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Labordiagnostik: effizienter und effektiver So steigert man die Leistung im klinischen Labor

| Autor/ Redakteur: Jessica Masuga* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Das Gesundheitssystem steht unter Druck – gerade im Hinblick auf die Effizienz- und Effektivität. Dies gilt sowohl für die Kosten als auch für die Ressourcen, wie beispielsweise das Personal und trifft insbesondere auch auf das klinische Labor zu.

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1 Die Probenanzahl hat sich im klinischen Labor deutlich erhöht.
1 Die Probenanzahl hat sich im klinischen Labor deutlich erhöht.
(Bild: ©Анна Ковальчук - stock.adobe.com)

Das Labor selbst ist eine hochspezialisierte Einrichtung, die Daten und Ergebnisse unter Verwendung verschiedener Probenmaterialien aus den Bereichen klinischer Chemie, Immunologie, Hämatologie, Gerinnung und Bakteriologie liefert und wissenschaftliche Beratungstätigkeit leistet. Zwischen 60 und 70% der klinischen Entscheidungen werden aufgrund der Ergebnisse der Laboruntersuchungen getroffen.

Zugleich müssen Labore immer kosteneffizienter, schneller, transparenter und serviceorientierter arbeiten sowie aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen. Hierzu zählen das Überaltern der Gesellschaft und deren unmittelbare Folgen wie die Zunahme chronischer Krankheiten. Des Weiteren müssen die vermehrten regulatorischen Auflagen berücksichtigt werden.

Wie aber können Labore die Forderung nach höherer Kosteneffizienz, mehr Flexibilität und steigendem Durchsatztempo in einem solchen Kontext erfüllen?

Dialog als erster Schritt zur Lösung

Abbott hat den Dialog mit Verantwortlichen in entsprechenden Laboren gesucht, um die Herausforderungen und Aufgaben, mit denen diese sich konfrontiert sehen, zu verstehen. Dabei zeichnete sich ab, dass vor allem ein Aspekt eine wichtige Rolle spielt: die Gestaltung von einheitlichen Gerätekonzepten in den Fachgebieten wie der klinischen Chemie, Immunologie, Point-of-Care, Hämatologie und molekularen Diagnostik. Primär geht es hier um die Frage, wie ein gemeinsames, und vor allem leicht bedienbares User-Interface entwickelt werden kann. Weitere Aufgaben liegen in der Verbesserung der operativen Produktivität, in einer schnelleren Lieferung von Testergebnissen und in der Automatisierung von Prozessen, um so dem Laborpersonal die Aufgaben zu erleichtern und die Effizienz der Ressourcen im Labor zu steigern.

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Interview mit Dr. Carsten Bünnung: Einheitlichkeit und Flexibilität

LP: Herr Dr. Bünning, in welchem Spannungsfeld bewegt sich die moderne Labordiagnostik im Moment?

Dr. Carsten Bünning: Die Gesundheitssysteme sehen sich derzeit mit enormen Veränderungen konfrontiert. Der Kosten- und Leistungsdruck wächst stetig, und Kliniken wie auch Labore setzen verstärkt auf Konsolidierung. Faktoren wie regulatorische Anforderungen, immer anspruchsvollere Verbraucher und die Zunahme chronischer Krankheiten führen zu höheren Kosten und Ausgaben. Es sind die Labore, die umdenken müssen, damit sich Kliniken und andere Einrichtungen erfolgreich an die Marktveränderungen im Gesundheitswesen anpassen können.

LP: Automation ist eine der Kernforderungen an die Systeme. Was benötigt der Anwender darüber hinaus?

Dr. Bünning: Wir haben zahlreiche Kundenstandorte besucht und uns darauf konzentriert, die Umwege und Schwachstellen, aber auch die Chancen über das Testsystem hinaus zu identifizieren. Dabei haben sich vier Kernforderungen herauskristallisiert: „Einheitlichkeit im gesamten Labor“, „Flexibilität zur Anpassung an Veränderungen“, „Steigerung der operativen Produktivität“ und „Vertrauen in die Systeme“.

LP: Ist der Kostendruck der Hauptreiber für neue Produktentwicklungen oder gibt es weitere?

Dr. Bünning: Einer der maßgeblichen Treiber ist der Wunsch nach Flexibilität. So bietet die Alinity-Serie ein er­weiterbares Designkonzept und eine nahtlose Anbindung an Laborautomationsstraßen. Die Alinity-Systeme wurden bedienerfreundlich, intuitiv und einheitlich gestaltet. Das systemübergreifende User-Interface ermöglicht den mühelosen Wechsel von einem System zum nächsten und verringert so den Schulungs- und damit auch den Zeitaufwand. Die Verbesserung bestehender und die Entwicklung gänzlich neuer Anwendungen zielt auf die bestmögliche Unterstützung unserer Kunden bei der Optimierung der Patientenversorgung. Als Beispiel für ein Produkt, das Effizienz und direkten Nutzen für den Patienten vereint, ist unser hochsensitiver Troponin-Test zu nennen. Dieser ermöglicht die schnellere Erkennung eines Herzinfarktes und gewährleistet somit eine zielgerichtete Behandlung in kürzester Zeit. Auch der Ausschluss eines Infarktes kann wesentlich früher erfolgen, was einen kürzeren Aufenthalt bei wesentlich geringerer psychischer Belastung des Patienten bedeutet.

LP: Analysesystem, Reagenzien und Software – wie bringt Abbott mit Alinity diese drei Faktoren in Einklang?

Dr. Bünning: Man braucht die Alinity-System-Familie und Alin IQ, wenn man eine produktive und verlässliche Lösung sucht, die auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten ist. Für die Alinity-Systeme haben wir die gleichen Reagenzien verwendet wie bereits auf unseren Architect-Plattformen. Dadurch wird die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den verschiedenen hochqualitativen Systemen gewährleistet. Letztlich unterliegt die Entwicklung neuer Systeme und ihrer einzelnen Elemente einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der das perfekte Zusammenspiel zwischen allen Komponenten der Alinity-Familie ermöglicht.

Herr Dr. Bünning, vielen Dank für das Gespräch.

Um all diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, hat Abbott die nächste Systemgeneration für alle wesentlichen Bereiche des Kernlabors auf den Markt gebracht – die Alinity-Familie. Sie zielt darauf ab, die Produktivität der Labore zu erhöhen, mehr Tests in kürzerer Zeit zu ermöglichen und menschliche Fehler zu reduzieren.

Praxistauglichkeit und Flexibilität entscheidend

Für die Flexibilität der Labore sind Praxistauglichkeit und ein optimaler Workflow unabdingbar. Von zentraler Bedeutung hierbei ist, dass die Alinity-ci-Serie, welche klinische Chemie und Immunoassay-Systeme enthält, eine permanente Probenbeladung und den kontinuierlichen Zugriff auf Reagenzien und Verbrauchsmateralien ermöglicht, ohne dass das Gerät in Systempause gebracht werden muss. Die erhöhte Lagerkapazität für Proben und Reagenzien erfolgt auf kleinstem Raum. Bei herkömmlichen Gerätesystemen, wo diese zum Reagenz- Verbrauchsmaterialwechsel in den Stopp- oder Pause-Status gebracht werden mussten, war dies ein erheblicher manueller und zeitlicher Aufwand. Um viele Reagenzien on Board lagern zu können, waren bis dato große Instrumente und ein großer Platzbedarf erforderlich. Die Alinity-ci-Serie bietet einen hohen Durchsatz pro Quadratmeter. Durch die übereinander angeordneten Bereiche für Reagenzaufbewahrung und Probenbearbeitung ist eine effiziente Bearbeitung von höheren Testaufkommen, auch bei geringem Platz und limitierter Ressourcen, möglich.

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