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Mars-Sonde

Kamera schickt erste hoch aufgelöste Bilder vom Mars

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In den nächsten Monaten wird das Team die Vorbereitungen für die Hauptmission starten. „Obwohl der Test sehr erfolgreich war, haben wir ein paar Dinge identifiziert, die in der Onboard-Software und in der Bodennachbearbeitung verbessert werden müssen“, sagt Thomas.

Um seine endgültige Umlaufbahn zu erreichen, wird der TGO im März 2017 damit beginnen, die Marsatmosphäre zum Abbremsen zu nutzen. Nach etwa neun bis zwölf Monaten wird die Sonde dann in einen kreisförmigen Orbit 400 km über der Marsoberfläche eingeschwenkt sein. Die wissenschaftliche Hauptphase beginnt Ende 2017. CaSSIS wird dann mit dem „normalen Betrieb“ beginnen und 12 bis 20 hochauflösende Stereo- und Farbbilder von ausgewählten Zielen pro Tag liefern.

Hochpräzise Aufnahmen innerhalb von Millisekunden

Die von CaSSIS verwendete bildgebende Technik wird als „Push-Frame“ bezeichnet. Hierbei werden kurze Belichtungen (Framelets) mit einer sehr schnellen Rate aufgenommen, und diese Bilder werden dann auf dem Boden zusammengesetzt, um das Endprodukt herzustellen. Für die Mars-Region Hebes Chasma wurden die einzelnen Bilder mit einer Belichtungszeit von 700 Mikrosekunden bei einer Rate von einem Framelet alle 150 Millisekunden aufgenommen. Die hochauflösende Kamera unterstützt die drei anderen Instrumente auf dem TGO und ergänzt deren sowie bisher vorhandene Daten zur Mars-Oberfläche.

Dynamische Mars-Oberfläche

Es ist jetzt bekannt, dass Mars dynamischer ist als bisher angenommen. Von besonderem Interesse für das 25-köpfige Wissenschaftsteam aus neun Ländern (inkl. USA und Russland) ist die Möglichkeit, dass CaSSIS die Veränderungen untersucht, die über den Tag und über die Marsjahreszeiten stattfinden. Weitere Untersuchungen von möglicherweise flüssigem Wasser an der Oberfläche werden eines der Hauptziele sein. CaSSIS wird auch die anderen Instrumente auf TGO unterstützen, indem die Kamera Quellen von Spurengasen wie Methan identifizieren soll.

Bildergalerie

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Universität Bern, dem Astronomischen Observatorium Padua und dem Weltraumforschungszentrum in Warschau mit Unterstützung lokaler Industrien. Gefördert wird das Projekt durch das Schweizerische Raumfahrtbüro (SSO), die Italienische Raumfahrtagentur (ASI) und die Polnische Weltraumorganisation (POLSA).

Die Struktur, der Bordrechner und der Rotationsmechanismus wurden von der Universität Bern gebaut. Das Teleskop wurde in Zürich von der RUAG Space AG gebaut. Die Detektor- und Ausleseelektronik wurde von SELEX-ES in Campi Bisenzio, Italien, entwickelt. Der Stromrichter wurde vom Weltraumforschungszentrum in Warschau geliefert. Die Flugsoftware wurde von der SGF AG in Budapest, Ungarn entwickelt.

Video: Mit CaSSIS über die Marsoberfläche fliegen

Das Video gibt einige der besten Aufnahmen wieder, darunter den spekaktulären Überflug von Hebes Chasma. Es illustriert auch, wie CaSSIS Daten sammelt, indem die Kamera Farbbilder in Stereo aufnimmt. Die Aufnahmen von Hebes Chasma wurden während der grössten Annäherung gemacht und weisen die höchste Auflösung auf (2.8m/Pixel). Der Film wurde um die Hälfte der eigentlichen Aufnahmegeschwindigkeit abgebremst. Diese Bilder gehören zu denjenigen, die CaSSIS aus einer so geringen Entfernung vom Mars je aufnehmen wird (rund 250 km), da sich der TGO auf seiner finalen Umlaufbahn in einer Höhe von rund 400 km befinden wird. © ESA/Roscosmos/ExoMars/CaSSIS/UniBE.

Zum Video gelangen Sie hier.

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