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Mehrwert für das Labor Asset-Management: Achten Sie auf Ihre Werte

| Autor / Redakteur: Ben Potenza* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Laborgeräte stellen enorme Werte für die Unternehmen dar. Dieser Beitrag beschreibt, wie Pharma-, Biotechnologie- und Chemie-Unternehmen ihre Erträge aus Investitionen in Laborausrüstung maximieren können, um zukünftige Wachstumsziele zu erreichen. Außerdem geben wir Ihnen die drei goldenen Regeln für den Kauf von Gebrauchtgeräten.

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Abb.1: Die Laborausstattung stellt ein wichtiges Assett für Unternehmen dar und sollte sinnvoll genutzt werden.
Abb.1: Die Laborausstattung stellt ein wichtiges Assett für Unternehmen dar und sollte sinnvoll genutzt werden.
( © tilialucida - Fotolia)

Jedes Jahr werden Millionenbeträge für Laborgeräte ausgegeben, die für Forschung und Analyse unentbehrlich sind. Trotz schwieriger Marktbedingungen und einer unsicheren weltwirtschaftlichen Lage hat sich der Pharma-, Biotech- und Chemiemarkt beständig weiterentwickelt, sodass zwischen 2012 bis 2017 von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von fast 11% auszugehen ist [1]. Mit zunehmender Expansion wachsen jedoch auch die Herausforderungen für Lieferanten und Hersteller. Die wachsenden Kosten für neue Geräte, gekoppelt mit steigenden Ausgaben für Reparatur, Anpassung und Kalibrierung, führen zu einem erhöhten Finanzaufwand. Folglich erlebt der Markt eine Welle von Fusionen und Übernahmen [2]; während die führenden Anbieter versuchen, straffere Zielvorgaben durch eine verbesserte Effizienz zu kompensieren, ohne die Produktqualität zu beeinträchtigen.

Durch das schnelle Tempo der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich und die Zunahme an Unternehmen, die entweder fusionieren, Produktionsstätten verlegen oder neue Anlagen eröffnen, ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile Millionenbeträge an Labor- und Fertigungsgeräte gebunden sind.

Angebot und Nachfrage

In Folge wird ein proaktiver Ansatz zum Asset-Management zunehmend attraktiver, denn Untersuchungen haben ergeben, dass ein großer Teil der Laboreinrichtungen brachliegt und dass die Mehrzahl der Unternehmen über die unzureichende Auslastung ihrer Anlagewerte nicht ausreichend informiert ist. Verfahren im Asset-Management haben sich im letzten Jahrzehnt vorbildlich weiterentwickelt, sodass mittlerweile Unternehmen aller Formen und Größen die Vorteile und finanziellen Vorteile erkennen, die der Kauf von Gebrauchtgeräten bzw. der Verkauf oder eine anderweitige Verwendung ihrer eigenen unausgelasteten Ausrüstung mit sich bringt. Mittlerweile sind spezialisierte Dienstleister mit Branchen- und Projektmanagementexperten entstanden, die sich deutlich von den traditionellen Gebrauchtgerätehändlern und Auktionsunternehmen unterscheiden. Als einer der herausragenden Anbieter in diesem Bereich bietet Equipnet einen ganzheitlichen Ansatz für die Verwaltung überschüssiger Bestände an, der die Bedürfnisse von Käufern und Verkäufern gleichermaßen berücksichtigt. Das „Wertkontrollmodell“ (s. Abb. 2) veranschaulicht die Grundlagen eines zentral verwalteten Programms, das weiterentwickelt und angepasst werden kann, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Viele Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie und Chemie haben weder die Zeit, noch die notwendigen Ressourcen, um die dargestellten Prozesse zu implementieren. Zudem ist die Entscheidung über den Einsatz interner Ressourcen und die Anforderung externer Unterstützung stets eine komplexe Managementaufgabe. Daher lohnt es sich, mit Blick auf die Kernkompetenzen des eigenen Unternehmens, Unterstützung durch externe Experten anzufordern, um so betriebliche Effizienz und entsprechende Rentabilität zu gewährleisten.

Sicht des Verkäufers

Im Rahmen eines wachsenden und immer anspruchsvolleren Labormarktes gilt es für jedes Unternehmen zunächst, einen möglichst hohen Wert für seine Investitionen zu realisieren, indem nicht verwendete Laborgeräte entweder innerhalb einer einzelnen Einrichtung oder über mehrere Standorte hinweg sinnvoll umverteilt werden. Allerdings ist eine solche Umverteilung auf lange Sicht kaum erfolgreich durchzuführen, wenn eine zentrale Tracking-Plattform für alle Standorte des Unternehmens fehlt. Benutzer sollten Geräte, die am aktuellen Standort nicht verwendet werden, anbieten, verfolgen, identifizieren und intern umverteilen können, bevor eine Entscheidung zur Veräußerung getroffen wird.

Ein etabliertes Beispiel für bewährte Verfahren in diesem Bereich ist die Tracking-Plattform ARMS (Asset Redeployment Management System) von Equipnet. Dieses Programm bietet Workflow-Management, mehrere Zugriffsebenen für Betriebsleiter und Führungskräfte im gesamten Unternehmen, detaillierte Suchfunktionen und umfassende Spezifikationslisten, sodass Unternehmen genau wissen, was sie haben und wo es sich befindet. Über dieses System können Pharmaunternehmen leicht beurteilen, ob sie ungenutzte Geräte besitzen – z.B. weil die Produktion rückläufig ist oder weil Einrichtungen zusammengelegt wurden.

Wo eine Umschichtung nicht möglich ist, besteht der nächste logische Schritt in der Veräußerung oder Entsorgung. Das Internet bietet mittlerweile zahlreiche Online-Verkaufsportale und Auktionsseiten, die Unternehmen in dieser Hinsicht unterstützen können. Allerdings ist bei solchen Transaktionen die menschliche Komponente wohl immer noch der wichtigste Faktor, besonders wenn es sich um hochwertige und komplexe Laborgeräte handelt. Hier ist ein Partner mit spezifischer Branchenerfahrung, gutem Netzwerk und einem soliden Ruf oft entscheidend für den Erfolg. Hierauf sollten der Labormanager bei der Auswahl eines Online-Marktplatzes achten:

  • „Top-down"- statt des üblichen „Bottom-up“-Bieterverfahrens,
  • Expertenbewertung der angebotenen Waren durch ein bewährtes, zuverlässiges Team,
  • akkurate Preisfestsetzung,
  • konzentrierte Werbung für die jeweilige Online-Plattform und Werbung für spezifische Geräte innerhalb der jeweiligen Website sowie eine
  • ergebnisorientierte Vergütung.

Unter bestimmten Umständen ist Zeit ein kritischer Faktor. Zum Beispiel dann, wenn ein Standort verkauft wurde und innerhalb einer bestimmten Frist geräumt werden muss, sodass in diesem Fall die Zusammenarbeit mit einem Spezialisten zur Entlastung beiträgt. Nach der Umverteilung ist ein Verkauf in der Regel die nächstbeste Option. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten an – ein geregelter Verkauf oder eine Auktion. Bei Laborschließungen, wo Investitionen innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens amortisiert werden müssen, sind Auktionen oft die bevorzugte Lösung. Zu den Optionen gehören Online-Auktionen, Live/Webcast-Events, versiegelte Gebote und Freiverkäufe – je nach Umstand. In jedem Fall sollte ein starker Partner mit eingehender Kenntnis der aktuellen Marktbedingungen beratend zur Seite stehen, um den höchsten Verkaufswert zu erzielen. Wo Umschichtung oder Weiterverkauf nicht möglich ist, können wertarme Gegenstände am besten durch Spenden, Verschrottung oder Recycling entsorgt werden.

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