernehmen.

15.5. – Nachwuchspreis für Beschleunigerphysik vergeben

Asslar (Pfeiffer Vacuum) 14:01 Uhr – Dr. Sebastian Keckert erhält den diesjährigen Nachwuchspreis für Beschleunigerphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird ihm für herausragende Forschungsergebnisse auf dem Gebiet neuartiger Materialien für supraleitende Hochfrequenzsysteme verliehen. Pfeiffer Vacuum ist einer der Sponsoren dieser Auszeichnung, die jährlich vom Arbeitskreis Beschleunigerphysik der DPG in Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen und Unternehmen vergeben wird. Die Institutionen Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB) sowie die Unternehmen Pfeiffer Vacuum und RI Research Instruments zeichnen damit Nachwuchswissenschaftler gemeinsam aus. So soll die Arbeit von jungen Forschenden, die in einer frühen Phase an einer Universität oder Forschungseinrichtung im Bereich der Beschleunigerphysik entstanden ist, gewürdigt werden.

15.5. – Mensch, Roboter und Reagenzglas: ABB Robotics auf der Achema

München (Schwartz Public Relations) 12:05 Uhr – In Zeiten des demografischen Wandels avancieren kollaborative Roboter zu wertvollen Verbündeten im Labor. Hier entlasten sie menschliche Mitarbeitende im Schichtbetrieb, steigern den Durchsatz und sichern eine durchgängig hohe Qualität bei hoher Geschwindigkeit. Dabei sind Roboter inzwischen nicht nur etwas für Großlabore: Auch kleinere Laborbetriebe profitieren von der Effizienz und Präzision aus der roboterbasierten Automatisierung repetitiver Prozesse sowie der einfachen Programmierung und flexiblen Nutzung von Robotern und Cobots.

ABB präsentiert mit ihrem 6-achsigen Gofa-Cobot das automatisierte Proben-Handling im Labor. Bei der „Cobot AI Probensortierung“ füllt der Cobot eine Zentrifuge mit einer Charge unsortierter Proben und strukturiert diese dann in ein Rack. Die Objekterkennung erfolgt über ein AI-basiertes 3D Vision System. Für jedes Probenröhrchen werden Lage, Ausrichtung und Höhe genau identifiziert. Mit einem Vakuumgreifer nimmt der Roboter eine Probe auf und belädt damit eine Zentrifuge, die automatisch jede einzelne Position anfahren kann. Nach der Zentrifugation werden die Proben zur Weiterverarbeitung in ein Rack sortiert. Die Demo baut auf dem flexiblen i-Hex-System von Smartlab Solutions auf.

ABB Robotics ist vom 10. bis 14 Juli auf der Aktionsfläche Digital Lab der Achema (Halle 12.0, Stand A33).

15.5. – Lichtblick für Chemie: Umsatz und Produktion gesteigert

Frankfurt/Main (dpa) 10:01 Uhr – Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie blickt wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Im Vergleich zum schwachen Schlussquartal 2023 konnten die Unternehmen in den ersten drei Monaten dieses Jahres ihre Produktion um 6,5 Prozent steigern, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt berichtete. Auch der Umsatz stieg um 1,8 Prozent auf 56,5 Milliarden Euro. Kunden hätten ihre leeren Lager wieder aufgefüllt und aus dem außereuropäischen Ausland habe es eine anziehende Nachfrage gegeben.

Preisbereinigt lägen die Umsätze wie auch die Produktion aber weiterhin rund 15 Prozent unter dem Niveau vor der Corona-Krise, betonte Verbandspräsident Markus Steilemann. Er sagte laut einer

Mitteilung: „Ein gutes Quartal macht die Einbrüche der Krisenjahre nicht wett. Die Lage ist insgesamt fragil.“ Eine Tendenzwende zeichne sich in der Chemie noch nicht ab, während in der Pharmasparte einem soliden Wachstum kaum noch etwas im Wege stehe.

Für das Gesamtjahr rechnet der VCI mit einem Produktionsplus von 3,5 Prozent und einem um 1,5 Prozent steigenden Branchenumsatz. Hier spiegeln sich die zuletzt gesunkenen Erzeugerpreise. Impulse seien insbesondere bei der außereuropäischen Nachfrage zu erwarten, während in Europa und insbesondere in Deutschland die wirtschaftliche Dynamik nur langsam zunehme. In diesem Zusammenhang forderte Steilemann politische Reformen, um den Wirtschaftsstandort günstiger zu machen.

15.5. – Asiatische Tigermücke breitet sich in Bayern aus

München/Fürth (dpa/lby) 8:01 Uhr – Die Asiatische Tigermücke scheint sich in Bayern auszubreiten. Das legen nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Ergebnisse des Stechmücken-Monitorings nahe, das im vergangenen Jahr gestartet wurde.

Die aus den Tropen stammende Tigermücke kann Krankheiten wie das Dengue- oder das West-Nil-Fieber übertragen. Eine etablierte Population der auffällig schwarz-weiß geringelten Mücke gibt es bisher nur im mittelfränkischen Fürth. Einzelne Funde gab es in der Vergangenheit bereits unter anderem in Würzburg und München sowie in den Landkreisen Kelheim, Erding, Ebersberg und Rosenheim. „Aktuell ist das Übertragungsrisiko von Viren wie dem Dengue-Fieber in Bayern durch gebietsfremde Stechmücken wie die Asiatische Tigermücke aber glücklicherweise noch sehr gering“, teilt Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) mit.

Um die Situation weiter beobachten zu können, setzt das Landesamt für Gesundheit (LGL) auch in diesem und im kommenden Jahr das Monitoring fort. Auch die Stadt München lässt an Kleingartenanlagen, Friedhöfen oder Verkehrsknotenpunkten Fallen aufstellen und diese bis in den Herbst regelmäßig auswerten. Dadurch will die Stadt eigenen Angaben nach die Tigermücke gezielt bekämpfen können, um die weitere Ausbreitung zu verlangsamen.

15.5. – Guter Start ins Geschäftsjahr 2024 für Merck

Darmstadt (Merck) 7:02 Uhr – Das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck ist nach eigenen Angaben gut ins Geschäftsjahr 2024 gestartet. Der Unternehmensbereich Healthcare entwickelte sich stark. Electronics erzielte ebenfalls ein solides organisches Umsatzwachstum, insbesondere bedingt durch die Geschäftseinheit Semiconductor Solutions. Life Science verzeichnete gegenüber der hohen Vergleichsbasis des Vorjahresquartals Umsatz- und Ergebnisrückgänge, wie das Unternehmen in einer Pressemeldung mitteilt.

Dank der robusten Geschäftsentwicklung im 1. Quartal 2024 und gegenüber der hohen Vergleichsbasis des Vorjahresquartals ging der Konzernumsatz lediglich um 3,3 % (organisch: 1,2 %) auf 5.120 Mio. € zurück. Wechselkurseffekte, insbesondere des chinesischen Renminbi, wirkten sich mit 2,0 % nachteilig auf die Umsatzentwicklung aus. Das EBITDA pre sank um 8,4 % (organisch: 5,2 %) auf 1.454 Mio. €. Negative Wechselkurseffekte hatten einen Einfluss in Höhe von 3,2 % auf die Ergebnisentwicklung. Die EBITDA-pre-Marge lag im 1. Quartal 2024 bei 28,4 % und das Ergebnis je Aktie pre bei 2,06 €.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet Merck die Rückkehr zu organischem Umsatz- und Ergebniswachstum für den Konzern. Im Detail geht das Unternehmen von folgender Entwicklung aus, entsprechend der qualitativen Prognose aus dem März 2024:

  • Umsatz: zwischen 20,6 Mrd. € und 22,1 Mrd. €, organisch +1 % bis +5 %, Wechselkurseffekte von ‑3 % bis 0 %
  • EBITDA pre: zwischen 5,7 Mrd. € und 6,3 Mrd. €, organisch +1 % bis +7 %, negative Wechselkurseffekte von ‑4 % bis ‑1 %
  • Ergebnis je Aktie pre (EPS pre): 8,05 € bis 9,10 €.

14.5. – Kein Angebot der Arbeitgeber zum Chemie-Tarifauftakt

Teistungen/Frankfurt (dpa) 15:32 Uhr – Zum Auftakt der bundesweiten Tarifverhandlung für rund 585.000 Beschäftigten der Chemie- und Pharma-Industrie haben die Arbeitgeber zunächst kein Angebot vorgelegt. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hatte bereits vor dem Treffen am Dienstag im thüringischen Teistungen angekündigt, zunächst über die angespannte wirtschaftliche Lage der Branche sprechen zu wollen.

Ohne eine gemeinsame Einschätzung könne es kein Angebot geben, hatte BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller erklärt. Die Gewerkschaft ist mit einer Forderung nach 7 Prozent mehr Geld in die Verhandlung gegangen. Diese Forderung hatte der BAVC als „weder krisengerecht noch finanzierbar“ bezeichnet.

Die Gewerkschaft will neben den Gehaltssteigerungen auch Vorteile für die eigenen Mitglieder gegenüber anderen Arbeitnehmern tariflich festschreiben. Messbare Vorteile könnten demnach mehr Freizeit, mehr Geld oder eine bessere soziale oder gesundheitliche Absicherung für Gewerkschaftsmitglieder sein.

Ein Abschluss wird in Teistungen bei diesen weit auseinander liegenden Positionen nicht erwartet, auch wenn die Gespräche planmäßig erst am Mittwoch enden. Eine weitere bundesweite Verhandlungsrunde ist bereits für Anfang Juni in Wiesbaden verabredet. Den Bundesverhandlungen sind Gespräche in den neun Tarifregionen vorausgegangen, die am Ende in der Regel die Vereinbarungen der Bundesebene übernehmen.

12.5. – Erster Patient mit Schweineniere in den USA gestorben

Boston/Washington (dpa) 15:16 Uhr – Der weltweit erste Patient mit einer transplantierten Schweineniere ist knapp zwei Monate nach der Operation gestorben. Die behandelnde Klinik in Boston erklärte, sie haben keine Hinweise darauf, dass Patient Rick Slayman an den Folgen seiner jüngsten Transplantation gestorben sei. Er werde „für unzählige Transplantationspatienten auf der ganzen Welt als ein Leuchtfeuer der Hoffnung gelten“, so das Massachusetts General Hospital.

Der an einer lebensgefährlichen Nierenkrankheit leidende Mann hatte das genetisch veränderte Organ laut dem Krankenhaus am 16. März im Alter von 62 Jahren eingepflanzt bekommen. Anfang April verließ er die Klinik. Die so genannte Xenotransplantation – die Übertragung von tierischen Organen auf den Menschen – wird schon seit den 1980er Jahren erforscht. Schweine gelten dabei als besonders geeignet als Spender, weil ihr Stoffwechsel dem von Menschen ähnelt. Für den Einsatz solcher Organe muss unter anderem das Erbgut der Spendertiere verändert werden. Sonst käme es bei der Übertragung auf den Menschen zu einer sofortigen Abstoßungsreaktion.

Auch der 62-Jährige habe – am achten Tag nach der Operation – Anzeichen einer Abstoßung gezeigt, schrieb die „New York Times“ unter Berufung auf einen der Ärzte. Mit Medikamenten sei die Immunreaktion eingedämmt worden.

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11.5. – Massiver Sonnensturm: Stärkster geomagnetischer Sturm seit 2003

Berlin/Boulder (dpa) 10:55 Uhr – Der Sonnensturm, der in der Nacht von Freitag auf Samstag auch über Deutschland für Polarlichter sorgte, ist nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA der stärkste geomagnetische Sturm seit 2003. Da weitere koronale Massenauswürfe auf dem Weg zur Erde seien, sei sehr wahrscheinlich, dass die geomagnetischen Stürme über das Wochenende anhalten würden, so die NOAA. In der Nacht von Freitag auf Samstag waren in mehreren Regionen Deutschlands Polarlichter zu sehen. Über dem Schwarzwald in Baden-Württemberg leuchtete es magenta, im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree gab es violett-blau-grüne Farbspektakel und über dem Brocken im Harz färbte sich der Himmel purpur. Auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen wurden beeindruckende Bilder von Polarlichtern aufgenommen.

Ursache für das seltene Schauspiel sind Sonnenstürme, so genannte koronale Massenauswürfe (CME), die auf das Magnetfeld der Erde treffen. Die Stärke eines solchen Sturms wird laut Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in drei fünfstufigen Kategorien angegeben, von denen Kategorie G geomagnetische Effekte, ausgelöst durch die Plasmawolke, beschreibt. Kategorie S meint hingegen durch hochenergetische Teilchen verursachte Strahlungseffekte und Kategorie R durch den Röntgenblitz ausgelöste Radiostörungen.

Zum aktuellen Sonnensturm erklärte die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) in der Nacht zu Samstag, „G5-Konditionen“ beobachtet zu haben. Diese höchste Stufe sei zuletzt bei den so genannten „Halloween-Stürmen“ im Oktober 2003 festgestellt worden, welche zu Stromausfällen in Schweden und zur Beschädigung von Transformatoren in Südafrika geführt hatten. Ursprungsregion der Sonnenstürme ist den NOAA-Experten zufolge ein großer, komplexer Sonnenfleckcluster, der etwa 17-mal so groß wie der Durchmesser der Erde sei.

7.5. – Greiner hält an ehrgeizigem Nachhaltigkeitskurs fest

Kremsmünster (Greiner Bio-One) 13:30 Uhr – 2023 war ein herausforderndes Jahr – gesamtwirtschaftlich und auch für das international tätige Kunststoff- und Schaumstoffunternehmen Greiner. Der Umsatz der Unternehmensgruppe mit insgesamt 10.544 Mitarbeitern belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 2,1 Milliarden Euro, nach zuletzt 2,3 Milliarden Euro im Vorjahr, wie das Unternehmen mitteilt. Trotz des aktuell schwierigen Marktumfelds bleiben die Ambitionen bei Greiner laut eigenen Angaben unverändert hoch. Daher laute das Motto des am 7. Mai veröffentlichten integrierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichts 2023 „Nothing beats Ambition“. Damit bekräftigt Greiner seinen Kurs in puncto Nachhaltigkeit und setzt die Transformation zu einem kreislauffähigen Unternehmen fort.

6.5. – Biontech legt Quartalszahlen vor

Mainz (dpa/lrs) 3:31 Uhr – Der Impfstoffhersteller Biontech wird an diesem Montag über den Auftakt in das Geschäftsjahr 2024 berichten. Nach dem deutlichen Einbruch bei Gewinn und Umsatz im Vorjahr legen die Mainzer ihre Zahlen für das erste Quartal vor. 2023 hatte das schrumpfende Geschäft mit Covid-19-Impfstoff die Erlöse und den Gewinn deutlich nach unten gezogen.

Letztlich war 2023 bei Biontech ein Nettogewinn von 930,3 Millionen Euro herausgekommen - deutlich weniger als die 9,4 Milliarden Euro im Jahr davor. Der Umsatz lag 2023 bei 3,8 Milliarden Euro nach 17,3 Milliarden im Vorjahr. Für 2024 erwartet das Unternehmen um Mitbegründer Ugur Sahin einen Umsatz zwischen 2,5 Milliarden und 3,1 Milliarden Euro.

Längst liegt der Fokus bei Biontech wieder auf der onkologischen Forschung, 2026 soll das erste Krebsmedikament auf den Markt gebracht werden. Allein 2023 gaben die Mainzer rund 1,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus, 2024 sollen es insgesamt zwischen 2,4 Milliarden bis 2,6 Milliarden Euro werden.

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