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Wissenschaftsforum zu Flüssigkristallen Siegeszug der Flüssigkristalle feiert 125-jähriges Jubiläum

| Redakteur: Tobias Hüser

In Flachbildfernsehern, Notebooks, Tablet-PC´s und Smartphones sorgen energiesparende Flüssigkristalle für scharfe Bilder. In dünnen Displays und Touchscreens ermöglichen sie die komfortable mobile Kommunikation. Seit mehr als 40 Jahren treibt Merck die Entwicklung und Anwendung der Flüssigkristalle voran. Deren Entdeckung vor 125 Jahren feiert das Unternehmen jetzt in Darmstadt.

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Die Flüssigkristalle von Merck ermöglichen hochwertige Farbdisplays für Handys.
Die Flüssigkristalle von Merck ermöglichen hochwertige Farbdisplays für Handys.
(Bilder: © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland)

Darmstadt – Im Rahmen des Wissenschaftsforums der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) feiert Merck die Entdeckung der Flüssigkristalle vor 125 Jahren. Das Jubiläum wird im Kongresszentrum „Darmstadtium“ mit einem wissenschaftlichen Symposium gewürdigt.

Ein Höhepunkt ist die historische Ausstellung während der GDCh-Tagung. Im Foyer des Kongresszentrums sind Exponate aus der Entdeckungszeit der Flüssigkristalle zu bestaunen. Zudem wird mit dem sogenannten „Smart Window“ – ein duch Flüssigkristalle schaltbares Fenster als Anwendungsbeispiel außerhalb von Displayanwendungen – in die Zukunft geblickt.

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In einem Vortrag wird Bernd Reckmann, Geschäftsleitung von Merck für die Sparten Performance Materials und Merck Millipore, erläutern, wie aus Innovationen maßgeschneiderte Kundenlösungen entstehen. Detaillierte Informationen zum Wissenschaftsforum erhalten Sie auf der Webseite der GDCh.

Geschichte der Flüssigkristalle

Die von Friedrich Reinitzer, Professor für Botanik und Technische Mikroskopie, und Otto Lehmann, Physiker und Experte für physikalische Isomerie an Kristallen, im Jahre 1888 ursprünglich im Zusammenhang mit Untersuchungen an Karotten entdeckten „scheinbar lebenden Kristalle“, stießen in dieser Zeit zunächst auf Ablehnung. Zwar flüssig, aber mit ansonsten nur bei Feststoffen erwarteten Eigenschaften widersprachen sie den damals vorherrschenden Meinungen der Wissenschaft.

Doch schon 1904 verkaufte Merck Flüssigkristalle für wissenschaftliche Studien, um deren Entwicklung zu unterstützen. Trotzdem wurden erst Ende der 1960er Jahre sogenannte cholesterische und nematische Flüssigkristalle intensiv für praktische Anwendungen erforscht. Der amerikanische Elektroingenieur George Heilmeier präsentierte 1968 das erste Flüssigkristall-Display, das allerdings mangels geeigneter Materialien erst oberhalb 80 °C funktionierte.

Nach der bahnbrechenden Erfindung der Cyano-Biphenyle durch Professor Gray in England entwickelten 1976 Merck-Forscher noch stabilere Flüssigkristalle mit schnelleren Schaltzeiten und besseren optischen Eigenschaften. Damit begann die rasante Entwicklung immer leistungsfähigerer Displaytechnologien bis hin zu IPS (In-Plane Switching) und FFS (Fringe Field Switching), VA (Vertical Alignment), PS-VA (Polymer Stabilized Vertical Alignment) sowie Blue Phase. Mittlerweile hält Merck mehrere 1000 Patente für Flüssigkristall-Technologien.

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