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LABORPRAXIS-Newsticker 2024

Archiv der Meldungen aus dem LP-Newsticker 2024

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26.9. – Harte Kritik am BASF-Management für neue Strategie

Ludwigshafen (dpa) 14:03 Uhr – Die Chemiegewerkschaft IG BCE und der BASF-Betriebsrat haben die neue Strategie des Ludwigshafener Chemieriesen scharf kritisiert. Dem Management des Dax-Konzerns gehe es vor allem darum, Kosten zu sparen. Das reiche nicht als Konzept für eine erfolgreiche Zukunft und die Sicherung der Standorte. Der Fokus müsse darauf liegen, offensiv zu investieren, um die Modernisierung der europäischen Standorte voranzubringen.

„Durch die vielen Sparprogramme fühlen sich die BASF-Beschäftigten ohnmächtig. Für sie ist es eine Zeit großer Ungewissheit“, sagte der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat. Die geplante Neuausrichtung helfe da nicht. Der Fokus des Betriebsrats liege nun auf den Verhandlungen zur Verlängerung der Standortvereinbarung am Stammwerk in Ludwigshafen. Diese schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 aus. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen müsse bis 2030 ausgeweitet werden, forderte Horvat.

Die Beschäftigten des größten rheinland-pfälzischen Unternehmens sorgten sich nicht nur um ihre Zukunft, sagte Roland Strasser, Leiter des IG BCE-Landesbezirks Rheinland-Pfalz/Saarland. „Sie fragen sich auch: Was passiert mit der Region? Welche Auswirkungen haben diese Entscheidungen auf die gesamte Wertschöpfungskette? Und: Entwickelt BASF sich zu einer Management-Holding?“ Statt ständiger Ausgliederungen, Sparprogrammen und neuen Strategieausrichtungen brauche das Unternehmen einen mutigen und entschlossenen Plan.

BASF hatte zuvor angekündigt, mit einem weitreichenden Konzernumbau wieder mehr Profitabilität erreichen zu wollen. Nicht ausgeschlossen wurde, dass weitere Chemieanlagen geschlossen werden. Zugleich sollen Geschäfte an die Börse gehen oder verkauft werden.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht in den Nachrichten von BASF Anzeichen dafür, dass sich die „industrielle Talfahrt“ fortsetze. Den diversen Ankündigungen der Bundesregierung müssten jetzt schnellstens Taten folgen, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. „Heißt: Energiekosten runter, umfassende Steuerreform, fundamentalen Bürokratieabbau, Innovationen boostern.“

Hier geht es zu den aktuellen Meldungen im LABORPRAXIS-Newsticker:

25.9. – BASF stellt neue Strategie vor - Einschnitte erwartet

Ludwigshafen (dpa) 17:31 Uhr – Der weltgrößte Chemiekonzern BASF leidet unter Kostendruck und hohen Energiepreisen. Als Konsequenz hat der Dax-Konzern bereits im Februar ein weiteres milliardenschweres Sparprogramm samt Stellenabbau und dem Schließen von Anlagen aufgelegt. Für mehr Profitabilität soll insbesondere das Stammwerk Ludwigshafen als größter Produktionsstandort des Konzerns neu aufgestellt werden. An diesem Donnerstag will der Vorstand um den neuen Konzernlenker Markus Kamieth die neue Strategie vorstellen.

Dabei könnte es nach Medienberichten zu einer Neuaufstellung des Agrargeschäfts kommen. Die Ludwigshafener hatten Ende 2023 angekündigt, die Geschäfte rund um Agrarchemie, Batteriematerialien sowie Lacke und Beschichtungen als rechtlich eigenständige Tochtergesellschaften aufzustellen. Diese Bereiche hingen weniger stark mit dem Rest des Konzerns zusammen, hieß es.

Einem Verkauf der Bereiche hatte Ex-Vorstandschef Martin Brudermüller eine Absage erteilt. Nach Medienberichten soll es nun Überlegungen geben, dass die Agrarchemie auf einen milliardenschweren Börsengang vorbereitet werden könnte. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres hatten die gesunkenen Verkaufspreise und die deutlich schlechteren Geschäfte mit Agrarchemikalien die Zahlen von BASF belastet.

BASF hatte bereits 2022 ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt. Damit sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um insgesamt 1,1 Milliarden Euro sinken. Geplant ist der Abbau von rund 3300 Jobs weltweit, davon 700 Stellen in der Produktion in Ludwigshafen, sowie die Stilllegung mehrerer energieintensiver Chemieanlagen. Im Stammwerk sollen laut dem jüngsten Sparprogramm bis Ende 2026 zusätzlich jährlich Kosten von einer Milliarde Euro eingespart werden. Wie viele Stellen in Ludwigshafen wegfallen werden, ist noch unklar.

25.9. – Nachhaltigkeitswochen bei Starlab

Hamburg (Starlab) 13:31 Uhr – Mit einem jährlichen Clean-Up-Day in Zusammenarbeit mit Oclean hat Starlab International in diesem Jahr erneut seine Nachhaltigkeitswochen eingeläutet. Bereits zum vierten Mal haben im September rund 40 Mitarbeitende einen halben Arbeitstag gewidmet, um Müll im Naturschutzgebiet Neuer Höltigbaum nahe der Firmenzentrale zu sammeln. Das Engagement hat sich nicht nur auf den Hamburger Standort beschränkt: Auch am britischen Büro von Starlab waren kleine Gruppen von Mitarbeitenden aktiv, um die dortige Umgebung von Abfällen zu befreien. „Der Clean-Up-Day ist mehr als nur eine Aufräumaktion – er weckt bei unseren Mitarbeitenden eine intrinsische Motivation, sich aktiv für den Umweltschutz einzusetzen. Dieser Anlass ist eine gute Einleitung in die Nachhaltigkeitswochen, die im Oktober stattfinden. Dann nämlich tragen unsere Mitarbeiter als Botschafter ihre Begeisterung und ihr Wissen in die Labore vor Ort“, betont Klaus Ambos, Geschäftsführer der Starlab International GmbH.

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Im Rahmen der Sustainability Weeks besuchen Starlab-Mitarbeitende über 100 Labore im Vereinigten Königreich, Italien, Frankreich und Deutschland. Dort vermitteln sie vor Ort Informationen zur Vermeidung von Plastikmüll im Labor und zum Tip-One-Recyclingservice. Diese persönlichen Besuche fördern den direkten Austausch und geben praxisnahe Anregungen, wie sich Nachhaltigkeit effektiv in den Laboralltag integrieren lässt.

Starlab ergänzt sein Programm durch eine Reihe von Webinaren in verschiedenen Sprachen, die ein internationales Publikum ansprechen. Der Fokus bei den sieben Online-Veranstaltungen liegt auf der Präsentation praktischer Ideen, um Nachhaltigkeit im Laboralltag zu verankern. Das Format schärft zudem Überlegungen, welche Produkte für das jeweilige Labor am besten geeignet sind.

8 Tipps für Nachhaltigkeit im Labor
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23.9. – Mit KI-Tools Prozesse in Chemielaboren verbessern

Wuppertal (Uni Wuppertal) 10:32 Uhr – Felix Strieth-Kalthoff ist neuer Juniorprofessor für Digitale Chemie an der Bergischen Universität Wuppertal. Er entwickelt KI-gestützte Werkzeuge, mit denen Forschungs- und Entwicklungsprozesse im synthetisch-chemischen Labor beschleunigt werden können. „Dabei beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir bestehende Algorithmen der KI anpassen und erweitern müssen, um sie effektiv im Labor nutzen zu können – und damit, wie wir den Arbeitsalltag im Labor anpassen müssen, um die erhaltenen Daten effizienter nutzen zu können“, erklärt Felix Strieth-Kalthoff. Die Forschung verfolgt dabei einen interdisziplinären Ansatz an der Schnittstelle zwischen KI und Praxis im Labor.

Der 31-Jährige studierte Chemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wo er 2021 auch promovierte. Anschließend und bis zu seinem Wechsel nach Wuppertal arbeitete er als Postdoktorand an der University of Toronto in Kanada.

20.9. – US-Hirnforscherin Erin Schuman erhält Körber-Preis

Hamburg (dpa/lno) 13:43 Uhr – Die US-amerikanische Hirnforscherin Erin Schuman hat für ihre bahnbrechenden Forschungen den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft erhalten.

„Erin Schuman ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Neurobiologie. Ihre Forschung trägt dazu bei, das Verständnis über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns zu erweitern und neue Ansätze für die Behandlung neurologischer Erkrankungen zu entwickeln“, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bei der Verleihung im Hamburger Rathaus.

Die 61-Jährige ist seit 2009 Direktorin am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Sie erhielt die Auszeichnung für die Entdeckung der lokalen Proteinsynthese im Gehirn. Dieser wichtige Mechanismus ist die Grundlage für Lernen und Erinnern.

Damit habe Schuman das Verständnis des Gehirns revolutioniert. Mit den Mitteln des Preises will sie nun Krankheiten der Nervenzellen untersuchen. Dies könnte neue Möglichkeiten eröffnen, um Hirnerkrankungen wie die Huntington-Krankheit oder das Fragile-X-Syndrom zu behandeln.

19.9. – EU-Kommission schränkt Verwendung von PFAS-Chemikalien ein

Brüssel (dpa) 14:42 Uhr – Die Europäische Kommission schränkt die Verwendung einer Untergruppe sogenannter PFAS-Chemikalien ein. „Wir entfernen schädliche Stoffe aus Produkten, die die Bürger täglich benutzen, wie Textilien, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen“, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maros Sefcovic. Dabei geht es etwa um Regenwesten, Pizza-Boxen, Imprägniersprays oder Hautpflegeprodukte.

PFAS-Chemikalien (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) sind Stoffe, die sich in der natürlichen Umwelt nicht abbauen und für die menschliche Gesundheit und die Umwelt schädlich sein können. Sie werden auch Ewigkeitschemikalien genannt.

Die Beschränkung zielt den Angaben zufolge auf sogenannte Undecafluorhexansäure (PFHxA) und PFHxA-verwandte Stoffe ab, die sehr beständig sind und „deren Verwendung in bestimmten Produkten ein inakzeptables Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellt“, erklärte die Kommission. Halbleiter, Batterien oder Brennstoffzellen für grünen Wasserstoff sollen von der Maßnahme ausgenommen werden. Die neuen Beschränkungen sollen im nächsten Monat in Kraft treten und nach Übergangszeiträumen zwischen 18 Monaten und fünf Jahren wirksam werden.

19.9. – Virologin: Corona-Welle steht bevor - kein Grund zur Sorge

Berlin (dpa) 4:01 Uhr – Herbst und Winter stehen vor der Tür und mit Beginn der kalten Jahreszeit wird auch die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen. Es sei zu erwarten, dass es in den kommenden Wochen eine Welle von Erkrankungen geben werden, sagte die Virologin Sandra Ciesek der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage sei aber keinesfalls bedrohlich und nicht zu vergleichen mit 2020 oder 2021, sagte die Ärztin. Es drohten keine Engpässe in den Kliniken und auf den Intensivstationen. „Im Grunde ist es wie letztes Jahr, nur die Varianten und Buchstaben heißen anders.“

Der leichte Anstieg der Corona-Fälle in den vergangenen Wochen hat sich einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge zuletzt nicht fortgesetzt. Für die Woche ab dem 9. September gab es den Experten zufolge geschätzt rund 600 Covid-19-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Bislang seien etwas mehr als 5.640 Corona-Fälle an das RKI übermittelt worden. Schwere Infektionen seien vor allem bei älteren Menschen diagnostiziert worden.

Auch an Long Covid erkranken nach wie vor Menschen, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) diese Woche bei einem Runden Tisch sagte. Weil es inzwischen aber eine Grundimmunität in der Bevölkerung gibt, ist das Risiko an Long Covid zu erkranken niedriger als noch zu Beginn der Pandemie.

Nach RKI-Angaben dominiert in Deutschland derzeit die Variante JN.1, ein Abkömmling der Omikron-Variante. Am häufigsten nachgewiesen wurde dabei zuletzt die Sublinie KP.3.1.1. Sie gilt als ansteckender als vorherige Varianten. Das sei wenig verwunderlich, sagte Ciesek. Das Virus mutiere weiter und suche immer neue Wege, um den Menschen zu infizieren. Am Ende setze sich eine Variante durch, die irgendeinen Vorteil habe und zum Beispiel ansteckender sei - wie im Fall von KP.3.1.1. Das bedeute aber nicht, dass die Variante auch kränker mache, sagte die Virologin. „Da gibt es im Moment keine Hinweise drauf.“

11.9. – Geschäftsklima in Chemie steigt überraschend

München (dpa) 8:40 Uhr – Nach zwei Rückgängen in Folge hat sich das Geschäftsklima in der deutschen chemischen Industrie im August überraschend aufgehellt. Der vom Ifo-Institut erhobene Index stieg um 4,2 auf einen Wert von minus 5,6 Punkten, wie die Münchner Wirtschaftsforscher mitteilten. Vor allem die aktuelle Geschäftslage bewerteten die befragten Unternehmen mit plus 1,2 Punkten wieder deutlich positiver. Die Erwartungen für die kommenden Monate verschlechterten sich allerdings leicht.

„Die Stimmung in der Chemischen Industrie trotzt dem allgemeinen Abwärtssog“, sagt Ifo-Expertin Anna Wolf. „Der seit fast einem Jahr andauernde Rückgang der Energiepreise trägt zur wirtschaftlichen Stabilisierung in der Chemie bei.“

Breite Zuversicht herrscht in der Branche aber bei weitem nicht. So klagten 40,1 Prozent der Unternehmen über rückläufige Auftragsbestände. Allerdings lagen zumindest die Exporterwartungen leicht im positiven Bereich.

10.9. – Chemiebranche wartet auf Erholung

Frankfurt/Main (dpa) 10:59 Uhr– In der angeschlagenen deutschen Chemiebranche ist die erhoffte Geschäftsbelebung im Sommer ausgeblieben. Die Erholung habe im zweiten Quartal an Schwung verloren, berichtete der Branchenverband VCI in Frankfurt. Die heimische Industrie habe in den vergangenen drei Monaten die Produktion gedrosselt und sich mit Chemikalienbestellungen zurückgehalten. Auch habe die Weltwirtschaft nicht wie erhofft Fahrt aufgenommen, die Nachfrage aus dem Ausland sei gesunken. Viele Chemieanlagen seien wegen Auftragsmangels weiter nicht rentabel ausgelastet.

„Die Stimmung in unserer Branche hat sich wieder spürbar abgekühlt“, sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. „Eine nachhaltige Belebung der Nachfrage zeichnet sich daher nicht ab.“ Noch im ersten Halbjahr hatte sich der Verband verhalten optimistisch gezeigt und von Signalen leichter Entspannung gesprochen.

An seinen Prognosen für das Gesamtjahr hielt der Verband dennoch fest. Demnach soll der Umsatz um 1,5 Prozent und die Produktion um

3,5 Prozent steigen.

Im zweiten Quartal konnte die Chemie- und Pharmabranche die Produktion leicht um 0,8 Prozent gemessen am Vorquartal steigern.

Damit lag sie um 3,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Der Umsatz schrumpfte binnen Jahresfrist um 0,6 Prozent. Die Beschäftigung blieb dank Zuwächsen in der Pharmabranche mit knapp 480 000 Menschen auf hohem Niveau.

Die strukturellen Probleme am Standort Deutschland seien nach wie vor ungelöst, kritisierte der VCI. Vier von zehn Industrieunternehmen würden erwägen, die Produktion weiter zu drosseln oder gar ins Ausland abzuwandern, warnte der Verband.

9.9. – Balzan-Preise verliehen: Von Alternsforschung bis zu Hightech-Materialien

Hamburg, Mailand/Italien (PR&D) 18:00 Uhr – Heute haben die Präsidentin der Internationalen Balzan Stiftung „Preis“, Maria Cristina Messa, und die Präsidentin des Generalkomitees der Balzan Preise, Marta Cartabia, in Mailand die Gewinner der vier Balzan-Preise 2024 bekannt gegeben. Der Wert jedes Balzan Preises 2024 beträgt 750.000 Schweizer Franken (800 000 Euro). Dies sind die Gewinner in den vier jährlich wechselnden Fachgebieten:

  • Omar Yaghi (USA), University of California Berkeley für Nanoporöse Materialien für Umweltanwendungen.
  • Michael N. Hall (Schweiz/USA), Biozentrum der Universität Basel, für Biologische Mechanismen des Alterns
  • Lorraine Daston (Deutschland/USA), Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin-Dahlem für Wissenschaftsgeschichte (Neuzeit und Gegenwart)
  • John Braithwaite (Australien), Australian National University für Restaurative Justiz

Omar Yaghir erhielt den Preis laut Jurybegründung für seine Beiträge zur Entdeckung und Entwicklung nanoporöser Gerüstmaterialien und zur Förderung ihrer Anwendungen bei der Kohlenstoffabscheidung, Wasserstoffspeicherung und Wassergewinnung aus der Wüstenluft. Yaghi entwickelte grundlegende Konstruktionsprinzipien und neue Synthesemethoden und schuf damit zwei umfangreiche Kategorien von nanoporösen Materialien: metallorganische Gerüste (MOFs – Metal-Organic Frameworks) und kovalente organische Gerüste (COFs – Covalent-Organic Frameworks). Diese neuen Materialien stehen heute an vorderster Front bei den weltweiten Bemühungen, den kritischen Nachhaltigkeits- und Umweltherausforderungen unseres Planeten entgegenzutreten.

Die Auszeichnung für Michael N. Hall erhielt dieser für seine Beiträge zum Verständnis der molekularen Mechanismen, die das Zellwachstum regulieren. Hall entdeckte zwei Proteine, TOR1 und TOR2, die das Zellwachstum und die Reaktion des Stoffwechsels auf Nährstoffe regulieren. Diese spielen eine zentrale Rolle in Alterungsprozessen und bei der Entstehung altersbedingter Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Anschluss an die Bekanntgabe der Balzan Preisträger 2024 kündigte die Präsidentin des Preisverleihungskomitees, Marta Cartabia, die im Jahr 2025 zu prämierenden Fachgebiete an:

  • Gen- und genmodifizierte Zelltherapie
  • Atome und ultrapräzise Messung der Zeit
  • Altertumswissenschaften: Athenische Demokratie – neu betrachtet
  • Kunstgeschichte der Gegenwart

3.9. – Europäische Unternehmen fordern Gentechnik-Kennzeichnung

Budapest/Brüssel (dpa) 12:23 Uhr – Mehr als 370 Unternehmen der Lebensmittelbranche, darunter Großkonzerne wie Rewe und dm, fordern von den Agrarministern der EU-Staaten eine Kennzeichnungspflicht von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Vertreter der Initiative übergaben einen offenen Brief in Budapest an den ungarischen Landwirtschaftsminister, István Nagy, wie der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik mitteilte. Im Rahmen der regelmäßig wechselnden EU-Ratspräsidentschaft ist Nagy derzeit Vorsitzender des EU-Ministerrates Landwirtschaft und Fischerei. Unternehmen aus 16 EU-Mitgliedsstaaten beteiligten sich den Angaben zufolge an dem offenen Brief der Initiative.

Derzeit wird in Brüssel über eine Deregulierung der EU-Gentechnikvorgaben diskutiert. Die EU-Kommission hatte das im Sommer 2023 vorgeschlagen. Das Europaparlament stimmte im Februar dieses Jahres ebenfalls für weniger strenge Regeln bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Im Gegensatz zum ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission will das Parlament aber, dass alle Produkte aus Gentechnik künftig im Supermarkt gekennzeichnet werden müssen.

Sollte es irgendwann zu einer Deregulierung kommen, dürfte es einfacher werden, mit modernen Gentechnikverfahren neue Züchtungen zu erschaffen. Befürworter der Verfahren glauben daran, dass so etwa robustere Pflanzen mit mehr Nährstoffen entwickelt werden können. Dadurch erhoffen sich manche auch, dass weniger Pestizide eingesetzt werden müssen.

3.9. – WHO besorgt über Antibiotika-Produktion

Genf (dpa) 12:16 Uhr – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet die Antibiotika-Produktion in vielen Ländern mit Sorge. Sie hat erstmals Empfehlungen für die sichere Herstellung von Antibiotika verfasst. In Pharmafabriken gelangten oft zu viele aktive Substanzen ins Abwasser und die Umgebung. Das könnte die Ausbreitung von Bakterien fördern, die gegen Antibiotika resistent sind, erklärte die WHO. Wenn diese Bakterien Menschen befallen und Infektionen auslösen, gibt es dagegen kaum noch wirksame Mittel.

Die Empfehlungen sind unter anderem für Produzenten gedacht. Sie müssten ihr Abwasser rigoros kontrollieren und sicherstellen, sagte WHO-Abwasserspezialistin Kate Medlicott. Auch Regulierungsbehörden sollten bei der Genehmigung von Pharma-Produktionen höhere Umweltauflagen machen als bisher.

Die WHO empfiehlt auch, dass Patientinnen und Patienten besser aufgeklärt werden, wie sie nicht genutzte Tabletten entsorgen. „Medikamentenreste gehören weder in die Toilette noch in die Spüle/Abfluss“, schreibt das Bundesumweltministerium. In vielen Orten können alte Medikamente über die Restmülltonne entsorgt werden. Auch manche Apotheken nehmen ungenutzte Medikamente zurück und entsorgen sie fachgerecht.

3.9. – Niederlande fordern weniger deutsche Ewigkeitschemikalien im Rhein

Nieuwegein (dpa) 12:06 Uhr – Niederländische Wasserversorger, die zum Herstellen von Trinkwasser auf den Rhein angewiesen sind, haben von Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) eine Begrenzung der Einleitungen von sogenannten Ewigkeitschemikalien in den Rhein gefordert. Mit den Einleitungen dieser PFAS im gegenwärtigen Umfang halte Deutschland sich nicht an nationale und europäische Vereinbarungen zur Wasserqualität, teilte der Verband der Flusswasserwerke am Rhein (RIWA-Rijn) mit.

Die Niederlande hätten in den kommenden Jahren einen wachsenden Bedarf an sauberem Trinkwasser, dessen Gewinnung durch die industriellen Einleitungen in Deutschland jedoch immer teurer werde. „Die deutsche Regierung vertritt die Auffassung, dass PFAS-Verbindungen so schädlich sind, dass sie europaweit verboten werden sollten, was wir sehr begrüßen“, sagte RIWA-Rijn-Direktor Gerard Stroomberg. „Wir fordern die Ministerin auf, bis zum Inkrafttreten des PFAS-Verbots bereits jetzt Grenzwerte für die Einleitung von PFAS-Verbindungen in den Rhein festzulegen.“ Die Trinkwasserquelle für fünf Millionen Menschen in den Niederlanden verdiene das höchstmögliche Schutzniveau.

Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) kommen nicht natürlich in der Umwelt vor und überdauern je nach Stoff extrem lange in der Umwelt. Dabei können sie sich immer mehr anreichern. Die Stoffgruppe umfasst Schätzungen zufolge mehr als 10.000 verschiedene Chemikalien, von denen viele hochgiftig sind, vor allem für die Entwicklung von Kindern. PFAS stehen unter anderem im Verdacht, Leberschäden sowie Nieren- und Hodenkrebs zu verursachen.

Aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale werden die Substanzen in einer großen Zahl vor allem in industriellen Produkten und Alltagsgegenständen verwendet - von Anoraks über Pfannen bis hin zu Kosmetik. In der Europäischen Union wird über ein Verbot von PFAS mit einigen Ausnahmen diskutiert. Industrieverbände sehen darin eine Bedrohung für Hightech-Industrien.

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